Der Forever Living Vergütungsplan zahlt Provisionen auf den Netto-Verkaufspreis – nicht auf den Einkaufspreis. Das klingt nach einem kleinen Detail, macht aber im echten Monatsverdienst einen spürbaren Unterschied. Wer die Stufen, die Boni und die Berechnungslogik versteht, kann deutlich realistischer planen, was auf dem Konto landet.
Ich begleite seit Jahren Vertriebspartner aus verschiedenen Network-Marketing-Firmen, und Forever Living gehört dabei zu den Unternehmen, deren Vergütungsplan am meisten Fragen aufwirft. Nicht weil er undurchschaubar wäre, sondern weil er schichtweise aufgebaut ist. Eine Schicht funktioniert gut als Einzelkämpfer. Die nächste Schicht greift erst, wenn ein Team läuft. Und die dritte Schicht – da fangen die wirklich interessanten Zahlen an. Wer nur die erste Schicht kennt, rechnet sich ärmer als er ist. Oder reicher.
Was ist ein Case Credit (CC)?
Ein Case Credit (CC) ist die interne Recheneinheit von Forever Living, damit Partner weltweit vergleichbar vergütet werden, unabhängig von der jeweiligen Landeswährung. 1 CC entspricht etwa 309,50 € Netto-Verkaufspreis (Berechnungsbasis: Forever Aloe Vera Gel™, Stand aktueller Preisliste). Da sich Produktpreise anpassen können, variiert dieser Wert geringfügig – die Grundlogik bleibt jedoch dieselbe.
CC sind deshalb wichtig, weil alle Stufen im Vergütungsplan auf CC-Schwellenwerten basieren. Persönliche Käufe, Verkäufe über den eigenen Online-Shop und Teamumsätze fließen jeweils unterschiedlich in die Berechnung ein.
Die Stufen im Überblick
Forever Living kennt insgesamt zehn Karrierestufen. Die ersten vier bilden das Fundament, ab dem Manager-Status öffnen sich die deutlich größeren Verdienstebenen.
| Stufe | Anforderung (CC) | Einkaufsvorteil | Teambonus |
|---|---|---|---|
| Assistant Supervisor | 2 CC (2 Monate) | 30 % | – |
| Supervisor | 25 CC (2 Monate) | 38 % | 3 % |
| Assistant Manager | 75 CC (2 Monate) | 43 % | bis 13 % |
| Manager | 120 CC (2 Monate) oder 150 CC (3–4 Monate) | 48 % | bis 13 % |
| Senior Manager | 2 Firstline-Manager | 48 % | 6 % Führungsbonus |
| Soaring Manager | 5 Firstline-Manager | 48 % | 6 % Führungsbonus |
| Sapphire Manager | 9 Firstline-Manager | 48 % | 7 % Führungsbonus |
| Diamond Sapphire Manager | 17 Firstline-Manager | 48 % | 8 % Führungsbonus |
| Diamond Manager | 25 Firstline-Manager | 48 % | 9 % Führungsbonus |
| Double/Triple Diamond | 50+ Manager-Linien | 48 % | GEM Bonus + Chairman’s Bonus |
Eine Sache, die ich in der Praxis immer wieder erklären muss: Jede Stufe bleibt dauerhaft erhalten – sobald du sie einmal erreichst, verlierst du sie nie wieder.
Die erste Stufe: Assistant Supervisor
Wer innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Kalendermonaten 2 CC umsetzt, erreicht den Assistant Supervisor. Das entspricht einem Netto-Verkaufspreis von ca. 619 €.
Ab diesem Moment gilt dauerhaft: 30 % Einkaufsvorteil auf alle persönlichen Bestellungen. Zusätzlich gibt es einen 5 % Bonus auf Umsätze von persönlich gesponserten Preferred Customers (FPC). Der FPC selbst erhält dabei 25 % Einkaufsvorteil.
Ein Muster, das ich so schon viele Male begleitet habe: Viele starten als Assistant Supervisor, kaufen Produkte für den Eigenbedarf ein, und das war es dann. Die Stufe läuft mit 30 % Einkaufsvorteil – aber das ist kein Verdienst, sondern eine Ersparnis. Wer echten Monatsverdienst möchte, braucht Kundenumsatz oder ein Team.
