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Crowd1 Warnung gerechtfertigt wegen Vergütungsplan? Wichtige Backoffice Erfahrungen

Ja, die Warnungen sind real. Mehrere Finanzaufsichtsbehörden weltweit haben offizielle Warnhinweise zu Crowd1 herausgegeben – und der Vergütungsplan steht dabei klar im Mittelpunkt der Kritik. Was genau den Behörden auffällt, wie der Plan aufgebaut ist und was du im Backoffice tatsächlich siehst: Das zeige ich dir hier Schritt für Schritt.

Ich begleite seit Jahren Network Marketing Partner, die sich über Firmen wie Crowd1 informieren wollen – manche kommen zu mir, weil jemand sie angeworben hat, andere weil sie selbst schon drin sind und Fragen zum Backoffice haben. Aus dieser Arbeit heraus kenne ich die häufigsten Fragen und die häufigsten Missverständnisse rund um dieses Thema genau. Dieser Artikel fasst zusammen, was ich dabei beobachte.

Was ist Crowd1 überhaupt?

Crowd1 Network Ltd. bezeichnet sich selbst als Affiliate-Marketing-Unternehmen. Die Firma bietet Mitgliedschaftspakete an, über die Affiliates Zugang zu einer Plattform erhalten, auf der sie digitale Produkte und Bildungsinhalte vermarkten sollen.

Das Unternehmen registriert sich mit verschiedenen Adressen, darunter Dubai, jedoch variieren die Angaben je nach Dokument. Die Mitgliedschaft läuft über Paketstufen, die mit zunehmend höherem Einsatz mehr Provisionen versprechen.

Die vier Mitgliedschaftspakete

Der Einstieg läuft ausschließlich über den Kauf eines dieser Pakete:

PaketKostenEnthaltene „Owner Rights Shares“
White€ 99€ 100 in Anteilen
Black€ 299€ 300 in Anteilen
Gold€ 799€ 1.000 in Anteilen
Titanium€ 2.499€ 3.500 in Anteilen

Ein Muster, das ich so schon viele Male begleitet habe: Partner, die mit White starten, wechseln nach kurzer Zeit auf Titanium – weil die versprochenen Auszahlungslimits auf unteren Ebenen den Aufwand nicht rechtfertigen. Die Tabelle sieht auf den ersten Blick nach einem attraktiven Hebel aus, doch die tatsächlichen Auszahlungsregeln im Vergütungsplan verändern das Bild erheblich.

Wie der Vergütungsplan aufgebaut ist

Das binäre System

Crowd1 nutzt ein binäres Vergütungsmodell. Das bedeutet: Jeder Affiliate hat zwei Beine – links und rechts. Neue Partner platziert man in einem der beiden Beine, und der Crowd Bonus berechnet sich aus dem schwächeren Bein.

Konkret funktioniert das so: Jeder Paketkauf erzeugt sogenannte Binary Value (BV)-Punkte. Der Crowd Bonus zahlt täglich auf das Backoffice-Konto – allerdings nur, wenn bestimmte Aktivitätspunkte (Activity Points, AP) monatlich erreicht sind.

Activity Points als Voraussetzung

Damit der Crowd Bonus überhaupt fließt, braucht jeder Affiliate eine Mindestanzahl an Activity Points pro Monat. Diese AP entstehen durch Käufe im sogenannten C-Store – dem internen Shop auf crowd1.com.

Das heißt konkret: Wer nicht regelmäßig im C-Store kauft, verliert seinen Anspruch auf Boni. Eine 31-tägige Grace Period nach der Anmeldung gilt als Ausnahme.

Matching Bonus und wöchentliche Obergrenzen

Der Matching Bonus zahlt einen Prozentsatz basierend auf den Crowd Bonuses der direkt gesponserten Teammitglieder. Nur Affiliates mit Entrepreneur-Status – also mit erfüllten Aktivitätspunkten – erhalten diesen Bonus.

Zusätzlich gibt es ein Weekly Cap, also eine wöchentliche Auszahlungsgrenze:

  • Network Level 0–13: maximal 200.000 BP pro Woche
  • Titanium-Mitglieder haben dabei höhere Obergrenzen als Non-Titanium-Mitglieder
  • Network Level 14–21: eigene Tabellenwerte, je nach Stufe unterschiedlich

Was die meisten beim Vergütungsplan übersehen

Der häufigste Irrtum, den ich zu dieser Frage korrigiere, ist der: Viele glauben, der Crowd Bonus sei ein passives Einkommen aus bereits aufgebautem Netzwerk. Das stimmt so nicht.

