Ab dem 1. Mai 2026 stellt Forever Living Products das FBO-Sponsoring in den USA vollständig ein. Neue Vertriebspartner lassen sich ab diesem Stichtag nicht mehr registrieren, und mehrere Bonusprogramme werden eingestellt oder eingefroren. Was das konkret bedeutet, welche Programme wegfallen und wie sich diese Entscheidung auf Europa auswirken kann – das findest du hier Schritt für Schritt.
Ich beobachte diese Branche seit über 16 Jahren, und eine Entscheidung dieser Größenordnung sieht man nicht alle Jahre. Als einer der ältesten und größten Aloe-Vera-Vertriebe weltweit trifft Forever Living damit eine Strukturentscheidung, die weit über die USA hinaus Fragen aufwirft. Was genau passiert, was bleibt und was sich für europäische Partner ändert – dazu habe ich alle verfügbaren Fakten zusammengetragen.
Was genau zum 1. Mai 2026 passiert
Ab dem 1. Mai 2026 dürfen Personen mit US-amerikanischem Wohnsitz sich nicht mehr als Forever Business Owner (FBO) registrieren. Das FBO-Sponsoring endet vollständig – also die Möglichkeit, neue Partner in die eigene Downline einzuladen. Gleichzeitig stellt Forever Living Products mehrere langjährige Incentive-Programme ein oder friert sie ein.
Bestehende FBOs in den USA dürfen weiterhin Produkte kaufen und an Endkunden verkaufen. Zudem laufen bestehende Downline-basierte Vergütungsstrukturen in einem Übergangsmodus bis Ende 2026 weiter. Was danach folgt, lässt das Unternehmen bislang offen.
Welche Programme wegfallen
Die Änderungen greifen auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Hier eine Übersicht aller betroffenen Bereiche:
Ein Muster, das ich in meiner Arbeit mit Partnern aus verschiedenen Firmen schon oft beobachtet habe: Wenn mehrere Vergütungselemente gleichzeitig wegfallen, unterschätzen viele zunächst, wie sehr das ihre monatliche Kalkulation verändert – bis die erste Abrechnung kommt.
| Bereich / Programm | Änderung | Status |
|---|---|---|
| FBO-Sponsoring / Recruiting (USA) | Keine Neuanmeldungen für US-Residenten mehr möglich | Eingestellt |
| Eagle Manager-Programm | Qualifikationsanforderungen eingefroren | Eingefroren |
| Gem Bonus | Programm wird eingestellt | Eingestellt |
| Chairman’s Bonus | Programm wird eingestellt | Eingestellt |
| Forever2Drive | Fahrzeugprogramm wird eingestellt | Eingestellt |
| Forever Shared Retail / Amazon Subscription | Einstellung; Jahresgebühr wird erstattet | Eingestellt |
| Aktivitäts- und Leadership-Bonus-Anforderungen | Werden angepasst | Geändert |
| Incentives für Sponsoring / Org.-Aufbau | Entfallen vollständig | Eingestellt |
| Produktkauf durch bestehende FBOs | Bleibt möglich | Fortgeführt |
| Produktverkauf an Endkunden | Bleibt möglich | Fortgeführt |
| Bestehende Downline-Earnings | Übergangsmodus bis Ende 2026 | Zeitlich befristet |
| Neue FBO-Opt-in (US-Residents) | Ab 1. Mai 2026 nicht mehr zulässig | Eingestellt |
Quelle: Company Policies and Procedures USA, veröffentlicht 1. April 2026, wirksam 1. Mai 2026
Der regulatorische Hintergrund
Forever Living Products benennt in den aktualisierten „Company Policies and Procedures“ vom 1. April 2026 keinen einzelnen Behördenakt als direkten Auslöser. Das Unternehmen beschreibt jedoch ein Bündel regulatorischer Anforderungen, das das bisherige US-Geschäftsmodell aus seiner Sicht nicht mehr tragbar macht.