Wichtig: Ab dem Assistant Supervisor-Status gibt es den sogenannten Aktivitätsstatus. Um als aktiv zu gelten, braucht es mindestens 4 CC pro Monat, davon mindestens 1 CC persönlich gekauft. Ohne Aktivitätsstatus entfallen bestimmte Bonus-Ausschüttungen.
Die zweite Stufe: Supervisor
Supervisor ist die erste Stufe, bei der Teamumsätze zählen. Für den Aufstieg braucht es 25 CC Gesamtumsatz (persönlich plus Team) innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Monaten.
Ab hier gilt dauerhaft:
- 38 % Einkaufsvorteil auf eigene Bestellungen
- 3 % Team Leading Bonus auf die bestätigten Umsätze aller persönlich gesponserten FBOs unter Assistant-Supervisor-Niveau
Der Supervisor bekommt also die Differenz zwischen seinem 38-%-Level und dem Niveau der Downline-Partner vergütet. Das nennt sich Differenzprovision.
Genau hier liegt der Irrtum, den ich am häufigsten korrigiere: Viele denken, der Supervisor verdient 38 % auf alles, was im Team passiert. Das stimmt so nicht.
Die Logik des Vergütungsplans ist eine Differenzlogik. Du verdienst die Differenz zwischen deinem Level und dem Level deines gesponserten Partners. Ein FBO ohne Stufe kauft zu Standardkonditionen ein – die Differenz zum Supervisor-Level geht dann an dich als Bonus. Aber sobald dein gesponserer Partner selbst Supervisor wird, fällt diese Differenz auf diesen Bereich weg.
Das klingt beim ersten Lesen kompliziert. Im Praxisalltag ist es aber das Grundprinzip, auf dem der gesamte Vergütungsplan aufbaut – von der ersten bis zur letzten Stufe.
Das bedeutet konkret: Ein Supervisor mit kleinem Team aus noch nicht qualifizierten Partnern verdient durch diese Differenzlogik gut. Sobald Partner aufsteigen und eigene Stufen erreichen, verändern sich die Bonus-Ströme. Das ist gewollt – denn mit jedem Aufstieg deiner Partner entstehen neue Bonus-Ebenen, die du später als Manager nutzt.
Die dritte Stufe: Assistant Manager
Den Assistant Manager erreicht man mit 75 CC in zwei aufeinanderfolgenden Monaten. Das entspricht einem Teamumsatz von ca. 23.212 € Netto-Verkaufspreis – eine relevante Größenordnung.
Ab dem Assistant Manager gilt:
- 43 % Einkaufsvorteil persönlich
- 5 % Mengenbonus auf die Umsätze der persönlich gesponserten Supervisor und deren Gruppen
- 10 % Teambonus auf die Umsätze persönlich gesponserer FBOs ohne Supervisor-Status
- 13 % Teambonus auf die Umsätze persönlich gesponsener Assistant Supervisors
Die Bonusstruktur zeigt: Je weiter unten in der Downline jemand steht, desto höher der Bonus-Prozentsatz – weil die Differenz zum eigenen Level größer ist.
Beispielrechnung Assistant Manager (Orientierungswerte)
Ein Muster aus der Praxis – die genauen Zahlen variieren je nach Produktwahl und Teamzusammensetzung:
- Eigene Bestellung: 1 CC (ca. 309 €) → 43 % Einkaufsvorteil = ca. 133 € Ersparnis/Marge
- Team aus 10 FBOs auf Assistant-Supervisor-Niveau mit je 2 CC: 20 CC Team-CC → Bonus ca. 13 % auf diesen Bereich
- Darüber hinaus: Umsätze von gesponserten Supervisors generieren 5 % auf die Gruppenumsätze dieser Supervisors
Die vierte Stufe: Manager
Der Manager ist der erste echte Wendepunkt im Vergütungsplan. Mit 48 % Gesamteinkaufsvorteil und dem vollständigen Teambonus-Spektrum öffnet sich das Modell.
Anforderung:
- 120 CC in zwei aufeinanderfolgenden Monaten, oder
- 150 CC in drei bis vier aufeinanderfolgenden Monaten
Ab Manager gilt:
- 18 % persönlicher Mehrmengenrabatt obenauf auf die eigenen Bestellungen (ergibt 48 % total)
- 5 % auf Umsätze der Gruppen persönlich gesponsenerter Assistant Manager
- 10 % auf Umsätze der Supervisor-Linien
- 13 % auf Umsätze der Assistant Supervisor-Linien
Ich sehe diesen Plan heute völlig anders als noch vor zehn Jahren. Früher dachte ich, der Manager-Status sei der Gipfel – das Ziel, auf das alles hinausläuft. Das hat sich verändert.
