Das Mandantenportal ist das digitale Herzstück zwischen Berater und Mandant bei der Telis Finanz AG. Wer darüber nachdenkt, als Berater einzusteigen, sollte verstehen, wie dieses System funktioniert, was es Beratern und Mandanten bietet – und welche Rahmenbedingungen des gesamten Telis-Modells dabei eine Rolle spielen.
Ich beobachte das Telis-System seit Jahren aus der Perspektive eines Network-Marketing-Trainers. Immer wieder fragen mich Menschen, ob der Einstieg als Telis-Berater sinnvoll ist. Diese Frage lässt sich nicht mit Ja oder Nein beantworten – sie erfordert ein genaues Hinschauen auf Struktur, Portal, Vergütung und Realitäten des Alltags. Deshalb bekommst du hier einen vollständigen Überblick, damit du eine fundierte Entscheidung treffen kannst.
Was ist das Telis Mandantenportal überhaupt?
Das TELIS Mandantenportal ist eine digitale Plattform, die Mandanten – also Kunden der Telis Finanz – einen zentralen Überblick über ihre gesamte Finanzsituation gibt. Die Plattform läuft unter mandanten.telis-finanz.de und erfordert einen persönlichen Login.
Nach dem Einloggen sieht der Mandant sofort:
- Eine Übersicht aller laufenden Verträge (Versicherungen, Vorsorge, Finanzierungen)
- Eine Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben
- Wo noch Absicherungsbedarf besteht
- Aktuelle Dokumente und Informationen rund um seine Finanzen
Das Portal dient demnach als digitaler Service-Ordner. Der Mandant behält den Überblick – egal, ob er gerade zuhause am PC sitzt oder unterwegs das Smartphone nutzt.
Das TELIS-Online-System (TOS) – die Beraterseite
Auf der Beraterseite existiert das sogenannte TELIS-Online-System (TOS). Dieses System bildet laut Telis das „Herzstück hinter den Kulissen“. Es erfasst alle Bestandsdaten der Mandanten und begleitet den gesamten Beratungsprozess in einer einzigen Oberfläche.
Das TOS deckt folgende Bereiche ab:
| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| Datenerfassung | Zentrale Erfassung aller Mandantendaten |
| Beratungsdokumentation | Vollständige Dokumentation des Beratungsgesprächs |
| Antragstellung | Digitale Einreichung von Produktanträgen |
| Vertragsübersicht | Verwaltung aller laufenden Verträge des Mandanten |
| Kommunikation | Verbindung zwischen Berater und Mandant über ein System |
Telis investierte nach eigenen Angaben mehr als 20 Millionen Euro in neue Technik und Systeme und baute dabei die IT-Abteilung erheblich aus. Das System soll Beratern ermöglichen, sich vollständig auf ihre Mandanten zu konzentrieren, da Verwaltung und Dokumentation digital und gebündelt ablaufen.
Das TOS und das Mandantenportal greifen ineinander: Der Berater arbeitet im TOS, der Mandant sieht sein Ergebnis im Mandantenportal. Beide Oberflächen verbindet dasselbe zentrale Datensystem, sodass Informationen ohne Medienbruch fließen.
Wie läuft die Telis-Beratung ab?
Nach 16 Jahren, in denen ich Strukturvertriebe beobachtet, analysiert und deren Partner begleitet habe, erkenne ich bei Telis ein System, das technisch sehr klar durchdacht ist. Das TELIS-Beratungssystem folgt einem strukturierten Ansatz, der den Haushalt des Mandanten wie ein kleines Unternehmen behandelt.
Das Ziel laut Telis: einen wirtschaftlichen Gesamtvorteil von 10 Prozent des Nettoeinkommens pro Jahr für den Mandanten zu erzielen. Das klingt zunächst abstrakt. Konkret bedeutet es, dass der Berater Einsparpotenziale in bestehenden Verträgen identifiziert, überflüssige Ausgaben aufdeckt und bessere Lösungen in den Bereichen Vorsorge, Versicherung, Finanzierung und Vermögensaufbau anbietet.