Der Bonus hängt direkt an der laufenden AP-Qualifikation. Wer einen Monat lang nichts im C-Store kauft, verliert – laut den offiziellen Terms and Conditions – den Anspruch auf alle aufgelaufenen Boni. Das steht schwarz auf weiß in Abschnitt 4.2 des Vergütungsplans: „All rights to current and future Bonuses […] are forfeited.“

Was das in der Praxis bedeutet: Ein Partner, der sich drei Monate gut entwickelt hat, aber dann einen Monat lang keine AP generiert, startet de facto von vorn – zumindest was die Bonusberechtigung betrifft. Das ist kein Randpunkt im Kleingedruckten, sondern ein zentrales Strukturmerkmal.

Warum das wichtig ist: Der Verdienst bleibt also nicht stabil, sobald ein Netzwerk „steht“. Wer aufhört zu kaufen, hört auch auf zu verdienen. Das unterscheidet dieses Modell fundamental von passivem Einkommen im klassischen Sinne.

Für die eigene Entscheidungsfindung bedeutet das: Die Frage ist nicht nur „Wie groß ist mein Team?“, sondern „Wie viele meiner Teammitglieder kaufen aktiv jeden Monat?“ Nur diese Zahl ist vergütungsrelevant.

Welche Behörden haben Warnungen ausgesprochen?

Hier liegt eines der am stärksten dokumentierten Felder rund um Crowd1. Zahlreiche Regulierungsbehörden haben sich öffentlich positioniert:

  • Philippinen: Crowd1 erhielt ein Verbot der Securities and Exchange Commission
  • Namibia: Offizielles Verbot durch die zuständige Behörde
  • Weitere Länder: Warnhinweise in über 18 Ländern, darunter europäische Märkte
  • Schweden: Im November 2022 eröffnete die schwedische Staatsanwaltschaft eine Voruntersuchung gegen drei führende Personen von Crowd1 wegen des Verdachts auf schwere Geldwäsche
  • BBC Africa: Veröffentlichte ein kritisches Reportage-Format zu Crowd1 im November 2020

Der Kern der behördlichen Kritik lautet in fast allen Fällen identisch: Crowd1 biete kein Produkt oder keine Dienstleistung von angemessenem Eigenwert an. Der Hauptumsatz entstehe durch den Verkauf neuer Mitgliedschaften.

Was 16 Jahre Branchenerfahrung dazu zeigen

Nach 16 Jahren in dieser Branche erkenne ich das Muster sehr schnell: Wenn der Vergütungsplan eines Unternehmens ausschließlich über Rekrutierungsboni funktioniert und das Produkt selbst kaum eigenständig am Markt verkaufbar wäre, dann ist die wirtschaftliche Grundlage instabil.

Das ist keine Meinung, sondern eine strukturelle Beobachtung. Seriöse Network Marketing Firmen haben ein echtes Endkunden-Geschäft – also Menschen, die die Produkte kaufen, weil sie sie wollen, nicht weil sie Affiliate werden wollen. Dieser Unterschied trennt nachhaltiges Business von kurzfristigen Strukturen.

Bei Crowd1 stellt sich genau diese Frage: Was kauft ein Mensch, der kein Affiliate werden möchte? Die Antwort darauf findet sich im Vergütungsplan selbst – denn die gesamte Struktur dreht sich um den Paketkauf als Eintrittspreis, nicht um den Produktkonsum.

Ich habe Firmen erlebt, die anfangs ähnlich strukturiert waren und nach wenigen Jahren nicht mehr existierten – nicht weil die Menschen schlechte Arbeit geleistet haben, sondern weil das Modell keinen echten Produktfluss erzeugt. Das Fundament war nicht tragfähig.

Für jeden, der Crowd1 ernsthaft prüft, lautet deshalb die entscheidende Frage: Würde ich das angebotene Bildungspaket kaufen, wenn es keinerlei Provisionsstruktur gäbe? Wenn die Antwort „Nein“ lautet, ist das ein relevantes Signal.