Das offizielle Statement lautet:
„Die sich weiterentwickelnden regulatorischen Anforderungen haben fortlaufende Compliance-, Überwachungs- und strukturelle Verpflichtungen geschaffen, die über klassische Werbe- oder Offenlegungspflichten hinausgehen. Die Aufrechterhaltung des bisherigen US-Geschäftsmodells würde unter diesen Bedingungen zu nicht beherrschbaren regulatorischen Risiken führen – einschließlich der Gefahr, dass US-spezifische Auslegungen direkt oder indirekt auf die globalen Aktivitäten von Forever Living angewendet werden.“
Zwei konkrete regulatorische Ereignisse liefern den Rahmen für diese Aussage. Im Oktober 2021 erschien Forever Living Products auf der FTC-Empfängerliste für „Notices of Penalty Offenses“ im Bereich Money-Making Opportunities. Die FTC betont ausdrücklich, dass eine Nennung auf dieser Liste kein Fehlverhalten des Unternehmens belegt. Im Jahr 2024 dokumentierte das Selbstregulierungsprogramm DSSRC der BBB National Programs einen Monitoring-Fall (Case #180-2024) zu Einkommensbehauptungen von Vertriebspartnern in sozialen Medien.
In meiner Arbeit beobachte ich, dass Einkommensbehauptungen auf Social Media der häufigste Punkt sind, bei dem Partner unbewusst regulatorische Anforderungen tangieren – und dass viele sich der Tragweite solcher Posts gar nicht bewusst sind.
Was die FTC-Liste konkret bedeutet
Die „Notice of Penalty Offenses“ der FTC ist kein Bußgeldbescheid und kein Urteil. Die Behörde verschickt diese Mitteilungen an Unternehmen, um sie formell zu informieren, dass bestimmte Geschäftspraktiken als rechtswidrig gelten können. Damit schafft die FTC eine Grundlage, um im Wiederholungsfall deutlich höhere Bußgelder durchzusetzen. Für betroffene Unternehmen bedeutet das vor allem: erhöhter Dokumentationsaufwand, strengere interne Compliance und ein dauerhaft höheres regulatorisches Risiko.
Was Recruiting im MLM-System bedeutet
Warum der Recruiting-Stopp strukturell so viel bewegt
Nach 16 Jahren in dieser Branche sehe ich diesen Mechanismus mit einer Klarheit, die man nur durch langjährige Beobachtung bekommt: Recruiting ist nicht nur Wachstum – es ist Systemerhalt.
In jedem klassischen MLM-System sorgt der kontinuierliche Zustrom neuer Partner nicht nur für Expansion. Er gleicht auch die unvermeidliche Fluktuation in bestehenden Downlines aus. Partner kündigen, werden inaktiv, wechseln die Firma oder das Leben ändert sich – das ist normal. Solange neue Partner nachkommen, bleibt die Struktur stabil. Sobald dieser Nachschub stoppt, schrumpft die aktive Basis nicht linear, sondern schneller als erwartet.
Das Forever Living US-Income-Disclosure 2024 zeigt, wie dünn diese Basis schon unter laufenden Recruiting-Bedingungen ist: 69,3 Prozent aller aktiven FBOs erhielten keinerlei Auszahlung. Nur 30,7 Prozent, also rund 7.325 Personen, kamen im gesamten Jahr auf mindestens eine Vergütung. Das bedeutet: Die kommissionierte Basis war schon vor dem Stopp vergleichsweise schmal.
Wenn nun kein Recruiting mehr stattfindet, arbeitet die Fluktuation nur noch in eine Richtung. Jeder Partner, der aufhört, wird nicht mehr ersetzt. Das setzt die verbleibende Organisation unter strukturellen Druck – nicht durch einen einzelnen Moment, sondern durch einen schleichenden Prozess, der sich über Monate zeigt.
Für europäische Partner bedeutet das eine konkrete Frage: Wer aus dem eigenen Netzwerk noch Verbindungen in die USA hat – sei es durch Teampartner mit US-Wohnsitz oder durch Line-Verbindungen in die USA – der wird merken, wie sich diese Verbindungen ab Mai 2026 verändern. Downlines mit US-Anteilen schrumpfen nicht von heute auf morgen, aber die Richtung ist eindeutig.
