Be Infinity ist kein klassisches Pyramidenspiel im rechtlichen Sinne, weil das Unternehmen reale digitale Produkte – nämlich Schulungsinhalte rund um Trading, Kryptowährungen und Mindset – anbietet. Dennoch setzt das Unternehmen stark auf Network Marketing als Vertriebsstrategie, und genau dieser Punkt sorgt für die meisten Fragen.
Ich beobachte dieses Thema seit Längerem, weil es in meiner täglichen Arbeit mit Network Marketing Partnern immer wieder auftaucht. Be Infinity ist ein Paradebeispiel für ein Konzept, das irgendwo zwischen seriösem Bildungsangebot und aggressivem Rekrutierungssystem einzuordnen ist – und genau diese Grauzone macht es so schwierig zu beurteilen. In diesem Artikel schaue ich mir die Fakten nüchtern an: Was steckt wirklich hinter Be Infinity, wie funktioniert das Geschäftsmodell, und was bedeutet das für dich als Person, die sich informieren möchte?
Was ist Be Infinity überhaupt?
Be Infinity ist eine Online-Plattform, die sich selbst als Trading-Academy bezeichnet. Das Unternehmen bietet Schulungen und Kurse in den Bereichen Forex-Trading, Kryptowährungen, Mindset und Gesundheit an. Die offizielle Beschreibung lautet sinngemäß: „Wir helfen Menschen, ein besseres Leben aufzubauen, indem wir ihnen zeigen, wie sie finanziell unabhängig werden können.“
Das dahinterstehende Unternehmen nennt sich Be Infinity Limited und versteht sich ausdrücklich als reine Bildungsplattform, also nicht als Handels- oder Investmentplattform. Diese Unterscheidung ist rechtlich relevant, da Bildungsangebote anderen regulatorischen Anforderungen unterliegen als Finanzdienstleistungen.
Wer steckt hinter dem Unternehmen?
Gründer und Geschäftsführer ist Christian Nickel, auf Social Media auch als „Chriz Nickel“ bekannt. Er gründete Be Infinity im Oktober 2020. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Hongkong – konkret in der Unit 1411, 14/Floor, Cosco Tower, 183 Queen’s Road Central, Sheung Wan.
Christian Nickel war vor der Gründung von Be Infinity bereits in anderen MLM-Strukturen aus dem Trading-Bereich aktiv, unter anderem bei iMarkets Live, das heute als IM Mastery Academy bekannt ist. Diese Vorgeschichte spielt in vielen Diskussionen rund um die Seriosität des Unternehmens eine Rolle.
Das Geschäftsmodell: Bildung trifft Network Marketing
Hier liegt der Kern der ganzen Diskussion. Be Infinity kombiniert zwei Elemente: ein Bildungsprodukt und ein Network-Marketing-Vergütungssystem. Das Bildungsprodukt umfasst Kurse, Webinare und Community-Zugang. Das Network-Marketing-System zahlt Provisionen an Mitglieder, die neue Mitglieder werben.
Eine Anmeldung bei Be Infinity ist nur über den Referral-Link eines bestehenden Mitglieds möglich. Wer keinen persönlichen Kontakt zu einem Mitglied hat, kann sich alternativ per E-Mail an den Support wenden und erhält dann einen Ansprechpartner zugewiesen.
Wie funktioniert der Vergütungsplan?
Das Vergütungssystem von Be Infinity folgt dem klassischen MLM-Aufbau: Wer neue Mitglieder anwirbt, erhält Provisionen. Zusätzlich profitieren Mitglieder davon, wenn ihre geworbenen Mitglieder selbst wieder neue Personen anwerben, sodass Provisionsketten über mehrere Ebenen entstehen.
Konkret erhält ein Mitglied eine Provision, wenn jemand über seinen Link ein Paket kauft. Zusätzlich fließen Anteile aus dem generierten Volumen in einen Pool, aus dem ausgeschüttet wird. Je mehr Volumen die eigene Struktur produziert – durch Neuanmeldungen und Paketverlängerungen – desto höher der Poolanteil.
Das größte Missverständnis bei MLM und Trading
Der häufigste Irrtum, den ich zu dieser Frage korrigiere, ist folgender: Viele Menschen glauben, dass ein Unternehmen entweder ein Pyramidenspiel oder ein seriöses Unternehmen ist – als ob es kein Dazwischen gäbe. Tatsächlich gibt es eine breite Grauzone, in der sich viele Network-Marketing-Unternehmen bewegen, und Be Infinity liegt genau dort.
Ein Pyramidenspiel im rechtlichen Sinne ist ein System, bei dem ausschließlich das Anwerben neuer Teilnehmer Einkommen generiert und kein echtes Produkt existiert. Be Infinity hat nachweislich Schulungsinhalte, die von Teilnehmern genutzt werden können. Deshalb erfüllt es streng genommen nicht die Definition eines Pyramidenspiels. Die Frage ist aber eine andere: Steht das Bildungsprodukt wirklich im Mittelpunkt – oder ist es vorrangig der Aufhänger, damit das Rekrutierungssystem legal operieren kann?