Das Backoffice: Was man dort sieht

Struktur und Aufbau

Das Backoffice von Crowd1 ist über crowd1.com zugänglich und erfordert nach dem Login eine reCAPTCHA-Prüfung. Affiliates sehen nach dem Einloggen folgende Hauptbereiche:

  • Persönliches Konto: Aktuelles Guthaben in BP (Business Points) und ausstehende Auszahlungsanfragen
  • Binary-Übersicht: Größe und BP-Volumen des linken und rechten Beins
  • Tagesbonus-Verlauf: Crowd Bonus-Einträge pro Tag, sofern die AP-Voraussetzung erfüllt ist
  • Account Settings: Platzierungseinstellungen für neue direkte Einladungen (links oder rechts)
  • C-Store-Zugang: Interner Shop für den Kauf von Activity-Point-relevanten Produkten

Auszahlungsanfragen

Affiliates stellen Auszahlungsanfragen direkt im Backoffice. Crowd1 verarbeitet diese wöchentlich. Dabei gilt das Weekly Cap – wer mehr als die zulässige Obergrenze angesammelt hat, muss mehrere Auszahlungszyklen einplanen.

Zusätzlich gilt: Falls ein Affiliate gegen die Terms and Conditions verstößt oder einer KYC-Anfrage (Know Your Customer) nicht innerhalb von 14 Tagen nachkommt, verfallen laut Abschnitt 4.2 alle Bonusansprüche.

Was ich täglich mit Partnern erlebe

In meiner täglichen Arbeit mit Partnern sehe ich immer wieder, dass die Backoffice-Zahlen anders interpretiert werden als es der Vergütungsplan tatsächlich vorsieht.

Konkret: Viele sehen ein steigendes BP-Guthaben auf ihrem Konto und gehen davon aus, dass dieses Guthaben direkt in Euro umrechenbar ist. Das stimmt nicht so einfach – denn Crowd1 Rewards unterliegen einem internen Wechselkurs, der sich laut offiziellen Dokumenten ändern kann.

Ein Partner zeigte mir einmal seinen Backoffice-Stand mit scheinbar 15.000 BP. Er rechnete das direkt in Euro um und war überzeugt, er habe diesen Betrag „verdient“. Doch der tatsächliche Auszahlungsbetrag nach Anwendung des aktuellen Wechselkurses und der wöchentlichen Obergrenze war deutlich niedriger.

Das ist keine Ausnahmesituation. Es ist ein strukturelles Merkmal dieses Systems, das sich aus dem Verhältnis zwischen BP, Crowd1 Rewards und dem internen Kurs ergibt. Wer das Backoffice liest, ohne den Vergütungsplan zu kennen, kommt zu falschen Zahlen.

Deshalb lautet meine konkrete Empfehlung an alle, die Backoffice-Daten auswerten wollen: Zuerst den aktuellen Wechselkurs zwischen BP und Crowd1 Rewards aus dem offiziellen Dokument herauslesen, dann erst rechnen.

KYC-Anforderungen im Backoffice

Crowd1 führt KYC-Prüfungen durch. Affiliates erhalten entsprechende Anfragen über das Backoffice oder per E-Mail. Die Anforderungen umfassen typischerweise:

  1. Lichtbildausweis (Reisepass oder Personalausweis)
  2. Adressnachweis (nicht älter als drei Monate)
  3. Gegebenenfalls Herkunftsnachweis für Zahlungen

Die 14-Tages-Frist zur Beantwortung einer KYC-Anfrage steht direkt im Vergütungsplan. Nach Ablauf ohne Reaktion sieht das System eine automatische Kontoeinschränkung vor.

Account-Regeln laut Terms and Conditions

Die offiziellen Nutzungsbedingungen von Crowd1 enthalten einige klare Regelungen, die das Backoffice direkt betreffen:

Ein Account pro Person: Wer zwei Accounts anlegt – ob unter eigenem Namen oder einem Pseudonym – riskiert laut den Terms and Conditions die sofortige Sperrung beider Konten inklusive Verfall aller Guthaben.

Cross-Line-Verbot: Das aktive Aufbauen eines parallelen Businesses unter falschen Namen führt laut den offiziellen Bedingungen zur Kontoauflösung ohne Rückerstattung.

Betrugs-Klausel: Versuche, die Einkonto-Regelung zu umgehen, führen zur Kündigung aller beteiligten Konten – nicht nur des zweiten.

Ein Muster, das ich viele Male begleitet habe

Ein Verlauf, den ich so oder ähnlich schon viele Male begleitet habe: Jemand steigt bei Crowd1 mit dem Titanium-Paket ein, baut in den ersten zwei bis drei Monaten aktiv ein Team auf und sieht im Backoffice wachsende BP-Zahlen.