Zahlen zum US-Geschäft
Das US Income Disclosure / Key Facts 2024 liefert die einzigen öffentlich zugänglichen Kennzahlen zur US-Vertriebsbasis:
- 7.325 US-amerikanische FBOs erhielten im Jahr 2024 mindestens eine Auszahlung
- 69,3 % aller aktiven FBOs erhielten keine Vergütung
- 30,7 % kamen auf mindestens eine Zahlung
- Hochgerechnet ergibt das rund 23.860 aktive („engaged“) US-FBOs für 2024
- Der globale Jahresumsatz des Unternehmens liegt laut Branchenranking bei geschätzt 1,7 Milliarden US-Dollar
Hinweis: Forever Living ist ein privat geführtes Unternehmen. Belastbare, öffentlich verifizierbare US-Segmentzahlen liegen nicht vor. Die Hochrechnung basiert auf dem Verhältnis 7.325 = 30,7 % der „engaged“ FBOs.
Forever Living kurz im Überblick
Damit der Kontext klar ist: Forever Living Products wurde 1978 von Rex Maughan in Scottsdale, Arizona gegründet. Heute führt CEO Gregg Maughan das Unternehmen, das als einer der weltweit größten Aloe-Vera-Hersteller gilt. Präsident Aidan O’Hare übernahm dieses Amt im Januar 2023. Forever Living ist in Nordamerika, Lateinamerika, Afrika, Europa und Asien aktiv – und zählt damit zu den global aufgestellten Direct-Selling-Unternehmen mit einer langen Unternehmensgeschichte.
Was der Blick auf andere Märkte zeigt
Wenn ich mir die Entwicklung verschiedener Network-Marketing-Unternehmen in den USA über die letzten Jahre anschaue, zeigt sich ein Muster: Der regulatorische Druck der FTC hat sich seit etwa 2019 deutlich verändert. Damals veröffentlichte die Behörde erstmals umfassendere Leitlinien zu Einkommensbehauptungen und Recruiting-Praktiken. Seitdem haben mehrere bekannte MLM-Unternehmen strukturelle Anpassungen vorgenommen – teils freiwillig, teils nach Verfahren.
Was dabei auffällt: Firmen, die frühzeitig auf Produktverkauf und transparente Einkommensdokumentation gesetzt haben, stehen heute regulatorisch deutlich stabiler da. Die Entscheidung von Forever Living, das Recruiting in den USA zu stoppen und sich auf ein produktorientiertes Modell zu fokussieren, liegt genau in dieser Entwicklungslinie. Das ist keine Einzelentscheidung – das ist eine Reaktion auf ein regulatorisches Umfeld, das sich in den USA strukturell verändert hat.
Für europäische Märkte lässt sich daraus ableiten: Die EU-Regulierung im Direktvertrieb bewegt sich in eine ähnliche Richtung, wenn auch mit anderen Instrumenten. Die DSA (Digital Services Act) und die Omnibus-Richtlinie setzen neue Maßstäbe für Transparenz in der Vermarktung. Was in den USA heute strukturelle Konsequenzen hat, könnte in Europa in einigen Jahren regulatorisch relevanter werden als heute.
Das bedeutet konkret: Wer als FBO in Europa das eigene Business langfristig aufstellt, tut gut daran, den Fokus auf nachweisbaren Produktumsatz zu legen – unabhängig davon, was gerade in den USA passiert. Firmen, die in ihrer globalen Struktur auf echten Produktabsatz setzen, bieten langfristig stabilere Grundlagen als reine Recruiting-Maschinen.
Dieser Strukturvergleich zeigt auch: Die USA sind nicht ein isolierter Sonderfall, sondern oft ein Frühindikator für regulatorische Trends, die sich später in anderen Märkten wiederholen.
Auswirkungen auf Europa – was Stand heute bekannt ist
Forever Living Products betont ausdrücklich: Die Änderungen sind auf den US-Markt beschränkt. Das Europäische Geschäft läuft weiter – sowohl das FBO-Modell als auch die bestehenden Vergütungsstrukturen bleiben in Europa unverändert aktiv.
