Wer eine Ausbildung bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) startet, will wissen, was dabei finanziell drin ist – sowohl während der Ausbildungszeit als auch danach. Die kurze Antwort: Das Gehalt während der IHK-Ausbildung ist tariflich geregelt und liegt im marktüblichen Bereich. Was danach kommt, hängt stark von Einsatz, Karrierestufe und Eigeninitiative ab – und kann erheblich über dem Durchschnitt liegen.
Was genau ist die DVAG-Ausbildung?
Bei der DVAG gibt es zwei verschiedene Einstiegswege: die klassische IHK-Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen und den nebenberuflichen Einstieg als Vermögensberater-Assistent ohne formale Ausbildungsstruktur. Diese beiden Wege unterscheiden sich grundlegend – auch beim Gehalt.
Die IHK-Ausbildung ist ein anerkannter, dualer Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Sie dauert drei Jahre und wechselt zwischen der praktischen Tätigkeit in einer DVAG-Direktion oder Geschäftsstelle und dem Berufsschulunterricht. Geregelt ist sie durch die Versicherungs-und-Finanzanlagen-Kaufleute-Ausbildungsverordnung (VersFinKflAusbV) vom 2. März 2022.
Der nebenberufliche Einstieg ist hingegen keine Ausbildung im klassischen Sinne. Er ist eine selbstständige Tätigkeit, bei der es kein Ausbildungsgehalt gibt, sondern Einnahmen durch Provisionen.
Wie hoch ist das Gehalt während der IHK-Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt bei der DVAG folgt den tariflichen Mindestbeträgen, die jährlich angepasst werden. Es steigt mit jedem Ausbildungsjahr an.
Aktuelle Ausbildungsvergütungen (Richtwerte)
| Ausbildungsjahr | Monatliche Vergütung (ca.) |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | ca. 682 – 750 € |
| 2. Ausbildungsjahr | ca. 805 – 870 € |
| 3. Ausbildungsjahr | ca. 921 – 977 € |
Hinweis: Die exakten Beträge können je nach Region und Tarifvereinbarung leicht variieren. Die Tabelle zeigt Orientierungswerte auf Basis aktueller Tarifdaten.
Zusätzlich zur Grundvergütung besteht bei der DVAG die Möglichkeit, bereits während der Ausbildung Provisionseinnahmen zu erzielen. Das ist ein Unterschied zu vielen anderen Ausbildungsberufen. Wer also früh aktiv in die Kundenberatung eingebunden wird und erste Vermittlungen begleitet, kann sein Ausbildungsgehalt spürbar aufstocken.
Was verdient man nach der Ausbildung?
Nach dem Abschluss der IHK-Ausbildung beginnt in der Regel der hauptberufliche Einstieg als Vermögensberater. Hier wechselt das Modell grundlegend: Kein Fixgehalt mehr, sondern reine Provisionsvergütung.
Das ist der entscheidende Punkt, den du verstehen musst. Die DVAG ist kein Arbeitgeber im klassischen Sinne. Du arbeitest als selbstständiger Handelsvertreter – und dein Einkommen hängt direkt von deiner Leistung ab.
Einkommensübersicht nach Karrierestufe
| Karrierestufe | Typisches Jahreseinkommen |
|---|---|
| Einstieg (hauptberuflich, erstes Jahr) | 35.000 – 50.000 € |
| Etablierter Vermögensberater | 50.000 – 90.000 € |
| Agenturleiter / Führungskraft | 80.000 – 150.000 € |
| Direktionsleiter | 150.000 – 500.000 € und mehr |
Quelle: Kununu, williprokop.com, brancheninterne Daten
Aus meiner Beobachtung verschiedener Strukturvertriebe über mehr als 16 Jahre kann ich sagen: Diese Bandbreite ist real. Sie zeigt aber auch, dass das Einkommen stark streut. Wer nach der Ausbildung konsequent aufbaut, liegt realistisch im mittleren bis oberen Bereich.
Wie funktioniert das Provisionssystem genau?
Das Herzstück der DVAG-Vergütung ist das Einheitensystem. Jede vermittelte Leistung – ob Versicherung, Investmentfonds, Bausparvertrag oder Immobilienfinanzierung – wird in sogenannte Einheiten umgerechnet.
Der Wert pro Einheit hängt von deiner Karrierestufe ab:
- Einstiegsstufe: ca. 2 – 3 € pro Einheit
- Mittlere Stufe: ca. 7 – 9 € pro Einheit
- Höchste Eigenumsatzstufe: ca. 13 – 14 € pro Einheit
Das bedeutet: Bei gleichem Arbeitsaufwand verdienst du auf der höchsten Stufe bis zu sechsmal mehr als am Anfang. Das Karrieresystem belohnt also Kontinuität und Leistung direkt.