Der Manager-Status ist kein Gipfel. Er ist das Basiscamp. Wer am Manager-Level ankommt und aufhört zu bauen, hat das Modell nur zur Hälfte verstanden. Denn genau ab diesem Punkt beginnt die zweite, deutlich größere Einkommensstruktur – die Leadership Boni, die GEM-Boni, die Chairman’s Boni.
Der Unterschied zwischen einem soliden Manager-Einkommen und einem Diamond-Einkommen liegt nicht in mehr Fleiß. Er liegt im Verständnis, dass Manager-Aufbau im Team der eigentliche Hebel ist. Wer als Manager drei weitere Manager im ersten Level hat, verdient durch Leadership Boni mehr als ein Manager mit doppelt so hohem Eigenumsatz.
Das ist keine Theorie. Das ist ein Muster, das sich über Jahre hinweg immer wieder zeigt – bei Partnern aus verschiedensten Unternehmen, die diesen Mechanismus erst spät verstanden haben.
Ab dem Manager: Leadership Boni
Ab dem Manager-Status beginnt eine separate Bonus-Ebene: der Leadership Bonus. Er greift auf die Umsätze der Downline-Manager – also auf Partner, die selbst den Manager-Status erreicht haben.
| Leadership-Stufe | Firstline-Manager | Führungsbonus |
|---|---|---|
| Senior Manager | 2 | 6 % auf alle Manager-Gruppen |
| Soaring Manager | 5 | 6 % auf alle Manager-Gruppen |
| Sapphire Manager | 9 | 7 % auf alle Manager-Gruppen |
| Diamond Sapphire Manager | 17 | 8 % auf alle Manager-Gruppen |
| Diamond Manager | 25 | 9 % auf alle Manager-Gruppen |
Hier gilt: Der Bonus läuft auf die Umsätze der ersten, zweiten und dritten Generation von Managern. Das bedeutet, du profitierst nicht nur von deinen direkten Firstline-Managern, sondern auch von deren gesponserten Managern – bis drei Ebenen tief.
Senior Manager und Soaring Manager
Um Senior Manager zu werden, braucht es 2 persönlich gesponserte aktive Manager im direkten Firstline-Bereich. Der Soaring Manager baut das auf 5 Firstline-Manager aus.
Beide Stufen erhalten denselben Führungsbonus-Prozentsatz von 6 %, jedoch auf eine größere Basis – weil mehr Manager-Gruppen im Team laufen. Der Unterschied zwischen Senior und Soaring liegt also nicht im Prozentsatz, sondern im Volumen, auf das dieser Prozentsatz angewendet wird.
Zusätzlich profitieren diese Stufen vom Forever2Drive-Programm: Das Fahrzeug-Incentive-Programm von Forever Living zahlt monatliche Zuschüsse für ein Fahrzeug, sofern bestimmte Aktivitätskriterien erfüllt werden.
In meiner Momentum-Macher-Gruppe taucht diese Frage immer wieder auf, und dabei zeigt sich ein klares Muster: Viele Partner wissen, dass es ab dem Senior Manager ein Auto-Programm gibt – aber kaum jemand weiß, was es konkret bringt und welche Bedingungen daran hängen.
Das Forever2Drive-Programm ist kein Geschenk, sondern ein monatlicher Zuschuss, der an Aktivitätsbedingungen geknüpft ist. Der Zuschuss hängt von der erreichten Stufe und dem Aktivitätsstatus ab. Wer die Bedingungen nicht erfüllt, bekommt den Zuschuss in diesem Monat nicht.
Das klingt nach einer kleinen Einschränkung. Für Partner, die ihren Autokredit auf Basis dieses Zuschusses geplant haben, ohne die Bedingungen genau zu kennen, wird es plötzlich relevant. Deshalb gilt: Vor dem Abschluss eines Fahrzeugvertrags sollte man die aktuellen Bedingungen für das Forever2Drive-Programm direkt bei Forever Living schriftlich abfragen.