Was dieses Versprechen in der Praxis bedeutet, hängt stark vom einzelnen Berater und seiner Kanzlei ab. Der Ablauf selbst folgt allerdings einem klaren System:
Erstens analysiert der Berater den Haushalt mit dem TOS vollständig. Zweitens dokumentiert er alle bestehenden Verträge digital. Danach erstellt er konkrete Handlungsempfehlungen, stellt Produktvergleiche aus dem Pool von über 310 Produktpartnern und 4.000 Produkten zusammen und reicht Anträge direkt über das System ein. Anschließend erhält der Mandant Zugang zu seinem persönlichen Mandantenportal, über das er jederzeit seinen Finanzstatus einsehen kann.
Die Kombination aus digitalem Tool und ganzheitlichem Beratungsansatz ist das, was Telis gegenüber vielen anderen Strukturvertrieben technisch abhebt. Das System schafft eine Dokumentation, die sowohl dem Mandanten als auch dem Berater rechtliche Klarheit gibt.
Berater werden bei Telis: Der Einstieg
Wer als Berater einsteigen möchte, startet als selbständiger Handelsvertreter. Das bedeutet: kein festes Gehalt, sondern provisionsbasierte Vergütung.
Die formalen Voraussetzungen für den Einstieg:
- Gewerbeanmeldung als Handelsvertreter
- Sachkundenachweis gemäß §34d GewO (Versicherungsvermittler) bzw. §34c oder §34f je nach vermitteltem Bereich
- In manchen Kanzleien ist ein Quereinstieg ohne Vorwissen möglich, da Schulungen vor Ort angeboten werden
- Vollzeit oder Teilzeit – beides ist möglich
Der Einstieg läuft in der Regel über eine regionale Telis-Kanzlei. Dort erhält der neue Berater Zugang zu Schulungen, zum TOS sowie zur Betreuung durch einen erfahrenen Berater oder Führungskraft.
Wie sieht das Vergütungsmodell aus?
Das Vergütungssystem bei Telis folgt dem Strukturvertriebsprinzip. Das bedeutet: Provisionen entstehen aus vermittelten Produkten. Zusätzlich verdienen höherrangige Berater über sogenannte Overrides – also Anteile an den Provisionen ihrer Untergebenen in der Struktur.
Hier ein vereinfachter Überblick, wie das System grundsätzlich aufgebaut ist:
| Ebene | Einkommensquelle |
|---|---|
| Einsteiger (Berater) | Provision aus eigenen Abschlüssen |
| Teamleiter | Eigene Provision + Override aus Teamprovision |
| Führungskraft | Eigene Provision + Overrides mehrerer Ebenen |
| Unternehmensberater | Breite Strukturprovision + eigene Abschlüsse |
Ein Muster, das ich so schon viele Male begleitet habe: Einsteiger starten mit verhältnismäßig kleinen Provisionsanteilen, weil ein Teil der Provision an übergeordnete Ebenen fließt. Mit steigendem Rang im System steigt auch der eigene Provisionsanteil deutlich. Wer ausschließlich eigene Abschlüsse macht, ohne eine eigene Struktur aufzubauen, bleibt dauerhaft auf der unteren Provisionsstufe – das gilt in jedem klassischen Strukturvertrieb.
Kununu-Daten zeigen eine breite Spanne: Finanzberater bei Telis berichten von Jahresgehältern zwischen 38.700 Euro und 145.000 Euro, abhängig von Erfahrung, Standort und Teamgröße. Der Mittelwert auf Unternehmensberater-Ebene liegt laut Kununu bei rund 128.000 Euro brutto jährlich.
Diese Zahlen beschreiben keine Einheitsrealität. Sie zeigen, was möglich ist – bei konsequentem Aufbau einer eigenen Struktur über mehrere Jahre.
Produktpartner und Angebotsbreite
Wer viele Strukturvertriebe nebeneinander betrachtet, sieht schnell, dass die meisten von ihnen mit Exklusivprodukten oder einer engen Produktpalette arbeiten. Telis positioniert sich hier anders.
Mit über 310 Produktpartnern und rund 4.000 Produkten bietet Telis eine der breitesten Produktpaletten im deutschen Strukturvertrieb. Das umfasst nahezu alle relevanten Bereiche: KFZ-Versicherung, Lebensversicherung, Krankenversicherung, Sachversicherung, Immobilien, Investmentgesellschaften, Bausparen, Strom und Gas.
