Der Bemer Vergütungsplan enthält mehrere Einkommensebenen gleichzeitig – wer nur eine davon versteht, unterschätzt das Potenzial oder überschätzt den Einstieg. Wer als Vertriebspartner wirklich wissen will, was er verdienen kann, muss die Logik des Plans kennen: Wie Provisionen aufgebaut sind, welche Ränge was bedeuten und wo die häufigsten Fehleinschätzungen entstehen.
Ich arbeite seit Jahren mit Vertriebspartnern aus dem Direktvertrieb und Network Marketing zusammen, und dabei begegnet mir dieses Thema regelmäßig. Bemer ist eine Firma mit einem technisch gut durchdachten Vergütungsplan – aber genau diese Detailtiefe führt dazu, dass viele Partner mit falschen Erwartungen starten. Nicht weil der Plan schlecht erklärt wäre, sondern weil bestimmte Mechanismen erst beim zweiten Hinschauen sichtbar werden. Und genau das kostet manche Partner bares Geld – nicht durch Fehler, sondern durch fehlende Klarheit.
Was der Bemer Vergütungsplan grundsätzlich regelt
Bemer zahlt Provisionen ausschließlich auf Produktverkäufe. Das ist ein wichtiger Ausgangspunkt, denn daraus folgt: Wer keine Produkte verkauft – weder persönlich noch im Team –, verdient nichts. Die Struktur unterscheidet zwischen direktem Verkauf und Teamumsatz, und je nach Rang fließen beide Quellen in unterschiedlicher Höhe zusammen.
Der Plan kennt drei Hauptebenen:
- Direktvertrieb (Junior/Senior): Provisionen auf persönliche Verkäufe, plus erste und zweite Ebene des Teams
- Teamaufbau (Group Leader): Infinity-Bonus auf alle Teamumsätze plus Management-Bonus auf Junior-Verkäufe im Team
- Management (Team Manager, Organizational Manager, Organizational Director): Mehrschichtige Bonusebenen mit Infinity-Kommissionen aus tieferen Linien
Jede Ebene hat eigene Qualifikationsvoraussetzungen – und genau dort entstehen die meisten Missverständnisse.
Missverständnis 1: Einsteiger verdienen sofort Provisionen
Falsch. Wer als IBDT (IBD Trainee) startet, qualifiziert sich zunächst NICHT für Provisionen. Der erste Verkauf geht an den Mentor. Erst nach einem qualifizierenden persönlichen Verkauf steigt man zum IBDJ (Junior) auf – und damit beginnt das aktive Provisionsmodell.
Das bedeutet konkret: Der Einstieg als Trainee ist günstiger im Startpaket, bringt aber beim allerersten Abschluss keine direkte Auszahlung. Wer sofort mit vollen Provisionen starten möchte, steigt direkt als Junior ein – mit entsprechend höherem Startbeitrag und sofort voller Kommissionsqualifikation.
Die zwei Startoptionen im Vergleich
| Option | Status | Provisionen ab wann? | Vorteil |
|---|---|---|---|
| IBD Trainee | Noch kein Junior | Erst nach 1. Verkauf (geht an Mentor) | Niedrigerer Einstieg |
| IBD Junior | Sofort aktiv | Ab dem 1. persönlichen Verkauf | Sofort provisionsberechtigt |
Diese Tabelle ist einer der ersten Punkte, der Partner verwirrt – denn der Unterschied klingt klein, macht aber beim ersten Abschluss einen deutlichen Unterschied in der Auszahlung.
Missverständnis 2: 17 % klingen niedrig
Als IBDJ (Junior) liegt der Provisionssatz auf persönliche Verkäufe bei 17 %. Viele Partner vergleichen das mit anderen Branchen und denken sofort: „Das ist wenig.“ Dabei übersehen sie, dass das Basisprodukt – das Bemer Premium-Set Evo – einen Verkaufspreis von rund 5.890 € (US-Preis) hat. Daraus ergibt sich schon auf Junior-Ebene eine Provision von rund 1.000 € pro Verkauf.