Differenzprovision im Teamsystem
Wer Führungsverantwortung übernimmt und eigene Berater aufbaut, verdient zusätzlich die sogenannte Differenzprovision. Das funktioniert so:
- Du bist auf Stufe 14 € pro Einheit
- Dein Teammitglied ist auf Stufe 9 € pro Einheit
- Macht dieses Teammitglied 100 Einheiten, erhält es 900 €
- Du erhältst 500 € Differenzprovision (5 € × 100 Einheiten)
Dieses Modell existiert bei der DVAG seit der Gründung durch Reinfried Pohl im Jahr 1975. Es ist ein zentrales Element des Karrieresystems.
Welche Ausbildungsinhalte gibt es?
Die IHK-Ausbildung bei der DVAG vermittelt umfassendes Fachwissen im Bereich Finanzen und Versicherungen. Die Ausbildungsverordnung definiert die Lerninhalte präzise.
Kernthemen der Ausbildung:
- Prozesse und rechtliche Rahmenbedingungen der Versicherungswirtschaft
- Kundenbedarfsanalyse und ganzheitliche Beratung
- Wohnen und Wohneigentum absichern
- Gesundheit, Pflege und Berufsausübung absichern
- Altersvorsorge und Vermögensbildung
- Einkommen absichern und Hinterbliebenenversorgung
- Versicherungsfallregulierung und Risikomanagement
- Kaufmännische Steuerung und Controlling
- Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft
Dazu kommen in der DVAG-eigenen Akademie zusätzliche Seminare, Coachings und Workshops. Das geht über die reine Berufsschule hinaus und bereitet gezielt auf die Praxis im Vertrieb vor.
Hauptberuf oder Nebenberuf – was ist der Unterschied?
Bei der DVAG gibt es zwei klar unterschiedliche Einstiegswege:
Hauptberuflicher Einstieg:
- Vollständige IHK-Ausbildung mit tariflicher Vergütung
- Danach: hauptberufliche Selbstständigkeit als Vermögensberater
- Eigenständige Kundenbetreuung und -beratung
- Voller Zugang zum Karrieresystem
Nebenberuflicher Einstieg:
- Keine klassische Ausbildung
- Tätigkeit als Vermögensberater-Assistent
- Unterstützende Aufgaben (Terminvereinbarung, Datenerfassung)
- Kundenberatung erfolgt durch qualifizierte Hauptberufler
- Provisionen als Zusatzverdienst
- Möglichkeit, jederzeit in den Hauptberuf zu wechseln
Wer nebenberuflich einsteigt, hat kein Ausbildungsgehalt, da es kein formales Ausbildungsverhältnis gibt. Die Einnahmen entstehen ausschließlich durch vermittelte Abschlüsse.
Was kostet die Ausbildung?
Die DVAG-Ausbildung ist für Azubis kostenfrei. Es fallen keine Kosten für Lernmaterialien, Seminare oder interne Schulungen an. Lediglich folgende externe Kosten entstehen:
- IHK-Prüfungsgebühren: ca. 300 – 500 € gesamt (aufgeteilt auf Zwischen- und Abschlussprüfung)
- Ggf. Arbeitsmaterial wie Laptop oder Schreibwaren
- Fahrtkosten zur Berufsschule (je nach Wohnort)
Es gibt keine teuren Starterpakete und keine Pflichtinvestitionen in Produkte oder Tools.
Wie ist die Gehaltszufriedenheit bei der DVAG?
Laut Kununu-Daten (basierend auf mehreren hundert Gehaltsangaben) liegt die Gehaltszufriedenheit bei der DVAG bei 4,6 von 5 Punkten – das entspricht 24 % über dem Branchendurchschnitt.
Das durchschnittliche Jahresgehalt aller Positionen bewegt sich laut dieser Daten zwischen:
- 11.500 € (Auszubildende)
- 182.700 € (Vertriebsleiter)
Der Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen liegt im Schnitt bei 49.200 € pro Jahr, der Finanzberater bei 71.300 € pro Jahr.
„Nach 16 Jahren in verschiedenen Vertriebsstrukturen sehe ich: Die DVAG hat eines der transparentesten Einheitensysteme im deutschsprachigen Raum. Das Einkommen ist leistungsbasiert – das ist für manche ein Vorteil, für andere eine Umstellung.“
— Willi Prokop, Network Marketing Experte
Duales Studium als Alternative
Wer über die IHK-Ausbildung hinausgehen möchte, kann bei der DVAG auch ein duales Studium absolvieren. Dabei werden Ausbildung, Bachelor-Studium und beruflicher Einstieg kombiniert.