Was das für den Berater bedeutet: Er vermittelt nicht nur ein Produkt oder eine Produktlinie, sondern positioniert sich als umfassender Finanzberater des Haushalts. Das ist ein grundlegend anderes Selbstbild als bei produktgebundenen Direktvertrieben.
Ich beobachte in meiner Arbeit mit Strukturvertriebs-Partnern immer wieder, dass die Angebotsbreite ein entscheidender Faktor für die Langzufriedenheit im Job ist. Wer nur ein einziges Produkt verkaufen kann, spürt das irgendwann. Wer dagegen bei jedem Mandanten eine individuelle Lösung aus Hunderten von Produkten zusammenstellen kann, arbeitet mit einem anderen Selbstbewusstsein.
Die Kehrseite dieser Breite: Die Tiefe in einzelnen Produktbereichen erfordert kontinuierliche Weiterbildung. Wer neu einsteigt, arbeitet zunächst mit den Kernbereichen, die die jeweilige Kanzlei schwerpunktmäßig betreut.
Was ist das TELIS-System genau?
Das TELIS-System ist die übergeordnete Beratungsphilosophie, auf der das gesamte Geschäftsmodell aufbaut. Jeder Haushalt wird dabei wie ein kleines Unternehmen analysiert: mit Einnahmen, Ausgaben, Risiken und Optimierungspotenzialen.
Konkret bedeutet das für den Berater:
- Erstgespräch: Vollständige Erfassung der finanziellen Situation des Mandanten im TOS
- Analyse: Identifikation von Einspar- und Optimierungspotenzialen
- Beratung: Entwicklung individueller Lösungen aus dem Produktpool
- Dokumentation: Vollständige Protokollierung im TOS
- Mandantenportal: Aktivierung des Zugangs für den Mandanten nach der Beratung
- Nachbetreuung: Laufende Aktualisierung über das Mandantenportal
Dieses System unterscheidet sich vom klassischen Versicherungsvertreter, der punktuell ein Produkt verkauft. Telis-Berater begleiten den Mandanten über alle Lebensphasen – theoretisch als dauerhafter Finanzpartner des Haushalts.
Stornohaftung: Was Berater wissen müssen
Der häufigste Irrtum, den ich bei Interessenten korrigiere, die über den Einstieg nachdenken: Sie sehen die Provision, aber übersehen die Stornohaftung. Das ist ein grundlegender Fehler, der kurzfristig teuer werden kann.
Bei provisionsbasierter Tätigkeit in der Finanzberatung gilt: Wird ein vermittelter Vertrag innerhalb einer bestimmten Frist storniert – also vom Mandanten gekündigt – muss der Berater die bereits ausgezahlte Provision ganz oder teilweise zurückzahlen. Das nennt sich Stornohaftung.
Die Haftungszeiträume variieren je nach Produktart und Anbieter. Bei Lebens- und Rentenversicherungen sind Zeiträume von bis zu fünf Jahren üblich. Bei Ratenschutzkrediten oder kurzlaufenden Produkten fallen die Fristen kürzer aus.
Was das praktisch bedeutet: Ein Berater, der im ersten Jahr hohe Provisionen erzielt, aber Mandanten nicht dauerhaft betreut oder schlechte Produkte vermittelt, kann Jahre später noch Rückforderungen erhalten. Deshalb ist eine sorgfältige Bedarfsanalyse und eine ehrliche Beratung nicht nur ethisch geboten, sondern wirtschaftlich notwendig.
Ich empfehle jedem, der über den Einstieg nachdenkt, diesen Punkt vor dem ersten Abschluss vollständig zu verstehen. In meiner Begleitung von Partnern aus verschiedenen Strukturvertrieben hat die Stornohaftung mehr als einmal für böse Überraschungen gesorgt – weil sie im Einstellungsgespräch schlicht nicht thematisiert wurde.
Welche Lizenz braucht man als Telis-Berater?
Je nach vermitteltem Produktbereich braucht ein Telis-Berater unterschiedliche Lizenzen:
- §34d GewO: Für Versicherungsvermittlung – Pflicht für alle, die Versicherungsprodukte vermitteln
- §34f GewO: Für Anlageberatung und Investmentprodukte
- §34c GewO: Für Immobilienvermittlung
Telis-Kanzleien begleiten neue Berater bei der Lizenzierung. Manche Kanzleien ermöglichen den Einstieg unter ihrer eigenen Lizenz, bevor der neue Berater seine eigene erworben hat.