Als Senior steigt der Satz auf 25 %, also rund 1.470 € pro Abschluss. Dazu kommen noch 8 % auf erste Ebene und 3 % auf zweite Ebene des Teams. Wer also gleichzeitig verkauft und ein kleines Team aufbaut, kombiniert diese Quellen – und kommt schnell auf Beträge, die sich deutlich von typischen Direktvertriebsplänen unterscheiden.
Der Irrtum mit dem Prozentsatz
Den häufigsten Fehler, den ich bei dieser Frage korrigiere: Partner rechnen Prozentwerte auf kleinere Produkte hoch und schließen daraus, dass Bemer wenig zahlt.
Bemer hat ein anderes Preismodell als viele andere Direktvertriebsfirmen. Das Gerät kostet deutlich mehr als ein Nahrungsergänzungsmittel oder eine Pflegeserie – deshalb ergibt auch ein niedrigerer Prozentsatz eine hohe absolute Provision. Diese Logik übertragen Partner erst dann richtig, wenn sie die erste Provision tatsächlich sehen.
Ein Muster, das ich schon viele Male beobachtet habe: Partner kommen aus dem Konsumgüterbereich, wo 30–40 % auf kleine Produktpreise üblich sind. Sie übertragen diese Erwartung auf Bemer – und sind zunächst skeptisch. Dann kommt der erste Abschluss, die erste Auszahlung, und die Einschätzung dreht sich um.
Wer also den Vergütungsplan rein nach Prozentwerten bewertet, ohne den Produktpreis einzurechnen, bewertet die falsche Zahl. Die entscheidende Frage lautet nicht „Wie viel Prozent?“, sondern „Wie viel Euro pro Verkauf?“
Missverständnis 3: Der Aufstieg ist automatisch
Sobald du genug Punkte gesammelt oder genug Umsatz erzielt hast, steigt man automatisch auf.
Das stimmt – aber nur für die Junior/Senior-Stufe. Der Aufstieg von Junior zu Senior passiert tatsächlich automatisch nach 5.000 Verkaufspunkten. Doch der Aufstieg in Management-Ränge (Group Leader, Team Manager usw.) greift immer erst ab dem Folgemonat. Das bedeutet: Wenn du die Qualifikation am 14. April erfüllst, gilt der neue Rang ab dem 1. Mai – nicht sofort.
Wer das nicht weiß, kalkuliert seinen ersten Monat als Group Leader falsch und wundert sich über die niedrigere Auszahlung in dem Monat, in dem er die Voraussetzungen erfüllt hat.
Missverständnis 4: Group Leader ist dasselbe wie Manager
Nein. Group Leader (GL) ist die Vorstufe zur Management-Ebene, aber KEIN vollständiger Management-Rang. Der Unterschied liegt in der Tiefe der Provisionen und im Infinity-Bonus.
Als GL verdienst du zusätzlich 1,5 % auf alle Teamumsätze als Infinity-Bonus – also auf alle Ebenen ohne Limit. Plus einen Management-Bonus von 2 % auf die ersten vier Verkäufe jedes Juniors im Team. Das klingt nach wenig, skaliert aber mit der Teamgröße deutlich.
Als Team Manager hingegen steigt der Infinity-Bonus auf 3 % und der Management-Bonus auf 4 %. Wer den Plan nur auf GL-Ebene kennt, denkt, er hat das System verstanden. Die eigentliche Hebelwirkung beginnt aber erst auf TM-Ebene.
Warum Rang-Unterschiede mehr bedeuten als Prozente
Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir klar: Die meisten Partner verstehen Ränge als Statussymbole – aber nicht als Einkommenshebel. Das ist der eigentliche blinde Fleck.
Wenn jemand auf GL-Ebene bleibt, weil „es eh gut läuft“, lässt er den Sprung auf TM aus – und damit die Verdoppelung des Infinity-Bonus plus den signifikant höheren Management-Bonus. Bei einem Team mit 20 aktiven Vertriebspartnern macht dieser Unterschied monatlich mehrere hundert Euro aus.