Dann kommt der erste Rückschlag: Einige direkte Partner kaufen keine AP mehr. Damit fällt die Matching-Bonus-Basis dieser Partner weg. Die eigenen Einnahmen sinken, obwohl das Team auf dem Papier noch gleich groß ist.

In dieser Phase beginnen viele, das Backoffice intensiv zu analysieren – und stoßen dabei auf Regeln im Vergütungsplan, die sie beim Einstieg nicht gelesen haben. Die AP-Pflicht war bekannt, aber nicht als zentrales Risiko eingestuft worden.

Was danach passiert, hängt stark davon ab, wie ehrlich die Person zu sich selbst ist. Wer versteht, wie das Modell wirklich funktioniert, trifft dann eine informierte Entscheidung. Wer hofft, dass das Backoffice sich irgendwie selbst repariert, wartet meistens vergeblich.

Der Unterschied zwischen einem klaren Ergebnis und einem langen Schwebezustand liegt fast immer darin, ob jemand bereit ist, die Zahlen und die Regelwerke gemeinsam zu lesen – und nicht nur das Dashboard allein.

Vergleich: Vergütungsstruktur im Überblick

MerkmalCrowd1 Modell
BonusmodellBinär (zwei Beine, schwächeres Bein zählt)
Voraussetzung für BoniMonatliche Activity Points aus C-Store-Käufen
TagesbonusCrowd Bonus – täglich ins Backoffice, wöchentlich auszahlbar
Wöchentliches Maximum200.000 BP (Non-Titanium), höher für Titanium
Matching BonusNur für Entrepreneur-Status mit erfüllten AP
KontoregelnEin Account pro Person, kein Cross-Line-Building
KYC-Frist14 Tage bei Anfrage, sonst Bonusverfall
BonusverfallBei Regelverstoß oder fehlenden AP: vollständiger Verfall

Diese Tabelle spiegelt den Stand der offiziellen Crowd1 Dokumente wider – tatsächliche Werte können je nach Versionierung des Vergütungsplans variieren, da Crowd1 Änderungen vornimmt.

Was der Blick über mehrere Firmen zeigt

Der Blick über viele verschiedene Network Marketing Unternehmen hinweg macht einen strukturellen Unterschied sehr deutlich: Bei gesunden Vergütungsplänen steht das Produkt am Anfang, der Bonus kommt danach. Bei Crowd1 ist es umgekehrt – das Paket ist gleichzeitig Produkt, Eintrittsgeld und Bonusvoraussetzung.

Das ist kein absolutes Qualitätsmerkmal, aber ein Signal, das man einordnen muss. Ich habe Dutzende Vergütungspläne analysiert – von FitLine über doTERRA bis hin zu kleineren europäischen Firmen. Der gemeinsame Nenner der stabilen Modelle: Es gibt echte Endkunden, die das Produkt kaufen, ohne je selbst Affiliate zu werden.

Bei Crowd1 fehlt dieser Puffer. Wenn das Rekrutieren nachlässt, bricht der gesamte Provisionsfluss zusammen – weil keine externe Nachfrage da ist, die das System trägt. Das ist keine Kritik an einzelnen Partnern, sondern eine sachliche Strukturbeobachtung.

Was ich in vielen Jahren auch gelernt habe: Je höher das Einstiegspaket, desto größer ist der Druck auf neue Partner, ebenfalls ein teures Paket zu kaufen – damit das eigene Binary-Bein ausbalanciert bleibt. Dieser Mechanismus ist kein Zufall, sondern Teil der Konstruktion.

Wer das versteht, kann danach bewusst entscheiden – und das ist der einzige Zweck dieser Einordnung.

FAQ

Warum wurde Crowd1 in manchen Ländern verboten?

Auf den Philippinen und in Namibia spricht die zuständige Behörde jeweils von einem Modell, das kein eigenständig verkaufbares Produkt anbietet. Der Erlös der Mitglieder stammt laut diesen Behörden primär aus der Werbung neuer Mitglieder, nicht aus dem Verkauf von Produkten an externe Endkunden.