Karrierestufen im Telis-System
Das System bietet unterschiedliche Karrierestufen, die mit steigender Verantwortung und steigendem Provisionsanteil verbunden sind:
| Stufe | Beschreibung |
|---|---|
| Berater | Eigenständige Vermittlung, Einstiegsstufe |
| Teamleiter | Führt ein kleines Team, erhält Overrides |
| Niederlassungsleiter | Leitet eine Telis-Kanzlei oder -Filiale |
| Unternehmensberater | Höchste operative Führungsebene im Vertrieb |
Der Aufstieg hängt von vermittelten Umsätzen sowie vom Teamaufbau ab. Beides zusammen beschleunigt den Weg nach oben erheblich schneller als eines davon alleine.
Die Karriereleitern in Strukturvertrieben folgen einem einheitlichen Prinzip: Wer nur selbst vermittelt, hat eine Einkommensobergrenze. Wer zusätzlich ein Team aufbaut, das ebenfalls vermittelt, kann über Overrides ein Einkommen aufbauen, das unabhängig von der eigenen täglichen Aktivität wächst.
Telis und das Thema Weiterempfehlung
In meiner täglichen Arbeit mit Vertriebspartnern sehe ich immer wieder, dass erfolgreiche Berater in Strukturvertrieben eines gemeinsam haben: Sie bauen ihr Geschäft auf echter Kundenzufriedenheit auf – nicht auf kurzfristigen Abschlüssen.
Telis formuliert das so direkt wie kaum ein anderes Unternehmen: „Zufriedener Mandant – erfolgreicher Berater.“ Das Unternehmen gibt an, stark von persönlichen Weiterempfehlungen zu leben.
Was das für den Berater bedeutet: Das Mandantenportal ist kein nettes Extra, sondern ein Werkzeug zur Kundenbindung. Ein Mandant, der jederzeit seine Verträge im Blick hat, der Dokumente digital abrufen kann und der weiß, wo er steht – dieser Mandant empfiehlt weiter.
Berater, die das Portal aktiv nutzen und ihre Mandanten damit vertraut machen, haben einen strukturellen Vorteil gegenüber solchen, die nach dem Abschluss kaum noch Kontakt halten. Das Portal macht nachhaltige Beziehungspflege technisch einfacher – aber es ersetzt das aktive Engagement des Beraters nicht.
Genau das ist der Punkt, den viele unterschätzen: Technik ist ein Hebel, kein Autopilot. Berater, die das verstehen, bauen mit der Zeit einen Mandantenstamm auf, der durch Weiterempfehlungen von selbst wächst.
Vorher-Nachher: Wie Berater das Telis-Modell einschätzen
Früher dachte ich, dass ein breites Produktangebot alleine ausreicht, um als Finanzberater erfolgreich zu sein. Inzwischen sehe ich das differenzierter – weil ich beobachte, was langfristig funktioniert.
Was sich über die Zeit verändert: Berater, die frisch starten, fokussieren sich anfangs auf Abschlüsse. Provisionsziele, Umsatzquoten, Teamdruck. Das ist der erste Modus. Der zweite Modus – und der deutlich nachhaltigere – entsteht, wenn ein Berater beginnt, sein Geschäft über Mandantenzufriedenheit zu steuern.
Das Mandantenportal und das TOS sind in diesem zweiten Modus deutlich nützlicher als im ersten. Im ersten Modus sieht ein Berater darin nur Verwaltungsaufwand. Im zweiten Modus erkennt er, dass ein Mandant, der sein Portal kennt und schätzt, nicht zu einem anderen Berater wechselt.
Diese Verschiebung in der Wahrnehmung sehe ich regelmäßig – bei Beratern, die nach zwei oder drei Jahren noch im System sind und wachsen, und bei solchen, die es früh wieder verlassen. Der Unterschied liegt selten am Produktangebot. Er liegt fast immer darin, wie ein Berater Kundenbindung versteht.
Das ist eine Erkenntnis, die sich nicht beim Einstiegsgespräch in einer Kanzlei vermitteln lässt. Sie entsteht durch Erfahrung – oder durch die Begleitung von jemandem, der sie bereits hat.