Ich habe Partnern zugeschaut, die über Jahre auf GL blieben und erst dann merkten, was TM wirklich bedeutet. Nicht weil sie nicht hätten aufsteigen können, sondern weil niemand ihnen die Zahlen nebeneinandergelegt hat. Der Vergütungsplan ist öffentlich – aber die Konsequenz der Rang-Unterschiede erschließt sich erst, wenn man die Provisionsebenen konkret durchrechnet.
Was das für dich bedeutet: Kenne nicht nur deinen aktuellen Rang, sondern auch, was der nächste Rang konkret in Euro bedeutet. Diese Differenz ist deine präziseste Motivation.
Missverständnis 5: Teamaufbau = Provisionsverlust beim Upline
Ein klassisches Missverständnis lautet: „Wenn ich ein Team aufbaue, verdient mein Sponsor daran mit – auf meine Kosten.“
Das stimmt nicht. Bemer zahlt keine Provisionen durch Kürzung bei anderen. Sowohl du als auch dein Upline erhalten Provisionen auf dieselbe Transaktion – aus dem Provisionspool der Firma, nicht gegeneinander. Du verlierst durch Teamaufbau keine eigene Provision.
Missverständnis 6: Nur das Hauptprodukt zählt
Viele Partner denken, der Vergütungsplan dreht sich nur um das Bemer Premium-Set. Tatsächlich gilt das Provisionssystem für alle qualifizierenden Produkte – also auch für das Bemer Horse Set und andere Gerätevarianten. Die Punktewerte variieren je nach Produkt, aber die Provisionsstruktur bleibt dieselbe.
Konkret: Das Bemer Premium-Set Evo bringt 1.350 Verkaufspunkte, das Horse Set ebenfalls, und der Aufstieg von Junior zu Senior erfordert 5.000 Punkte. Wer also auch Tierhalter in seiner Zielgruppe hat, kann diese Verkäufe für seinen Rang-Aufstieg mitnutzen.
Was Produktvielfalt wirklich bringt
In meiner täglichen Arbeit mit Partnern sehe ich immer wieder, dass viele Bemer-Partner die Zielgruppe zu eng fassen und ausschließlich auf menschliche Anwendung setzen.
Dabei liegt das Horse Set als eigener Produktbereich mit vollständiger Provisionsberechtigung offen. Wer Kontakt zu Reitsportvereinen, Tierheilpraktikern oder Züchtern hat, erschließt damit eine komplett eigene Käufergruppe. Diese Käufer bringen dieselben Punkte für den Rang-Aufstieg und dieselben Provisionen wie das klassische Premium-Set.
Ein Muster, das ich so oder ähnlich schon begleitet habe: Ein Partner stagniert bei der Junior-Senior-Qualifikation, weil er ausschließlich die Wellness-Zielgruppe anspricht. Dann kommt ein Verkauf an eine Pferdebesitzerin – und er erreicht Senior in einem Monat, in dem er es mit menschlichen Produkten alleine nicht geschafft hätte.
Der Vergütungsplan macht keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier. Wer das weiß, plant seine Qualifikation anders.
Missverständnis 7: Es gibt kein passives Einkommen
Doch. Ab Group Leader beginnt der Infinity-Bonus zu laufen – das ist Beteiligung am Gesamtumsatz des Teams, auf allen Ebenen, ohne Tier-Limit. Solange das Team aktiv verkauft, fließen diese Prozentsätze – unabhängig davon, ob du in diesem Monat selbst verkauft hast.
Allerdings braucht es dafür ein stabiles, aktives Team. Ein Infinity-Bonus ohne verkaufendes Team ist ein theoretischer Wert. Die Frage ist deshalb nicht, ob dieser Bonus existiert, sondern wie groß das Team sein muss, damit er ein relevantes monatliches Einkommen darstellt.