Auf den Philippinen erließ die Securities and Exchange Commission ein formelles Verbot. In Namibia folgte ein ähnlicher Beschluss. In Schweden eröffnete die Staatsanwaltschaft eine Voruntersuchung gegen drei führende Personen, mit dem Verdacht auf schwere Geldwäsche. Die Behörden in über 18 weiteren Ländern gaben offizielle Warnhinweise heraus – darunter europäische Märkte. Das Kernargument in beinahe allen Fällen ist identisch: kein nachweisbarer Produktwert unabhängig von der Mitgliedschaft.

Was passiert, wenn ich meine Activity Points nicht erreiche?

Dann verlierst du deinen Anspruch auf Crowd Bonus und Matching Bonus für diesen Monat – und laut Abschnitt 4.2 des Vergütungsplans auch auf bereits aufgelaufene Boni.

In meiner täglichen Arbeit mit Partnern sehe ich immer wieder, dass genau dieser Punkt beim Einstieg unterschätzt wird. Die AP-Pflicht taucht in Präsentationen oft nur am Rand auf. Im offiziellen Dokument ist sie jedoch eindeutig: Wer die Mindestanforderung an Activity Points nicht erfüllt, verliert alle Bonusansprüche der aktuellen Periode – ohne Ausnahme, außer in der 31-tägigen Grace Period nach der Anmeldung.

Wie funktioniert die Auszahlung aus dem Backoffice?

Crowd1 zahlt wöchentlich aus. Du stellst eine Auszahlungsanfrage im Backoffice, und Crowd1 verarbeitet diese im nächsten wöchentlichen Zyklus – sofern das Weekly Cap nicht überschritten ist.

Liegt dein Guthaben über dem wöchentlichen Maximum, erhältst du nur einen Teil pro Woche. Der Rest bleibt im Backoffice stehen. Außerdem gilt: BP-Guthaben rechnet Crowd1 über einen internen Wechselkurs in Crowd1 Rewards um, bevor die Auszahlung erfolgt. Dieser Kurs ist nicht fix, sondern richtet sich laut offizieller Formulierung nach dem aktuellen Kurs zum Zeitpunkt der Auszahlung.

Was bedeutet KYC bei Crowd1 und wann kommt diese Anfrage?

KYC steht für Know Your Customer – eine Identitätsprüfung. Crowd1 fordert diese bei bestimmten Ereignissen an, etwa vor höheren Auszahlungen oder bei auffälligen Kontobewegungen.

Der häufigste Irrtum, den ich zu dieser Frage korrigiere: Viele glauben, KYC sei nur eine Formalität. Das stimmt insofern nicht, als Crowd1 in seinem Vergütungsplan explizit festhält, dass das Konto bei Nichterfüllung innerhalb von 14 Tagen eingeschränkt wird und alle Bonusansprüche verfallen. Die erforderlichen Dokumente sind typischerweise ein Lichtbildausweis und ein aktueller Adressnachweis. Wer diese Anfrage erhält, sollte innerhalb der Frist reagieren – sonst gilt der Verfall als automatisch ausgelöst.

Kann ich zwei Crowd1-Accounts haben?

Nein. Die Terms and Conditions sind eindeutig: Ein Mitglied, ein Account. Wer einen zweiten Account unter eigenem Namen oder einem Pseudonym anlegt, riskiert die sofortige Sperrung beider Konten. Dazu kommt der Verfall aller Guthaben und ausstehenden Auszahlungsanfragen – für beide Konten gleichzeitig.

Das Cross-Line-Verbot gilt dabei ebenso: Wer ein paralleles Business unter anderem Namen aufbaut, verliert ebenfalls alle Accounts. Die Firma unterscheidet dabei nicht zwischen bewusstem Betrug und technischen Missverständnissen – die Konsequenz ist in beiden Fällen gleich.

Welche Produkte bietet Crowd1 tatsächlich an?

Crowd1 bietet digitale Bildungsinhalte und Zugang zu Partner-Angeboten über den sogenannten C-Store an. Der C-Store dient gleichzeitig als Quelle für Activity Points.

Nach meiner Beobachtung aus der Begleitung von Partnern taucht genau diese Frage regelmäßig in der Momentum-Macher-Gruppe auf, und dabei zeigt sich: Die Mehrheit der Affiliates kauft C-Store-Produkte primär wegen der AP-Pflicht, nicht wegen des Eigenwertes der Produkte. Das ist ein relevanter struktureller Hinweis, den jede Person für sich selbst einordnen kann.

Wie berechnet sich der Crowd Bonus konkret?