Das bedeutet für dich praktisch: Das Programm ist ein echter Vorteil – aber nur wenn du die monatlichen Aktivitätskriterien planmäßig einhältst und den Zuschuss nicht als fixes Gehalt einkalkulierst, sondern als leistungsabhängige Zusatz-Vergütung.
Sapphire und Diamond Sapphire Manager
Der Sapphire Manager braucht 9 aktive Firstline-Manager, der Diamond Sapphire Manager benötigt 17. Der Führungsbonus steigt dabei von 7 % auf 8 %.
Ab dem Diamond Sapphire Manager gibt es einen weiteren Mechanismus: den GEM Bonus. Dieser Bonus zahlt bis zu 3 % zusätzlich auf die Umsätze der ersten, zweiten und dritten Generation von Leadership-Bonus-qualifizierten Managern. Die GEM-Qualifikation setzt voraus, dass die Firstline-Manager ihrerseits aktiv sind und bestimmte Aktivitätskriterien erfüllen.
Der GEM Bonus ist deshalb bedeutsam, weil er auf denselben Volumina aufsetzt wie der Leadership Bonus – ihn also effektiv erhöht, ohne neue Umsätze zu erfordern. Ein Diamond Manager, der GEM-qualifiziert ist, verdient auf seine Manager-Gruppen statt 9 % dann bis zu 12 % kombiniert.
Diamond Manager: Das volle Modell
Der Diamond Manager braucht 25 aktive Firstline-Manager. Mit 9 % Führungsbonus, GEM Bonus und weiteren Sonderleistungen erreicht das Vergütungsmodell seine vollständige Entfaltung.
Besonderheiten ab Diamond Manager:
- Waiver-Regelung: Wer mindestens 25 Firstline-Manager aktiv hält, erhält einen Verzicht auf die sonst notwendigen persönlichen Volumenbedingungen für den Leadership Bonus und Forever2Drive
- GEM-Qualifikation ab Diamond: Bis zu 3 % extra auf Manager-Gruppen aller drei Generationen
- Exklusive Incentives: Reiseprogramme, individuelle Anerkennungen, Diamond-Pins
Ich habe über die Jahre viele Vergütungspläne verschiedener Network-Marketing-Unternehmen studiert – aus reiner Neugier und weil mich die Mechanismen dahinter interessieren.
Eines fällt beim Vergleich auf: Die meisten Pläne zahlen oben deutlich großzügiger als unten. Forever Living ist da keine Ausnahme. Der Unterschied ist aber, wie die Führungsstufen von Senior bis Diamond gebaut sind. Andere Unternehmen zahlen die hohen Prozentsätze oft nur auf einen oder zwei Ebenen. Der Forever-Plan zahlt Leadership Boni über drei Manager-Generationen hinweg – das ist tatsächlich ungewöhnlich.
Das macht den Diamond Manager-Status rechnerisch sehr stark. Wenn 25 Firstline-Manager aktiv sind und jeder davon selbst mehrere Manager gesponsert hat, läuft das Volumen auf dem dritten Level bereits komplett ohne direkte eigene Aktivität. Deshalb sind echte Diamond Manager bei Forever Living oft Leute, die sich auf Team-Entwicklung konzentrieren – nicht auf persönlichen Umsatz.
Der Vergleich zeigt auch: Firmen, die früh hohe Prozentsätze zahlen, schütten an der Basis gut aus, aber die oberen Ebenen sind schwächer. Forever Living hat sich anders entschieden – was bedeutet, dass der Plan für konsequenten Team-Aufbau tatsächlich optimiert ist.
Double und Triple Diamond
Double Diamond Manager qualifiziert sich mit 50 aktiven Firstline-Managern oder 25 Eagle Manager Downlines. Triple Diamond liegt noch eine Ebene darüber.
Auf diesen Ebenen kommen spezielle Sonderprogramme hinzu, darunter der Chairman’s Bonus – ein Anteil am globalen Unternehmensumsatz, den Forever Living an seine Top-Performer ausschüttet. Dieser Bonus variiert nach Quartal und Qualifikation, lässt sich daher nicht als feste Prozentzahl angeben.
Was ist der Eagle Manager?
Eagle Manager ist kein separater Rang, sondern ein Qualifikations-Status, den Manager durch schnellen Aufbau innerhalb eines bestimmten Zeitraums erreichen. Wer in kurzer Zeit mehrere Manager-Linien aufbaut, erhält den Eagle-Status, der wiederum die GEM-Qualifikation beeinflusst.