Was der Infinity-Bonus pro Rang bedeutet
| Rang | Infinity-Bonus | Auf Basis von |
|---|---|---|
| Group Leader | + 1,5 % | Alle Teamumsätze, alle Tiers |
| Team Manager | + 3,0 % | Alle Teamumsätze, alle Tiers |
| Organizational Manager | + 2,0 % | Aus TM-Linien im Team |
| Organizational Director | + 2,0 % | Aus OM-Linien im Team |
Hier zeigt sich deutlich: Je höher der Rang, desto mehr Ebenen speisen den Infinity-Bonus. Das ist keine lineare, sondern eine überproportionale Wachstumskurve, wenn das Team wächst.
Missverständnis 8: Die Jahresgebühr ist ein Kostenpunkt
Der Einstieg als unabhängiger Bemer-Distributeur kostet eine Registrierungsgebühr sowie eine jährliche Erneuerungsgebühr. Viele Partner sehen das als „laufende Kosten“ – dabei deckt diese Gebühr konkrete Leistungen ab: Zugang zum BEMER Backoffice, eine replizierte Webseite, die BEMER Academy und fortlaufende administrative Services.
Wer also einen einzigen Verkauf pro Jahr tätigt, hat diese Gebühren mehrfach durch die Provision gedeckt. Sie sind kein Verlustposten, sondern der Preis für die Infrastruktur, die das Geschäft ermöglicht – ähnlich wie ein Gewerbeschein oder ein Software-Abo für Selbstständige.
Missverständnis 9: Höhere Ränge bedeuten automatisch höhere Einnahmen
Das stimmt nur dann, wenn das Team dahinter auch aktiv ist. Ein Rang auf dem Papier ohne aktive Teamstruktur bringt keinen zusätzlichen Cashflow. Die Management-Boni und Infinity-Boni kommen aus realen Verkäufen im Team – nicht aus dem Rang selbst.
Deshalb gilt: Wer Group Leader oder Team Manager wird, aber anschließend keine aktive Partnerstruktur aufbaut und pflegt, verdient trotzdem nur auf eigene Verkäufe. Der Rang ist die Berechtigung, nicht das Einkommen. Das Einkommen entsteht aus der Kombination von Rang und aktivem Team.
Wenn der Rang das Einkommen nicht verändert
Ein Verlauf, den ich so schon mehrfach begleitet habe: Jemand qualifiziert sich für Group Leader, freut sich über den neuen Rang – und stellt im Folgemonat fest, dass sich am Konto nichts verändert hat.
Der Grund ist dann meistens derselbe: Das Team besteht zwar aus eingeschriebenen Partnern, aber keiner davon verkauft aktiv. Der Infinity-Bonus läuft auf null, weil kein Teamumsatz fließt. Der Management-Bonus greift nicht, weil keine Junior-Verkäufe stattfinden.
Das zeigt eine wichtige Trennlinie im Vergütungsplan: Rang-Qualifikation und Einkommens-Qualifikation sind zwei verschiedene Dinge. Den Rang erreiche ich durch Einschreibungen und Struktur. Das Einkommen aus diesem Rang entsteht nur durch aktive Verkäufe in der Struktur.
Wer das versteht, investiert Zeit nicht nur in das Einschreiben neuer Partner, sondern in deren Aktivierung. Denn ein aktiver Partner auf Tier 1 ist einkommenswirksamer als drei inaktive Partner auf Tier 2.