Gleichzeitig gibt es Aspekte, die für europäische Partner relevant sein können:
- Linien mit US-Anteil: Wer in seiner Downline Partner mit US-Wohnsitz hat, wird ab Mai 2026 keine neuen US-FBOs mehr in dieser Linie sehen. Bestehende US-Partner bleiben bis Ende 2026 im Übergangsmodus aktiv.
- Globale Signalwirkung: Das Unternehmen lässt offen, ob die US-Entscheidung langfristig Modellcharakter für andere Märkte bekommt. Bislang gibt es dafür keine Ankündigung.
- Marktdaten: Web-Traffic-Daten aus Februar 2026 zeigen, dass Forever Living global eine starke Präsenz behält. Wichtige Märkte sind India (20 %), USA (18 %), Ungarn (8 %) und Rumänien (5 %).
Das bedeutet: Europa ist derzeit ein Kernmarkt für Forever Living. Ungarn und Rumänien gehören zu den Top-3-Märkten weltweit – das zeigt, wie bedeutsam der europäische Raum für das Unternehmen ist.
Was fast alle bei dieser Nachricht falsch einschätzen
Der häufigste Irrtum, den ich zu dieser Art von Meldung korrigiere: Viele lesen „Forever Living stoppt in den USA“ und schlussfolgern daraus sofort, dass das Unternehmen insgesamt in der Krise steckt oder Europa als nächstes dran ist. Das ist eine Fehlannahme, die sich aus mangelnder Differenzierung ergibt.
Der Unterschied zwischen einem marktspezifischen Compliance-Schritt und einer globalen Unternehmenskrise ist fundamental. Forever Living agiert in Märkten weltweit, und der US-Markt ist – so groß er auch ist – nur einer davon. Unternehmen, die seit fast 50 Jahren bestehen und global aufgestellt sind, haben in der Regel strategische Handlungsfähigkeit, die über eine einzelne Marktentscheidung hinausgeht.
Ein zweites Missverständnis betrifft die bestehenden Partner in den USA: Viele denken, mit dem Stichtag 1. Mai 2026 enden alle Aktivitäten sofort. Tatsächlich läuft das Unternehmen in einem Übergangsmodus bis Ende 2026 weiter. Bestehende Downline-Earnings werden fortgeführt, Produktkauf und -verkauf bleiben möglich. Das ist kein sofortiger Absturz, sondern ein geplanter, strukturierter Übergang.
In der Momentum-Macher-Gruppe taucht genau dieses Missverständnis regelmäßig auf, wenn es um Firmennachrichten geht – und dabei zeigt sich, wie wichtig es ist, zwischen marktspezifischen Maßnahmen und globalen Unternehmenstrends zu unterscheiden. Eine Headline ist nicht dasselbe wie eine Unternehmensanalyse.
Was das für den Alltag bedeutet: Europäische Partner, die in ihrer Community diese Nachricht teilen oder darüber diskutieren, sollten klar zwischen „USA ab Mai 2026″ und dem europäischen Markt trennen. Denn wer das nicht tut, erzeugt Unklarheit, wo Klarheit angebracht wäre.
Szenarien für die Zeit nach 2026
Mit dem Auslaufen der bestehenden Vergütungsstrukturen Ende 2026 steht die Frage im Raum, wie Forever Living den US-Markt dauerhaft strukturiert. Mehrere Modelle sind denkbar:
- Reines Customer-Modell: Kein Business-Aufbau mehr, nur Produktkauf und -verkauf
- Preferred Customer-Modell: Treukunden mit Preisvorteil ohne Business-Opportunity
- Single-Level-Affiliate: Provision auf eigene Verkäufe, keine Downline-Komponente
- E-Commerce-Fokus: Reines Direct-Retail-Modell über Online-Kanäle
- Re-Launch mit angepasstem Vergütungsplan: Neues FBO-Modell mit enger Compliance-Struktur
Das Unternehmen selbst kommuniziert keines dieser Szenarien öffentlich. CEO Gregg Maughan und Präsident Aidan O’Hare bestätigen lediglich den Übergangsmodus – die strategische Perspektive ab 2027 bleibt eine offene Frage.