Telis als Strukturvertrieb: Einordnung
Telis Finanz ist das größte eigenständige Finanzdienstleistungsunternehmen Deutschlands laut Eigenaussage der Telis Unternehmensgruppe. Der Sitz liegt in Regensburg. Provisionserlöse lagen zuletzt bei über 174 Millionen Euro jährlich.
Das Modell entspricht dem klassischen Multi-Level-Vertrieb in der Finanzdienstleistung: selbständige Berater, provisionsorientierte Vergütung, Aufstieg durch Team- und Strukturaufbau. Das ist kein Vor- oder Nachteil per se – es ist ein Modell mit klaren Spielregeln.
Wer diese Spielregeln kennt und bereit ist, sie zu befolgen, hat im Telis-System eine strukturierte Basis. Wer diese Regeln nicht kennt oder mit einem Festgehaltsmodell plant, wird die Realität des Alltags anders erleben als erwartet.
Was Telis-Berater berichten
Auf Kununu und Trustpilot berichten aktive und ehemalige Berater unterschiedlich. Zusammengefasst zeigen sich diese Muster:
Positiv genannt:
- Breites Produktangebot aus über 300 Partnern
- Digitale Infrastruktur und das TOS als Erleichterung im Alltag
- Überdurchschnittliche Einkommensmöglichkeiten bei konsequentem Aufbau
- Gute Erreichbarkeit der Zentrale in Regensburg
Unterschiedlich bewertet:
- Hoher Eigenverantwortungsgrad – wer kein Selbstmanagement hat, kommt ins Schwimmen
- Motivations-Meetings in manchen Kanzleien ohne direkten praktischen Mehrwert
- Die Stornohaftung als Risikofaktor, der frühzeitig verstanden sein muss
Diese Muster kennt jeder, der mehrere Strukturvertriebe analysiert hat. Sie sind kein Telis-spezifisches Phänomen. Sie sind das Grundrauschen des Modells.
Soll man Berater werden?
Was sich bei konsequenter Umsetzung zeigt, ist über viele Partner beobachtet: Die, die langfristig im Telis-System oder ähnlichen Modellen wachsen, haben von Anfang an einen klaren Plan für Mandantenaufbau und Mandantenpflege.
Das Mandantenportal spielt dabei eine konkrete Rolle: Berater, die ihre Mandanten aktiv ins Portal einführen, es regelmäßig aktualisieren und als Servicetool nutzen, schaffen eine Bindung, die nicht auf monatlichen Anrufen basiert. Der Mandant sieht seinen Finanzstatus, vertraut dem System – und bleibt.
Berater, die das Portal nur passiv einsetzen oder gar ignorieren, verlieren diese Hebelwirkung. Sie sind auf persönliche Präsenz und aktiven Kontakt angewiesen, was zeitintensiver ist und seltener zu spontanen Weiterempfehlungen führt.
Die Frage „Soll man Berater werden?“ lässt sich daher nicht losgelöst von der Frage beantworten, ob man bereit ist, das System vollständig zu nutzen. Das bedeutet: TOS konsequent einsetzen, Mandantenportal von Anfang an aktivieren, Stornohaftung verstehen und Struktur mit Blick auf Langfristigkeit aufbauen.
Wer das tut, hat ein Fundament. Wer darauf hofft, dass Abschlüsse alleine reichen, bemerkt schnell, dass das Fundament fehlt.
FAQ
Was ist das Telis Mandantenportal?
Das Mandantenportal ist eine digitale Plattform unter mandanten.telis-finanz.de, über die Kunden (Mandanten) der Telis Finanz AG ihre gesamte Finanzsituation im Überblick behalten. Dort sehen sie alle laufenden Verträge, Einnahmen und Ausgaben sowie aktuelle Dokumente.
Der Berater richtet den Mandantenportal-Zugang nach dem Erstgespräch ein. Das System läuft parallel zum TOS (TELIS-Online-System), das der Berater zur Beratung und Dokumentation nutzt. Mandant und Berater arbeiten also über verbundene Systeme, wobei jede Seite ihre eigene Oberfläche hat. Das Mandantenportal bietet dem Kunden einen 360-Grad-Blick auf seine Finanzen – ohne dass er dafür seinen Berater anrufen muss.