Der Eagle-Status gibt es in drei Ausprägungen:
- 6 Eagle Manager Linien → 1 % GEM Bonus
- 10 Eagle Manager Linien → 2 % GEM Bonus
- 15 Eagle Manager Linien → 3 % GEM Bonus
In meiner täglichen Arbeit mit Partnern fällt mir auf, dass der Eagle Manager Status fast immer unterschätzt wird. Die meisten hören „Eagle“ und denken an ein Ehrenabzeichen. Dabei ist es eine der renditestärksten Qualifikationen im gesamten Plan.
Das liegt daran, dass der Eagle Status den GEM Bonus freischaltet – und der GEM Bonus läuft auf dasselbe Volumen wie der Leadership Bonus, das heißt auf alle drei Manager-Generationen. Wer Eagle mit 15 Linien ist und Diamond Manager, kombiniert 9 % Leadership Bonus mit 3 % GEM Bonus auf dieselbe Basis. Das addiert sich schnell zu substanziellen Monatszahlungen.
Das Problem ist die Zeitkomponente. Der Eagle-Status hat ein Zeitfenster und verlangt, dass mehrere Manager-Linien in einem definierten Zeitraum entstehen. Viele bauen organisch über Jahre auf – und verpassen so das Eagle-Fenster, ohne es zu merken.
Wer also langfristig in Richtung Diamond oder darüber plant, sollte den Eagle-Status von Anfang an als strategisches Ziel mitdenken – nicht als nachträgliche Möglichkeit.
Steuern und gewerbliche Pflichten
Alle Bonuszahlungen von Forever Living gelten als selbstständige Einkünfte und unterliegen der jeweiligen nationalen Einkommensteuer. In Deutschland und Österreich fallen ab einem bestimmten Jahreseinkommen Einkommensteuerpflicht und gegebenenfalls Umsatzsteuerpflicht an.
Konkret heißt das:
- Vergütungen zählen als Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Tätigkeit
- In Österreich ist ein Gewerbeschein erforderlich (Kosten ca. 100–150 € jährlich, je nach Bundesland und Gewerbeart)
- In Deutschland gilt die gewerbliche Anmeldung beim Gewerbeamt als Pflicht ab tatsächlicher Geschäftstätigkeit
- Die Kleinunternehmerregelung greift in Deutschland bis 25.000 € Jahresumsatz (Stand geltende Gesetzeslage), in Österreich bis 42.000 € netto – darüber hinaus besteht Umsatzsteuerpflicht
Ich sehe in der Praxis immer wieder, dass Partner das Thema Gewerbe so lange wie möglich hinausschieben – weil sie den Aufwand überschätzen. Die Realität: Eine Gewerbeanmeldung dauert oft weniger als eine Stunde. Ein Steuerberater, der Network Marketing kennt, rechnet sich bereits ab dem ersten relevanten Jahresverdienst.
FAQ
Wie viel verdient man am Anfang bei Forever Living?
Als Einsteiger ohne Teamstruktur – also als FBO vor dem Assistant Supervisor – gibt es 5 % auf persönliche Einkäufe als Preferred Customer. Ab dem Assistant Supervisor liegt der Einkaufsvorteil bei 30 %. Bargeldzahlungen entstehen ab dem Moment, wo Kunden über den eigenen Online-Shop kaufen oder gesponserte Partner einsteigen.
In meiner täglichen Arbeit mit Partnern sehe ich immer wieder, dass der Einstiegsbereich oft mit echtem Monatsverdienst gleichgesetzt wird. Der 30-%-Einkaufsvorteil als Assistant Supervisor ist eine Marge auf Eigenbestellungen oder Kundenverkäufe – kein Lohn. Wer 1 CC pro Monat in Eigenbestellungen umsetzt (ca. 309 € Netto-Verkaufspreis) und 30 % Marge hat, erzielt ca. 93 € Differenz. Das setzt aber voraus, dass dieser Umsatz tatsächlich durch Kundenverkäufe entsteht – und nicht ausschließlich durch Eigenbedarf.
Erste nennenswerte monatliche Vergütungen entstehen erfahrungsgemäß ab dem Supervisor oder Assistant Manager, sobald ein aktives Team mit eigenem Umsatz läuft.
Wie viel CC braucht man für den Manager-Status?