Was ich bei solchen Übergangsphasen beobachte
Ein Muster, das ich so oder ähnlich schon viele Male begleitet habe: Wenn eine Firma eine große strukturelle Ankündigung macht, reagieren Partner in drei unterschiedlichen Mustern.
Die erste Gruppe reagiert sofort emotional – sucht nach Alternativen, fragt überall nach und trifft Entscheidungen, bevor alle Fakten auf dem Tisch liegen. Diese Reaktion ist menschlich, führt aber selten zu den klarsten Entscheidungen. Die zweite Gruppe wartet ab – liest, beobachtet und entscheidet erst dann, wenn der tatsächliche Ablauf erkennbar ist. Diese Gruppe ist meistens besser informiert, wenn der Übergangsstichtag kommt. Die dritte Gruppe ignoriert die Meldung vollständig – und merkt drei Monate später, dass sich etwas verändert hat, ohne es eingeplant zu haben.
Der wichtigste Faktor in solchen Phasen ist nicht Tempo, sondern Unterscheidungsfähigkeit.
Im Fall von Forever Living ist die Faktenlage eindeutig kommuniziert: US-Residenten, Stichtag 1. Mai 2026, Übergangsmodus bis Ende 2026, Europa nicht direkt betroffen. Wer diese vier Punkte kennt, hat eine solide Grundlage für die eigene Einschätzung – unabhängig davon, was in diversen Foren noch diskutiert wird.
Was ich in diesen Phasen immer wieder sehe: Partner, die klare Fakten von Gerüchten trennen können, behalten ihre Handlungsfähigkeit. Die anderen verlieren sie vorübergehend – und kommen dann irgendwann mit demselben Informationsstand an, den die erste Gruppe längst hatte.
Was europäische FBOs jetzt tun können
Für europäische Partner gibt es konkrete Schritte, die sinnvoll sind – unabhängig davon, wie groß der eigene Bezug zum US-Markt ist.
Schritt 1: Prüfe, ob deine Downline US-Partner enthält
Logge dich in dein Forever Living Back-Office ein und prüfe, ob Downline-Mitglieder einen US-amerikanischen Wohnsitz haben. Das ist der direkteste Weg, um einzuschätzen, ob und wie sich die Änderungen auf deine eigene Struktur auswirken.
Schritt 2: Informiere dich über den offiziellen Stand
Die aktuellen Company Policies and Procedures (Stand: 1. April 2026, wirksam 1. Mai 2026) sind das einzige offizielle Dokument, das die Änderungen verbindlich beschreibt. Dort stehen die genauen Regelungen – nicht in Foren, nicht in Kommentarspalten.
Schritt 3: Frag direkt beim Unternehmen nach
Forever Living hat regional zuständige Ansprechpartner. Wer konkrete Fragen zur eigenen Organisation hat, sollte diese direkt und schriftlich stellen – damit die Antwort dokumentiert ist.
Schritt 4: Verfolge weitere Ankündigungen
Das Unternehmen hat für die Zeit nach Ende 2026 noch keine öffentlichen Aussagen gemacht. Offizielle Unternehmenskommunikation – über die Forever Living Website oder direkte Unternehmens-E-Mails – ist die verlässlichste Quelle für weitere Entwicklungen.
Was ich in der Praxis zu solchen Ankündigungen sehe
In meiner täglichen Arbeit mit Vertriebspartnern fällt mir immer wieder auf, dass die wenigsten wissen, wie ihre eigene Organisationsstruktur genau aufgebaut ist – geschweige denn, wo internationale Partner sitzen.