Das duale Studium dauert länger als die reine Ausbildung, führt aber zu einem offiziellen Hochschulabschluss. Die Vergütung während des Studiums ist separat geregelt und in der Regel höher als die klassische Ausbildungsvergütung.
Voraussetzungen für die Ausbildung
Für den Start einer IHK-Ausbildung bei der DVAG gelten folgende Voraussetzungen:
- Interesse an wirtschaftlichen Themen und Finanzen
- Selbstständiges Arbeiten und Teamfähigkeit
- Kunden- und serviceorientiertes Denken
- Idealerweise PKW-Führerschein
- Mindestalter: 21 Jahre (beim nebenberuflichen Einstieg in Österreich)
- Mittlere Reife oder Abitur (je nach Region und Stelle)
Gehaltsentwicklung im Überblick
Wer die DVAG-Ausbildung als langfristigen Karriereweg betrachtet, sollte die Gehaltsentwicklung als Gesamtbogen verstehen:
- Ausbildungsjahre: Tarifliches Ausbildungsgehalt plus optionale Provisionen
- Einstieg als Vermögensberater: 35.000 – 50.000 € (hauptberuflich, erstes Jahr)
- Nach 3 – 5 Jahren: 50.000 – 90.000 € bei aufgebautem Kundenstamm
- Führungsebene: 80.000 – 150.000 € als Agentur- oder Niederlassungsleiter
- Direktionsebene: 150.000 € bis weit darüber
Die entscheidende Variable ist nicht die Ausbildung selbst, sondern das, was danach kommt: Eigenumsatz, Teamaufbau und das Erreichen höherer Provisionsstufen.
Fazit
Das Ausbildungsgehalt bei der DVAG entspricht den tariflichen Vorgaben und liegt im branchenüblichen Bereich. Die eigentliche Gehaltsperspektive entfaltet sich nach der Ausbildung – durch das leistungsbasierte Provisionssystem. Wer den Berufseinstieg strukturiert angeht und das Karrieresystem versteht, hat eine klare Möglichkeit, das Einkommen über viele Jahre kontinuierlich zu steigern.
FAQ
Was verdient man als DVAG-Azubi im Monat?
Das Ausbildungsgehalt liegt je nach Ausbildungsjahr zwischen ca. 682 € und 977 € monatlich. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, durch Provisionseinnahmen extra zu verdienen.
Die tarifliche Mindestausbildungsvergütung steigt mit jedem Ausbildungsjahr an. Im ersten Jahr liegt sie bei etwa 682 – 750 €, im dritten Jahr bei rund 921 – 977 € monatlich. Wer parallel schon aktiv in der Kundenberatung tätig ist, kann diese Basisvergütung durch Provisionen ergänzen. Die genaue Höhe hängt von der Region und dem jeweiligen Tarifsystem ab.
Was verdient man nach der DVAG-Ausbildung?
Nach der Ausbildung steigt man als selbstständiger Vermögensberater ein. Im ersten hauptberuflichen Jahr sind 35.000 – 50.000 € realistisch.
Der Einstieg als selbstständiger Vermögensberater bedeutet: kein Fixgehalt mehr, sondern reine Provisionsvergütung. Wer konsequent arbeitet, kann im ersten Jahr 35.000 bis 50.000 € erzielen. Nach einigen Jahren mit aufgebautem Kundenstamm und höherer Provisionsstufe liegt das Einkommen typischerweise zwischen 50.000 und 90.000 €. Führungskräfte mit eigenem Team verdienen 80.000 bis 150.000 € und mehr.
Wie lange dauert die Ausbildung bei der DVAG?
Die IHK-Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen dauert drei Jahre. Sie ist als duale Ausbildung organisiert und endet mit einer IHK-Abschlussprüfung.
Während dieser drei Jahre wechselst du zwischen der praktischen Tätigkeit in einer DVAG-Direktion oder Geschäftsstelle und dem theoretischen Unterricht in der Berufsschule. Die Ausbildung ist durch die VersFinKflAusbV geregelt und staatlich anerkannt.
Was lernt man in der DVAG-Ausbildung?
Die Ausbildung vermittelt Fachwissen in Versicherungen, Altersvorsorge, Finanzanlagen und Kundenberatung. Dazu kommen Kenntnisse im Risikomanagement und kaufmännisches Grundwissen.