Für den Manager-Status braucht man entweder 120 CC in zwei aufeinanderfolgenden Monaten oder 150 CC in drei bis vier aufeinanderfolgenden Monaten. Dabei zählen persönliche und Team-CC weltweit zusammen.
Bei einem CC-Wert von ca. 309,50 € entsprechen 120 CC einem Teamumsatz von ca. 37.140 € Netto-Verkaufspreis in zwei Monaten. Das ist kein persönlicher Umsatz – sondern das kombinierte Volumen aus eigenem Umsatz und allen gesponserten Partnern und deren Gruppen. Wer ein aktives Team von 10 bis 15 Partnern aufbaut, die regelmäßig bestellen, erreicht diese Schwelle realistisch. Einzelkämpfer ohne Team kommen an den Manager-Status praktisch nicht heran.
Verliert man eine erreichte Stufe wieder?
Nein. Jede einmal erreichte Stufe bis einschließlich Manager bleibt dauerhaft erhalten – unabhängig vom monatlichen Umsatz. Das ist eine der wenigen wirklich ungewöhnlichen Regelungen im Vergleich zu anderen Network-Marketing-Vergütungsplänen.
Die einzige Einschränkung: Der Aktivitätsstatus (mindestens 4 CC pro Monat, davon 1 CC persönlich) ist davon getrennt. Ohne Aktivitätsstatus bleiben bestimmte Bonus-Ausschüttungen aus – die Stufe selbst bleibt aber bestehen. Das bedeutet, wer zwei Monate inaktiv ist, verliert keine Stufe, sondern nur die laufenden Bonus-Zahlungen dieser Monate.
Was ist der Unterschied zwischen Einkaufsvorteil und Bonus?
Der Häufigste Irrtum, den ich zu dieser Frage korrigiere: Viele verwechseln beide Begriffe, aber sie beschreiben zwei komplett unterschiedliche Einkommensquellen.
Der Einkaufsvorteil ist die Differenz zwischen deinem FBO-Einkaufspreis und dem öffentlichen Verkaufspreis. Wenn du Produkte verkaufst, behältst du diese Differenz. Der Bonus hingegen ist eine zusätzliche Zahlung, die Forever Living auf die bestätigten Umsätze deiner Downline auszahlt – und zwar in cash auf dein Konto. Du musst dafür keine Produkte selbst kaufen oder verkaufen. Der Bonus kommt aus dem System, sobald dein Team Umsatz macht. Beide Einkommensquellen addieren sich – je nach Stufe zu unterschiedlichen Anteilen.
Wie funktioniert der Leadership Bonus genau?
Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir klar, dass der Leadership Bonus der am wenigsten verstandene Teil des gesamten Plans ist.
Der Leadership Bonus zahlt ab dem Senior Manager-Status auf die Umsätze der Downline-Manager – und das über drei Generationen. „Generation“ bedeutet hier: Firstline-Manager (direkter Sponsor), deren Firstline-Manager (zweite Generation), und deren Firstline-Manager (dritte Generation). Auf jede dieser Generationen laufen je nach eigener Stufe unterschiedliche Prozentsätze. Ein Diamond Manager bekommt 9 % auf alle drei Manager-Generationen. Das klingt zunächst nach wenig. Wenn die drei Generationen zusammen 500 CC Monatsumsatz machen, entspricht das ca. 154.750 € Verkaufsvolumen – und 9 % darauf macht ca. 13.927 €. Das ist ein Richtwert zur Veranschaulichung; tatsächliche Zahlen hängen von der genauen Teamstruktur und den aktiven Qualifikationen ab.
Zahlt Forever Living auf den Netto- oder Bruttopreis?
Provisionen laufen auf den Netto-Verkaufspreis, also ohne Mehrwertsteuer. Das ist ein relevanter Unterschied, weil viele Firmen auf Einkaufspreise oder Listenpreise inklusive Steuer rechnen.
Dass Forever Living auf den Netto-Verkaufspreis zahlt, bedeutet: Die Basis für alle Bonus-Berechnungen ist der tatsächliche Verkaufspreis ohne Mehrwertsteuer. Bei einem Produkt mit einem Listenpreis von 30 € brutto läuft die Berechnung auf ca. 25 € netto (bei 20 % MwSt. in Österreich). Alle Prozentsätze in den Stufen beziehen sich auf diese Netto-Basis.