Das klingt zunächst banal, hat aber konkrete Folgen: Wenn eine Firmenentscheidung marktspezifisch greift, ist die erste Reaktion oft Unsicherheit darüber, ob man überhaupt betroffen ist. Wer aber die eigene Struktur kennt, kann sofort einschätzen, ob und in welchem Umfang eine Änderung die eigene Organisation berührt. Das dauert dann keine 30 Minuten – statt tagelanger Spekulation.
Der zweite Punkt, den ich immer wieder beobachte: Viele Partner kennen den Vergütungsplan ihrer Firma nicht in der Tiefe. Sie wissen, was sie monatlich erhalten – aber nicht, aus welchen Bestandteilen sich das zusammensetzt. Im Fall von Forever Living bedeutet das konkret: Wer nicht weiß, ob er Chairman’s Bonus, Gem Bonus oder Forever2Drive bezieht, weiß auch nicht, was für ihn persönlich wegfällt. Dabei steht das alles im Back-Office.
Ein Muster, das ich dabei besonders häufig sehe: Partner mit längerer Betriebszugehörigkeit kennen die alten Bonusnamen oft gut, haben aber keine aktuelle Übersicht, ob sie diese Programme noch aktiv nutzen. Gerade beim Forever2Drive-Programm – einem fahrzeugbezogenen Incentive – lohnt die Prüfung, ob man als europäischer FBO dieses Programm überhaupt aktiviert hatte. Wer das nicht getan hat, merkt schlicht keine Änderung.
Konkret empfehle ich: Lies die offiziellen Policies einmal durch, öffne dein Back-Office und gleiche ab, welche der aufgelisteten Programme für dich aktiv sind. Das ist keine aufwendige Analyse – das ist 20 Minuten Klarheit, die manche wochenlang vor sich herschieben.
Die Partner, die das tun, kommunizieren anschließend deutlich ruhiger zu diesem Thema. Nicht weil sie die Situation ignorieren – sondern weil sie sie kennen.
FAQ
Was passiert genau am 1. Mai 2026 bei Forever Living?
Ab dem 1. Mai 2026 können Personen mit US-amerikanischem Wohnsitz keine neuen Forever Business Owner (FBO) mehr werden. Das Sponsoring endet vollständig, und mehrere Incentive-Programme werden eingestellt oder eingefroren.
Die offiziellen Änderungen stehen in den Company Policies and Procedures, die Forever Living am 1. April 2026 veröffentlicht hat und die am 1. Mai 2026 in Kraft treten. Bestehende FBOs in den USA dürfen Produkte weiterhin kaufen und verkaufen. Downline-basierte Vergütungen laufen im Übergangsmodus bis Ende 2026 weiter – danach gibt es noch keine öffentliche Aussage über die weitere Struktur.
Welche Bonusprogramme fallen weg?
Vier Programme entfallen vollständig: Gem Bonus, Chairman’s Bonus, Forever2Drive und das Forever Shared Retail / Amazon Subscription-Programm. Das Eagle Manager-Programm wird eingefroren, das bedeutet, die Qualifikationsanforderungen gelten nicht mehr als Zielgröße.
In meiner täglichen Arbeit mit Partnern sehe ich immer wieder, dass besonders das Forever2Drive-Programm emotional verankert ist – weil es ein sichtbares, greifbares Incentive war. Für europäische FBOs gilt zunächst: prüfen, ob und in welcher Form das jeweilige Programm im eigenen Markt überhaupt aktiv war. Aktivitäts- und Leadership-Bonus-Anforderungen werden angepasst, bleiben aber grundsätzlich bestehen. Incentives, die explizit am Sponsoring oder am Organisationsaufbau hingen, entfallen vollständig.
Warum stellt Forever Living den Vertrieb in den USA ein?
Das Unternehmen nennt regulatorische Anforderungen als Hauptgrund. Konkret beschreibt es ein Bündel aus Compliance-, Überwachungs- und Strukturverpflichtungen, das das bisherige US-Geschäftsmodell aus seiner Sicht nicht mehr tragbar macht.