Wie sich Einkommen aufbaut: Ein Rechenbeispiel
Ein Muster, das ich so oder ähnlich schon viele Male in Zahlen durchgerechnet habe: Ein Senior (IBDS) mit vier aktiven Partnern auf Tier 1 und sechs auf Tier 2. Alle Zahlen sind Beispielrechnungen, die tatsächlichen Werte variieren je nach Produktwahl und Aktivität.
| Einkommensquelle | Basis | Satz | Beispielbetrag |
|---|---|---|---|
| Persönlicher Verkauf (1 Gerät) | ~5.890 € | 25 % | ~1.470 € |
| Tier 1 (4 Verkäufe) | ~23.560 € | 8 % | ~1.885 € |
| Tier 2 (6 Verkäufe) | ~35.340 € | 3 % | ~1.060 € |
| Monatlich gesamt | ~4.415 € |
Diese Beispielrechnung zeigt, warum Tier-Tiefe wichtig ist. Nicht der eigene Verkauf allein, sondern die Kombination aus persönlichem Abschluss und Teamumsatz ergibt das Gesamtbild. Wer diese Tabelle zum ersten Mal sieht, unterschätzt typischerweise, wie stark Tier 2 ins Gewicht fällt – besonders wenn das Team wächst.
Was die häufigste Frage in meiner Community zeigt
In der Momentum-Macher-Gruppe taucht genau dieses Thema regelmäßig auf: Partner zeigen Berechnungen, die nur ihre persönliche Provision enthalten – und sich wundern, warum das Einkommen nicht wächst, obwohl sie fleißig sind.
Das zeigt, wie weit verbreitet das Missverständnis ist, dass Direktvertrieb primär durch eigene Abschlüsse funktioniert. Bei Bemer ist das anders: Das Tier-Modell belohnt aktiv das Teamwachstum. Wer dauerhaft nur auf seine eigenen Verkäufe schaut, optimiert die falsche Variable.
Die Partner, die in meiner Community am schnellsten Fortschritte zeigen, sind nicht zwingend die besten Verkäufer. Sie sind diejenigen, die verstehen, dass Tier 1 und Tier 2 zusammen mehr einbringen als persönliche Einzelabschlüsse. Sobald dieser Zusammenhang klar ist, verändert sich das gesamte Denken – weg vom Solo-Verkäufer, hin zur Teamarchitektur.
Und diese Verschiebung im Denken ist messbar: in der Vergütungsabrechnung des Folgemonats.
Steuern und selbstständige Tätigkeit
Alle Provisionen aus dem Bemer-Vergütungsplan fließen als selbstständiges Einkommen. Das bedeutet: Vertriebspartner sind keine Angestellten der Bemer Group, sondern unabhängige Distributeuren (IBDs). Damit gelten die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Regeln des jeweiligen Wohnsitzlandes.
In Österreich und Deutschland bedeutet das konkret: Ab einer bestimmten Umsatzgrenze besteht Gewerbeanmeldepflicht, Einnahmen fließen in die Einkommensteuererklärung, und Umsatzsteuer kann je nach Größenklasse relevant werden. Provisionen, Boni und Management-Vergütungen zählen alle als Betriebseinnahmen.
Als Trainer erlebe ich regelmäßig, dass Partner ihre Bemer-Einnahmen zunächst wie Hobby-Nebenverdienst behandeln und erst nach dem ersten größeren Abschluss einen Steuerberater aufsuchen. Sinnvoller ist es, diesen Schritt vor dem ersten aktiven Monat zu machen – weil die Frage nach Umsatzsteuer und Gewerbepflicht von Beginn an gilt, nicht erst wenn die Beträge groß werden.
FAQ
Wie viel verdient man als Bemer Vertriebspartner wirklich?
Das hängt direkt vom Rang und von der Teamaktivität ab. Als Junior liegt die Provision pro Geräteverkauf bei rund 17 % (ca. 1.000 € beim Premium-Set), als Senior bei 25 % (ca. 1.470 €).
Dazu kommen Tier-1- und Tier-2-Provisionen auf Teamverkäufe. Wer kein Team hat, verdient ausschließlich auf eigene Abschlüsse. Das Einkommen skaliert erst dann überproportional, wenn Team Manager- oder höhere Ränge mit aktiven Teams kombiniert werden. Der BEMER Income Disclosure Statement (US) zeigt, dass die überwältigende Mehrheit der Einsteiger im unteren Provisionsbereich liegt, während höhere Ränge deutlich mehr verdienen – aber auch deutlich seltener vertreten sind.