Wie wird man Berater bei Telis Finanz?
Der Einstieg läuft über eine regionale Telis-Kanzlei. Zunächst folgt ein Kennenlern- und Informationsgespräch, danach die Lizenzierung gemäß Gewerbeordnung (§34d für Versicherungen, §34f für Investments).
In meiner Begleitung von Beratern aus verschiedenen Strukturvertrieben sehe ich immer wieder, dass der erste Schritt oft unkomplizierter ist als erwartet – und der zweite Schritt, nämlich das eigenständige Aufbauen eines stabilen Mandantenstamms, der anspruchsvollere ist. Telis bietet Schulungen und ein strukturiertes System. Trotzdem gilt: Der Einstieg ist kein Job, den man passiv ausübt. Er erfordert aktiven Aufbau, Eigenverantwortung und ein gutes Verständnis des Provisionsmodells.
Wie viel verdient man als Telis-Berater?
Das Einkommen ist vollständig provisionsbasiert, weshalb es keine einheitliche Antwort gibt. Finanzberater berichten laut Kununu von Jahresgehältern zwischen ca. 38.700 Euro und 145.000 Euro, wobei Unternehmensberater im Schnitt bei rund 128.000 Euro jährlich liegen.
Die Spanne erklärt sich durch das Strukturmodell: Wer ausschließlich eigene Abschlüsse macht, bleibt im unteren Bereich. Wer zusätzlich ein Team aufbaut und Overrides aus der Teamprovisionen bezieht, kann deutlich darüber hinaus wachsen. Ein typisches Muster, das ich schon viele Male begleitet habe: Die ersten 12 bis 18 Monate sind ertragsschwächer, weil der Berater noch Mandantenstock und ggf. ein Team aufbaut. Danach steigt das Einkommen mit wachsender Struktur überproportional.
Was ist die Stornohaftung und worauf muss man achten?
Wenn ein Mandant einen vermittelten Vertrag innerhalb der Haftungszeit storniert, muss der Berater die bereits erhaltene Provision ganz oder anteilig zurückzahlen. Bei Lebensversicherungen kann diese Frist bis zu fünf Jahre betragen.
Der häufigste Irrtum, den ich zu dieser Frage korrigiere: Viele Einsteiger sehen die Bruttoprovision und rechnen damit, als wäre sie bereits sicher. Das ist sie nicht. Eine sorgfältige Bedarfsanalyse, die dem Mandanten tatsächlich passende Produkte empfiehlt, reduziert das Storno-Risiko. Wer dagegen Produkte vermittelt, die nicht zum Bedarf passen, zahlt früher oder später drauf – manchmal erst Jahre nach dem Abschluss.
Was ist der Unterschied zwischen TOS und Mandantenportal?
Das TOS ist die Berater-Oberfläche: Dort laufen Beratung, Datenerfassung, Dokumentation und Antragstellung ab. Das Mandantenportal ist die Kunden-Oberfläche: Der Mandant sieht dort seine Verträge, seine Finanzdaten und aktuelle Dokumente.
Beide Systeme sind miteinander verbunden, allerdings haben Berater und Mandant jeweils nur Zugriff auf ihre eigene Oberfläche. In der Momentum-Macher-Gruppe taucht genau diese Frage regelmäßig auf, und dabei zeigt sich, dass viele, die über Telis nachdenken, TOS und Mandantenportal anfangs für dasselbe halten. Das ist ein Missverständnis: Das TOS ist das Arbeitswerkzeug des Beraters, das Mandantenportal ist der Servicekanal für den Kunden.
Kann man als Quereinsteiger bei Telis starten?
Ja. Telis schreibt Positionen explizit als offen für Quereinsteiger aus. Die Kanzleien bieten Schulungen an, die fachliches Grundwissen vermitteln. Die Lizenz nach §34d muss trotzdem separat erworben werden.
Der Quereinstieg funktioniert am besten für Menschen mit Kommunikationsstärke, Interesse an Finanzen und der Bereitschaft, sich selbständig weiterzuentwickeln. Wer ohne Vorwissen startet, sollte von Anfang an eng mit erfahrenen Beratern in der Kanzlei arbeiten, da das TOS und die Produktvielfalt anfangs anspruchsvoll sind.