Im regulatorischen Kontext relevant: Forever Living erschien im Oktober 2021 auf der FTC-Empfängerliste für „Notices of Penalty Offenses“ im Bereich Money-Making Opportunities – eine formelle Information, die kein Fehlverhalten belegt, aber den regulatorischen Druck erhöht. Zusätzlich dokumentierte das DSSRC der BBB National Programs 2024 einen Monitoring-Fall (Case #180-2024) zu Einkommensbehauptungen von Vertriebspartnern auf Social Media. Das Unternehmen erklärt, dass eine Fortführung des bisherigen Modells das Risiko schafft, US-spezifische regulatorische Auslegungen auf die globale Struktur zu übertragen – und dieses Risiko sei nicht beherrschbar.
Betrifft das auch Europa?
Nein – Forever Living betont ausdrücklich, dass die Änderungen auf den US-Markt beschränkt sind. Das FBO-Modell in Europa bleibt unverändert aktiv, sowohl für Neuanmeldungen als auch für bestehende Vergütungsstrukturen.
Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir klar, dass marktspezifische Compliance-Entscheidungen nicht automatisch auf andere Märkte übertragen werden – denn das regulatorische Umfeld in Europa unterscheidet sich strukturell vom US-amerikanischen. Dennoch gilt: Wer europäische Downline-Partner mit US-Wohnsitz hat, wird diese Linien ab Mai 2026 nicht mehr durch US-Recruiting erweitern können.
Was passiert mit bestehenden US-Partnern ab Mai 2026?
Bestehende FBOs in den USA behalten das Recht, Produkte zu kaufen und an Kunden zu verkaufen. Downline-basierte Vergütungsstrukturen laufen in einem Übergangsmodus bis Ende 2026 weiter. Neue Partner können sie ab dem Stichtag nicht mehr sponsern.
Was nach Ende 2026 mit den bestehenden Vergütungsstrukturen passiert, hat das Unternehmen bislang nicht öffentlich kommuniziert. Das Führungsduo unter CEO Gregg Maughan und Präsident Aidan O’Hare bestätigt nur den Übergangsmodus – nicht die Zeit danach. Bestehende US-FBOs, die im Jahr 2024 die bezahlte Jahresgebühr für das Forever Shared Retail / Amazon Subscription-Programm entrichtet haben, erhalten diese zurückerstattet.
Wie lange hat Forever Living Products bestanden?
Forever Living Products wurde 1978 von Rex Maughan gegründet und hat damit eine fast 50-jährige Unternehmensgeschichte. Der Hauptsitz liegt in Scottsdale, Arizona. Das Unternehmen gilt als einer der weltweit größten Aloe-Vera-Hersteller.
Heute führt CEO Gregg Maughan das Unternehmen, das in Nordamerika, Lateinamerika, Afrika, Europa und Asien aktiv ist. Präsident Aidan O’Hare übernahm dieses Amt im Januar 2023. Der globale Jahresumsatz des Unternehmens liegt laut Branchenranking bei geschätzt 1,7 Milliarden US-Dollar – wobei Forever Living als privat geführtes Unternehmen keine öffentlichen Segmentzahlen veröffentlicht.
Kann man Forever Living Produkte als US-Resident noch kaufen?
Ja. Der Produktkauf durch bestehende FBOs und der Produktverkauf an Endkunden bleiben in den USA weiterhin möglich. Was entfällt, ist das Sponsoring neuer Partner und die Incentive-Programme, die am Recruiting oder am Organisationsaufbau hingen.
Ein Muster, das ich so oder ähnlich schon viele Male begleitet habe: In solchen Übergangsphasen entstehen oft Missverständnisse darüber, was genau wegfällt und was bleibt. Wer konkret nachfragt – direkt beim Unternehmen oder über die offiziellen Policies – erhält klarere Antworten als aus Kommentarspalten. Der Produktkauf ist ein ausdrücklich fortgeführter Bereich. Das Forever Shared Retail / Amazon Subscription-Programm endet allerdings – wer dort die Jahresgebühr bezahlt hat, bekommt sie zurück.
Was ist die FTC und welche Rolle spielt sie hier?