Die Ausbildungsinhalte umfassen:
- Kundenbedarfsanalyse und Beratungsprozesse
- Versicherungsprodukte (Haftpflicht, Kfz, Berufsunfähigkeit, Kranken)
- Altersvorsorge und Vermögensaufbau
- Rechtliche Rahmenbedingungen der Versicherungswirtschaft
- Digitalisierung und kaufmännische Steuerung
Zusätzlich bietet die DVAG-Akademie interne Schulungen, Coachings und Seminare, die über den reinen Berufsschulinhalt hinausgehen.
Ist die DVAG-Ausbildung kostenlos?
Ja, für Azubis ist die Ausbildung vollständig kostenfrei. Lediglich IHK-Prüfungsgebühren von ca. 300 – 500 € insgesamt sind selbst zu tragen.
Es gibt keine Pflichtinvestitionen, keine teuren Starterpakete und keine versteckten Kosten. Seminare und Coachings der DVAG-Akademie sind im Rahmen der Ausbildung eingeschlossen. Eigene Ausgaben entstehen nur für Fahrtkosten und individuelles Arbeitsmaterial.
Was ist der Unterschied zwischen Ausbildung und nebenberuflichem Einstieg?
Die IHK-Ausbildung ist ein formales, dreijähriges Ausbildungsverhältnis mit tariflichem Gehalt. Der nebenberufliche Einstieg ist eine selbstständige Tätigkeit ohne Ausbildungsgehalt.
| Merkmal | IHK-Ausbildung | Nebenberuflicher Einstieg |
|---|---|---|
| Dauer | 3 Jahre | Offen |
| Vergütung | Tarifliches Ausbildungsgehalt | Nur Provisionen |
| Abschluss | IHK-Kaufmannszeugnis | Kein formaler Abschluss |
| Kundenberatung | Eigenständig möglich | Durch Hauptberufler |
| Berufsschule | Ja | Nein |
Wie funktioniert das Einheitensystem bei der DVAG?
Das Einheitensystem rechnet jede Vermittlungsleistung in Einheiten um. Der Wert pro Einheit hängt von der Karrierestufe ab – von ca. 2 € (Einstieg) bis ca. 14 € (höchste Eigenumsatzstufe).
Je mehr Einheiten du im Monat erarbeitest, desto höher steigst du im Provisionssystem. Wer eine Führungsstufe erreicht, verdient zusätzlich die Differenzprovision aus dem Umsatz seiner Teammitglieder. Das bedeutet: Eigenumsatz und Teamaufbau ergänzen sich im Einkommenssystem.
Welche Karrierestufen gibt es nach der Ausbildung?
Die DVAG hat ein mehrstufiges Karrieresystem vom Vermögensberater bis zum Direktionsleiter. Jede Stufe ist mit einem höheren Provisionssatz verbunden.
Die wichtigsten Stufen im Überblick:
- Vermögensberater (Einstieg nach Ausbildung)
- Agenturleiter (mit erstem Teamaufbau)
- Niederlassungsleiter
- Direktionsleiter (höchste operative Stufe)
Je höher die Karrierestufe, desto höher der eigene Provisionssatz und desto größer der Anteil an Differenzprovisionen aus dem Team. Der Aufstieg ist an konkrete Umsatzziele (Einheiten) geknüpft.
Wie viel verdient ein DVAG-Finanzberater durchschnittlich?
Laut Kununu-Daten liegt das Durchschnittsgehalt für Finanzberater bei der DVAG bei etwa 71.300 € pro Jahr. Die Spanne reicht von ca. 54.000 € bis 108.000 €.
Diese Zahlen basieren auf gemeldeten Gehaltsangaben von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern. Das Einkommen variiert je nach Karrierestufe, Erfahrung, Region und persönlichem Einsatz. Die Gehaltszufriedenheit bei der DVAG liegt laut Kununu bei 4,6 von 5 – das ist 24 % über dem Branchendurchschnitt.
Kann man bei der DVAG auch studieren?
Ja, die DVAG bietet ein duales Studium an, das Ausbildung, Bachelor-Abschluss und Berufseinstieg kombiniert. Die Vergütung ist dabei höher als bei der reinen IHK-Ausbildung.
Das duale Studium eignet sich für alle, die nicht nur einen Ausbildungsabschluss, sondern einen anerkannten Hochschulabschluss (Bachelor) anstreben. Es dauert länger als die klassische Ausbildung, eröffnet aber zusätzliche Karriereoptionen – sowohl innerhalb der DVAG als auch am allgemeinen Arbeitsmarkt.