Wie viele Manager braucht man für den Diamond Manager?
Für den Diamond Manager braucht man 25 aktive Firstline-Manager in der eigenen gesponserten ersten Linie. Das sind 25 Personen, die selbst den Manager-Status erreicht haben und monatlich aktiv sind.
Das ist eine der anspruchsvollsten Anforderungen im gesamten Plan. In der Realität bauen Diamond Manager nicht alle 25 persönlich auf – sondern entwickeln Führungspartner, die ihrerseits Manager aufbauen. Der Diamond Manager sponsert also auf der ersten Ebene Leute, die selbst zu Managern und dann zu Team-Entwicklern werden. Wer alle 25 direkt aufbauen will, betreibt ein enormes persönliches Engagement über viele Jahre.
Was ist der GEM Bonus bei Forever Living?
Der GEM Bonus ist ein zusätzlicher Bonus von bis zu 3 % auf die Umsätze der ersten drei Manager-Generationen, ab dem Sapphire Manager und aufwärts. Er läuft zusätzlich zum Leadership Bonus – auf dieselbe Basis.
Die Voraussetzung: Die Firstline-Manager müssen aktiv sein und selbst ihren Leadership Bonus-Status erfüllen. Wer als Diamond Manager mit Eagle-Qualifikation (15 Linien) zusätzlich GEM-qualifiziert ist, addiert 3 % auf die 9 % Leadership Bonus – macht 12 % effektiv auf das Manager-Gruppen-Volumen.
Muss ich als Forever Living Partner ein Gewerbe anmelden?
Ja. Sobald du Umsätze generierst oder Boni erhältst, gelten diese als gewerbliche Einkünfte. In Österreich und Deutschland ist eine Gewerbeanmeldung gesetzlich erforderlich.
Die Anmeldung läuft in Österreich über die Wirtschaftskammer (WKO), in Deutschland über das örtliche Gewerbeamt. Kosten liegen in der Regel unter 150 € jährlich. Wer dauerhaft unter der Kleinunternehmergrenze bleibt, spart sich die Umsatzsteuer-Voranmeldung – muss aber trotzdem ein Gewerbe angemeldet haben. Steuerberater, die Erfahrung mit Network Marketing haben, kennen die spezifischen Abzugsmöglichkeiten und rechnen sich daher schnell.
Wie unterscheidet sich der Supervisor vom Manager wirklich?
Ein Supervisor hat 38 % Einkaufsvorteil und 3 % Teambonus. Ein Manager hat 48 % und das vollständige Teambonus-Spektrum. Das ist der oberflächliche Unterschied. Der eigentliche Unterschied ist struktureller Natur.
Ein Muster, das ich so oder ähnlich schon viele Male begleitet habe: Partner kämpfen monatelang darum, schnell Manager zu werden – weil sie denken, dass der Manager-Status das Ziel ist. In Wirklichkeit ist der Supervisor-Status ein Zeitraum, in dem das Team heranwächst, und wer diesen Zeitraum aktiv für den Team-Aufbau nutzt, kommt schneller und mit einer stärkeren Basis zum Manager. Wer ihn überhastet, kommt früher zum Manager – aber mit einer dünnen Basis. Der Unterschied zeigt sich nicht sofort, sondern drei bis sechs Monate nach dem Manager-Aufstieg.
Was du jetzt weißt – und die meisten nicht
Der Forever Living Vergütungsplan hat zwei Gesichter. Das erste Gesicht zeigt Einkaufsvorteile und solide Handelsmargen – sinnvoll für alle, die Produkte verkaufen wollen. Das zweite Gesicht zeigt Leadership Boni, GEM Bonus und Chairman’s Bonus – und das ist das Gesicht, das echte Monatsverdienste im fünf- und sechsstelligen Bereich ermöglicht.
Die meisten kennen nur das erste Gesicht, weil sie beim Einstieg niemanden hatten, der das zweite erklärt hat.
Es gibt eine Erkenntnis, die sich bei jedem erfahrenen Network-Marketer irgendwann durchsetzt: Die Zahlen im Vergütungsplan sind Orientierungswerte, keine Versprechen. Aber wer versteht, wie die Mechanismen ineinandergreifen – Differenzprovision, Leadership Bonus, GEM Bonus – der liest den Plan nicht mehr als Marketing-Broschüre, sondern als Betriebsanleitung.
Rock it!
Dein Willi