Die FTC (Federal Trade Commission) ist die US-amerikanische Behörde für Wettbewerb und Verbraucherschutz. Im Bereich Network Marketing überwacht sie insbesondere Einkommensbehauptungen und Recruiting-Praktiken.
Die „Notices of Penalty Offenses“, auf deren Liste Forever Living 2021 erschien, sind keine Verurteilungen. Die FTC schickt diese Mitteilungen an Unternehmen, um sie formell zu informieren, dass bestimmte Praktiken als rechtswidrig gelten können – und damit die Grundlage für höhere Bußgelder im Wiederholungsfall zu schaffen. Der häufigste Irrtum, den ich zu dieser Frage korrigiere: Viele lesen „FTC-Liste“ und denken automatisch an ein laufendes Verfahren. Das ist bei der Penalty-Offenses-Liste nicht der Fall – es ist ein präventives Compliance-Instrument.
Was sind mögliche Modelle für Forever Living USA nach 2026?
Mehrere Strukturmodelle sind denkbar: ein reines Customer-Modell ohne Business-Opportunity, ein Preferred-Customer-Modell mit Preisvorteil, ein Single-Level-Affiliate-Ansatz ohne Downline, ein reines E-Commerce-Modell oder ein Re-Launch mit eng reguliertem Vergütungsplan.
Das Unternehmen selbst äußert sich zu keinem dieser Szenarien öffentlich. Aus der Web-Traffic-Analyse (Februar 2026) zeigt sich, dass Forever Living global weiterhin stark präsent ist – mit wichtigen Märkten wie Indien (20 %), USA (18 %), Ungarn (8 %) und Rumänien (5 %). Welches Modell in den USA nach 2026 Bestand hat, bleibt eine der offenen Fragen der gesamten Direktvertriebsbranche. Öffentliche Ankündigungen dazu stehen zum Stand April 2026 noch aus.
Was bedeutet „Übergangsmodus bis Ende 2026″ genau?
Im Übergangsmodus bis Ende 2026 laufen bestehende Downline-basierte Vergütungsstrukturen für aktive US-FBOs weiter. Das bedeutet: Wer bereits in einer Downline-Struktur Einkommen bezieht, behält diesen Anspruch vorübergehend – allerdings ohne die Möglichkeit, neue Partner zu sponsern.
In der Momentum-Macher-Gruppe taucht genau diese Frage regelmäßig auf, und dabei zeigt sich: Der Begriff „Übergangsmodus“ klingt technisch, hat aber eine klare praktische Bedeutung. Es ist kein dauerhafter Betrieb unter veränderten Bedingungen – es ist ein zeitlich begrenztes Fortführen bestehender Ansprüche, das zum Jahresende ausläuft. Was danach gilt, kommuniziert das Unternehmen aktuell nicht.
Was diese Entscheidung über den Markt erzählt
Forever Living Products trifft mit der US-Entscheidung eine klare strategische Wahl: Produktvertrieb ja, Recruiting-Strukturen nein – zumindest in einem regulatorischen Umfeld, das diese Kombination als unbeherrschbares Risiko einschätzt. Das sagt viel über den Zustand des US-MLM-Markts im Jahr 2026 aus, aber noch mehr über den globalen Anpassungsdruck, dem große Direct-Selling-Unternehmen derzeit ausgesetzt sind.
Für den europäischen Markt bleibt der Status klar: unverändert aktiv, mit Forever Living als globalem Schwergewicht in mehreren europäischen Kernmärkten.
Was mich an dieser Entwicklung fasziniert: Firmen, die seit Jahrzehnten bestehen, überleben nicht trotz Veränderungen – sondern weil sie auf Veränderungen reagieren. Eine Entscheidung, die kurzfristig nach Rückzug aussieht, kann langfristig der Schritt sein, der globale Stabilität sichert. Das ist keine Schwäche – das ist strategische Handlungsfähigkeit.
Und für dich persönlich gilt: Wer die Fakten kennt, braucht keine Panik und keine Vermutungen. Fakten schaffen Klarheit. Und Klarheit ist die beste Grundlage für jeden nächsten Schritt.
Rock it!
Dein Willi