Der Crowd Bonus basiert auf dem Binary Value (BV) – also auf den Paketkäufen in beiden Teambeinen. Ausgezahlt wird jeweils auf Basis des schwächeren Beins, wahlweise im Verhältnis 1:1, 1:2 oder 1:3.

Ein Beispielrechnung – mit dem Hinweis, dass die tatsächlichen Zahlen je nach Paketmix und AP-Status variieren: Wenn das schwächere Bein in einem Tageszyklus 1.000 BV aufgebaut hat und die Qualifikation für 1:1 gilt, dann erhält der Affiliate den entsprechenden Crowd-Bonus-Anteil für diese 1.000 BV. Das klingt einfach – aber der relevante Faktor ist, ob die monatlichen AP vor Ablauf des Monats erfüllt sind. Fehlen diese, fällt auch dieser Bonus weg, unabhängig davon, wie viel BV entstanden ist.

Was passiert mit dem Backoffice-Guthaben bei Kündigung?

Bei einer regulären Kündigung oder einem Verstoß gegen die AGB verfallen laut Abschnitt 4.2 der offiziellen Bedingungen alle Bonusansprüche sowie ausstehende Auszahlungsanfragen. Das Guthaben geht an die Firma zurück.

Das gilt explizit auch für Fälle, in denen die Kündigung durch Crowd1 ausgelöst wird – etwa wegen Cross-Line-Building oder fehlender KYC-Dokumente. Wer also ein Auszahlungsguthaben aufgebaut hat und dann gegen eine der Accountregeln verstößt, verliert dieses Guthaben vollständig.

Wer steckt hinter Crowd1?

Crowd1 Network Ltd. hat mehrere Gründer und Leitfiguren, darunter Jonas Werner und Serge Kremer. Der frühere schwedische Internetunternehmer Johan Staël von Holstein war zeitweise prominent in der Außenkommunikation aktiv und trat im Dezember 2020 zurück – offiziell aus gesundheitlichen Gründen.

Die Firma trat anfangs mit Hauptsitz in Malta auf, später auch mit Adressangaben in Dubai. Dokumente nennen die HDS Tower-Adresse in den Jumeirah Lakes Towers. Wesentliche Eigentümer- und Kontrollstrukturen sind öffentlich nicht vollständig transparent.

Was unterscheidet legitimes Network Marketing von Crowd1?

Legitimes Network Marketing gemäß den Grundsätzen der World Federation of Direct Selling Associations (WFDSA) basiert auf dem Verkauf von Produkten an externe Endkunden, die keine Affiliate-Absicht haben. Der Provisionsplan belohnt diesen Produktfluss.

Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir klar, dass der entscheidende Trennpunkt zwischen nachhaltigem Network Marketing und einem kurzlebigen Rekrutierungsmodell genau hier liegt: Gibt es Endkunden ohne Business-Interesse? Bei Firmen wie FitLine, doTERRA oder LR existiert dieser Endkundenmarkt nachweisbar. Bei Crowd1 fehlt er strukturell – denn das Produkt (das Bildungspaket) ist ohne Affiliate-Funktion kaum kaufmotivierend. Dieser Unterschied ist nicht akademisch, sondern bestimmt direkt, ob das Modell langfristig funktioniert oder nicht.

Was du jetzt weißt – und die meisten nicht

Die Warnung ist gerechtfertigt. Und zwar nicht weil Crowd1 böse Menschen beschäftigt, sondern weil der Vergütungsplan strukturell so aufgebaut ist, dass er ohne ständige Rekrutierung nicht funktioniert. Das Backoffice zeigt schöne Zahlen – aber diese Zahlen hängen an AP-Regeln, Wechselkursen und wöchentlichen Obergrenzen, die bei einer oberflächlichen Betrachtung unsichtbar bleiben.

Ich denke, dass viele Menschen bei Crowd1 mit echten Absichten gestartet sind. Das ändert nichts an der Struktur des Modells. Und genau deshalb ist es wichtig, diese Strukturen zu kennen – damit du jede Entscheidung mit offenen Augen triffst, nicht weil jemand dir etwas versprochen hat.

Network Marketing als Modell funktioniert. Aber nur dort, wo echte Produkte echte Menschen erreichen, die diese Produkte wollen – unabhängig davon, ob diese Menschen selbst verdienen wollen. Das ist kein Ideal, das ist der Maßstab.

Rock it!
Dein Willi

PS: So gewann ich +800 Erstlinien bei Fitline.