Welche Bereiche deckt ein Telis-Berater ab?
Ein Telis-Berater berät ganzheitlich: Altersvorsorge, Versicherungen (KFZ, Leben, Kranken, Sach), Finanzierung, Vermögensaufbau, Kapitalanlage, staatliche Förderung, steuerliche Aspekte und Immobilien. Dafür stehen über 310 Produktpartner und rund 4.000 Produkte zur Verfügung.
Damit ist Telis kein Produktvertrieb im klassischen Sinne, sondern ein Beratungsmodell, das den gesamten Haushalt erfasst. Das erfordert jedoch kontinuierliche Weiterbildung, da kein Berater von Anfang an alle Bereiche gleich tief kennt.
Wie funktioniert das Telis-System als Beratungsansatz?
Das TELIS-System behandelt jeden Haushalt wie ein kleines Unternehmen. Ziel ist ein wirtschaftlicher Vorteil von 10 Prozent des Nettoeinkommens für den Mandanten – durch Einsparungen bei bestehenden Verträgen und bessere Lösungen in allen relevanten Bereichen.
Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir klar, dass dieser Ansatz dann funktioniert, wenn Berater ihn wirklich leben und nicht nur als Verkaufsargument einsetzen. Ein Haushalt, der nach dem TELIS-System vollständig analysiert wird, zeigt fast immer konkrete Optimierungspotenziale. Der Wert liegt in der Konsequenz der Analyse, nicht in einzelnen Abschlüssen.
Gibt es feste Arbeitszeiten als Telis-Berater?
Nein. Als selbständiger Handelsvertreter gestaltest du deine Arbeitszeiten eigenverantwortlich. Vollzeit und Teilzeit sind möglich, auch Homeoffice ist je nach Kanzlei umsetzbar.
Diese Freiheit ist gleichzeitig die größte Anforderung: Ohne feste Zeiten, ohne Grundgehalt und ohne externen Druck läuft nichts von selbst. Berater, die mit Selbstdisziplin gut umgehen können, profitieren von dieser Flexibilität. Wer Struktur von außen braucht, sollte das vor dem Einstieg realistisch einschätzen.
Warum nennt Telis Kunden „Mandanten“?
Der Begriff „Mandant“ kommt aus der Rechts- und Steuerberatung und signalisiert eine langfristige Betreuungsbeziehung. Telis nutzt ihn bewusst, um den Beratungsansatz vom klassischen Produktverkauf abzugrenzen.
Ein Mandant ist kein einmaliger Kunde, sondern ein dauerhafter Beratungsfall. Das Mandantenportal unterstreicht diese Logik: Der Mandant hat dauerhaften Zugang zu seinen Finanzdaten, bleibt dem System verbunden und entwickelt eine langfristige Beziehung zur Kanzlei. Für Berater bedeutet das: Einmal gewonnene Mandanten sind potenziell lebenslange Kunden – wenn die Qualität der Betreuung stimmt.
Was du jetzt weißt – und die meisten vor dem Gespräch nicht wissen
Das Mandantenportal ist kein Alleinstellungsmerkmal. Es ist ein Werkzeug – und wie bei jedem Werkzeug entscheidet die Person dahinter, was damit entsteht. Das TOS, das Mandantenportal und das Produktangebot schaffen eine solide Basis. Der Berater füllt diese Basis mit echtem Mehrwert oder eben nicht.
Wer den Einstieg als Telis-Berater sachlich bewertet, sieht ein System mit klaren Regeln: provisionsbasiert, strukturbasiert, mit Stornohaftung, mit Karrierechancen über Teamaufbau und mit technischer Infrastruktur, die weit über den Branchendurchschnitt hinausgeht. Diese Regeln gelten von Tag eins.
Ich sage das, weil ich in 16 Jahren beobachtet habe, wie viele Menschen in Strukturvertriebe starten – mit Begeisterung, aber ohne echte Kenntnis des Modells. Wer das Modell kennt, kann damit arbeiten. Wer es nicht kennt, wundert sich später.
Das System bietet Potenzial. Wie viel davon du ausschöpfst, liegt bei dir – und zwar ausschließlich bei dir.
Rock it!
Dein Willi