Wie steigt man vom Junior zum Senior auf?
Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir klar, dass dieser Schritt von vielen unterschätzt wird – weil er rein automatisch passiert, sobald 5.000 Verkaufspunkte gesammelt sind.
Ein Bemer Premium-Set Evo bringt 1.350 Punkte, das Horse Set ebenfalls. Für den Aufstieg braucht es also rechnerisch rund vier vollständige Geräteverkäufe. Wer schneller aufsteigen möchte, kann mehrere Produktlinien kombinieren oder Teamverkäufe hinzurechnen – wobei die Punkte für den Rang-Aufstieg von Junior zu Senior aus persönlichen und Teamverkäufen zusammenkommen können.
Was ist der Infinity-Bonus bei Bemer?
Der Infinity-Bonus ist eine Provision, die du ab Group Leader auf alle Umsätze deines Teams erhältst – auf allen Ebenen, ohne Tier-Limit. Bei GL beträgt er 1,5 %, bei Team Manager 3 %.
Ab Organizational Manager und Organizational Director kommen weitere 2 % aus den Linien der jeweiligen TM- und OM-Partner hinzu. Der Begriff „Infinity“ bezieht sich auf die Tiefe: Es gibt keine feste Tier-Begrenzung nach unten. Solange das Team Umsatz generiert, läuft dieser Bonus – unabhängig davon, wie viele Ebenen tief die Verkäufe stattfinden.
Muss ich als Bemer-Partner selbst ein Gerät kaufen?
Nein. Unabhängige Bemer-Distributeuren sind vertraglich nicht verpflichtet, ein Produkt zu kaufen. Der Einstieg erfordert eine Registrierungsgebühr sowie eine jährliche Erneuerung, aber keinen Pflichtkauf.
In der Praxis entscheiden sich viele Partner dennoch für ein eigenes Gerät – weil persönliche Erfahrung im Verkaufsgespräch eine Rolle spielt. Das ist eine individuelle Entscheidung, keine Pflichtvoraussetzung für die Provisionsqualifikation. Wer als Trainee einsteigt, benötigt allerdings einen qualifizierenden Verkauf, um vom Trainee-Status zum aktiven Junior zu werden.
Was passiert, wenn ich einen Monat lang nichts verkaufe?
Der Rang bleibt erhalten. Bemer hat ein Modell mit dauerhaften Kommissionsrängen – was bedeutet, dass ein erreichter Rang nicht durch Inaktivität in einem einzelnen Monat verloren geht.
In meiner Arbeit mit Partnern zeigt sich aber, dass diese Frage oft mit einer anderen verwechselt wird: der Frage nach den Provisionen. Wer nichts verkauft und kein aktives Team hat, verdient in diesem Monat nichts – das ist mathematisch unvermeidbar. Der Rang bleibt, das Einkommen aber nicht.
Wie qualifiziert man sich für Group Leader?
Für Group Leader braucht es 5 Senior-Partner auf Tier 1 sowie insgesamt 20 Partner (Junior oder Senior) auf Tier 1 und Tier 2 kombiniert. Also 5 Seniors auf erster Ebene plus 15 weitere Juniors oder Seniors auf den ersten zwei Ebenen.
Der Häufigste Irrtum, den ich zu dieser Frage korrigiere: Viele Partner zählen alle eingeschriebenen Partner, egal ob aktiv oder nicht. Die Qualifikation basiert jedoch auf dem Status der Partner (Junior/Senior), nicht nur auf der Einschreibung. Ein eingeschriebener Trainee ohne qualifying sale zählt für diese Qualifikation nicht als vollständiger Partner.
Verdient der Upline auf meine Kosten mit?
Nein. Bemer zahlt Provisionen aus dem firmeninternen Provisionspool – nicht durch Kürzung der Provision anderer. Dein Sponsor erhält Provisionen auf dieselbe Transaktion, die auch du provisionierst, ohne dass deine eigene Auszahlung dadurch reduziert wird.
Dieser Mechanismus ist in fast allen Network Marketing Vergütungsplänen ähnlich konstruiert, führt aber regelmäßig zu Missverständnissen, weil viele Einsteiger annehmen, der Kuchen sei fix groß und mehrere Anteile daraus würden zwangsläufig den eigenen verkleinern. Bei Bemer und vergleichbaren Strukturen gilt das nicht.
Wie hoch ist der Unterschied zwischen Team Manager und Group Leader wirklich?
Der Unterschied liegt vor allem im Infinity-Bonus (1,5 % bei GL gegenüber 3 % bei TM) und im Management-Bonus auf Junior-Verkäufe (2 % bei GL gegenüber 4 % bei TM).
Bei einem Team mit 20 aktiven Verkäufern macht dieser Unterschied schnell mehrere hundert Euro pro Monat aus. Ein Muster, das ich so schon viele Male in Zahlen nachvollzogen habe: Wer zwei Jahre auf GL bleibt, ohne TM anzustreben, verzichtet oft auf 3.000–5.000 € kumulierter Provision im Vergleich zu einem gleichgroßen Team auf TM-Ebene – je nach Aktivitätslevel. Das sind keine kleinen Beträge, wenn man sie über ein Jahr aufsummiert.
Welche Steuern zahle ich auf Bemer-Provisionen in Österreich?
Alle Provisionseinkünfte als unabhängiger Bemer-Distributeur fließen in die Einkommensteuererklärung als gewerbliche Einkünfte. Je nach Jahresumsatz greift außerdem die Umsatzsteuerpflicht – in Österreich ab der gesetzlichen Kleinunternehmergrenze.
Darüber hinaus ist bei regelmäßiger Tätigkeit eine Gewerbeanmeldung erforderlich. Wer bereits selbstständig tätig ist, integriert die Bemer-Einnahmen in die bestehende Buchhaltung. Wer erstmals selbstständig tätig wird, klärt diese Punkte idealerweise mit einem Steuerberater, bevor die ersten Auszahlungen fließen – weil die sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen (SVS-Pflichtversicherung) rückwirkend gelten.
Kann man mit Bemer wirklich Vollzeiteinkommen erzielen?
Ja – aber das setzt voraus, dass man sowohl persönliche Abschlüsse macht als auch ein aktives Team aufbaut. Die offiziellen Einkommensstatistiken zeigen, dass ein sehr kleiner Prozentsatz der Partner Vollzeiteinkommen erreicht. Das liegt nicht am Vergütungsplan, sondern an der Aktivitätsrate.
Der Plan selbst ist so konstruiert, dass schon auf Senior-Ebene mit einem eigenen Abschluss pro Monat ein relevantes Nebeneinkommen entsteht. Team Manager mit aktivem Team können deutlich darüber hinausgehen. Die Spitzenränge (Organizational Manager, Organizational Director) zeigen in der Income Disclosure, dass monatliche Beträge im vierstelligen bis fünfstelligen Bereich rechnerisch möglich sind – bei entsprechender Teamgröße und Aktivität.
Was du jetzt weißt – und die meisten nicht
Der Vergütungsplan belohnt keine Einschreibungen. Er belohnt Verkäufe. Das klingt simpel, aber dieser eine Satz trennt die Partner, die nach drei Monaten enttäuscht sind, von denen, die drei Jahre später noch aktiv sind.
Ich habe erlebt, dass Partner mit kleinen Teams mehr verdienen als andere mit großen – weil kleine, aktive Teams mehr Umsatz erzeugen als große, passive. Deshalb lohnt sich der Blick in die eigene Vergütungsabrechnung mit einer einzigen Frage: Wie viel kommt von mir, und wie viel kommt vom Team? Diese Zahl zeigt dir, wo du stehst. Und sie zeigt dir auch, wo dein nächster Schritt liegt.
Rock it!
Dein Willi