Das ist eine Frage, die von außen kaum vollständig zu beantworten ist. Denn die Antwort hängt davon ab, wie die einzelnen Mitglieder das System tatsächlich nutzen. Ein Mitglied, das die Inhalte konsequent lernt und nie jemanden wirbt, nutzt Be Infinity als reine Bildungsplattform. Ein anderes Mitglied, das die Inhalte kaum ansieht, aber aktiv Strukturen aufbaut, nutzt es als Rekrutierungssystem.
Aus meiner Erfahrung mit Network Marketing kann ich sagen, dass die Mehrheit der aktiven Mitglieder bei solchen Modellen primär auf die Einkommensseite fokussiert ist – also auf das Anwerben. Das Bildungsprodukt dient dann mehr als Legitimation nach außen. Das bedeutet nicht, dass die Inhalte schlecht sind. Aber es bedeutet, dass die Hauptmotivation vieler Teilnehmer nicht das Lernen, sondern das Verdienen ist.
Genau das ist der Kern der Debatte rund um Be Infinity. Und genau deshalb ist die Frage „seriös oder nicht?“ keine binäre, sondern eine, die jeder für sich selbst beantworten muss – auf Basis dieser Fakten.
Ist es ein Pyramidenspiel? Die rechtliche Einordnung
Nein – nach der gängigen rechtlichen Definition ist Be Infinity kein Pyramidenspiel. Der entscheidende Grund: Es existiert ein reales Produkt, das unabhängig vom Rekrutierungserfolg genutzt werden kann. Auch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hat bisher keine öffentliche Warnung oder Maßnahme gegen Be Infinity veröffentlicht.
Ein illegales Schneeballsystem liegt dann vor, wenn Einkommen ausschließlich durch das Anwerben neuer Teilnehmer entsteht und kein nutzbares Produkt dahintersteht. Da Be Infinity Schulungsinhalte zu Forex, Krypto und Mindset bietet, die unabhängig von Partnergeschäften konsumiert werden können, fällt das Unternehmen nicht unter diese Definition.
Der Unterschied: MLM vs. Pyramidenspiel
Viele verwechseln Multi-Level-Marketing mit Pyramidenspielen. Dabei gibt es einen klaren strukturellen Unterschied:
- MLM (legal): Einkommensquellen sind Produktverkäufe und Provisionen aus dem Netzwerk. Produkte haben eigenständigen Wert.
- Pyramidenspiel (illegal): Einkommen entsteht ausschließlich durch Anwerben. Kein echtes Produkt existiert oder hat keinen eigenständigen Marktwert.
- Be Infinity: Nutzt MLM als Vertriebsmodell, bietet Bildungsprodukte mit nachweisbarem Inhalt.
Der kritische Punkt bleibt: Ob das Bildungsprodukt den Preis rechtfertigt und ob es wirklich im Mittelpunkt des Unternehmens steht – das ist eine Frage, die jeder individuell beurteilt.
Be Infinity im Kontext der Trading-MLM-Branche
Der Blick über mehrere Firmen und Jahre hinweg zeigt mir ein deutliches Muster: Be Infinity ist nicht das erste und wird nicht das letzte Unternehmen sein, das Trading-Bildung mit Network-Marketing kombiniert. Dieser Typ von Unternehmen tritt in Wellen auf, und iGenius sowie IM Mastery Academy sind vergleichbare Beispiele aus derselben Kategorie.
Was diese Modelle gemeinsam haben: Sie sprechen eine Zielgruppe an, die finanzielle Unabhängigkeit anstrebt, aber noch wenig Erfahrung mit Kapitalmärkten oder mit MLM-Systemen hat. Das Bildungsangebot senkt die Hemmschwelle, weil es sich nach einem klassischen Kursangebot anfühlt. Gleichzeitig ermöglicht das MLM-System theoretisch hohe Provisionseinkommen, was den Anreiz zum Weiterempfehlen stark erhöht.
Was mich nach Jahren des Branchenvergleichs interessiert: Bei diesen Trading-MLM-Modellen ist die Erfolgsquote auf der Handelsseite extrem schwer zu dokumentieren. Es gibt kaum verifizierte Daten darüber, wie viele Mitglieder tatsächlich profitabel traden – im Gegensatz zu klassischen Network-Marketing-Produkten, bei denen zumindest die Verkaufszahlen halbwegs nachvollziehbar sind.
Be Infinity ist in dieser Landschaft ein mittelgroßes Unternehmen ohne regulatorische Warnungen der BaFin, aber mit einer spürbaren Vorgeschichte des Gründers, die Fragen aufwirft. Vergleichbare Unternehmen wie TPA, das in einer ARD-Reportage thematisiert wurde und mit dem Christian Nickel in Verbindung gebracht wird, hatten am Ende deutlich klarere rechtliche Konsequenzen. Be Infinity selbst ist nicht in solche Verfahren verwickelt.
Der wichtigste Unterschied zu tatsächlichen Scams: Bei Be Infinity gibt es ein eingetragenes Unternehmen mit nachvollziehbarer Unternehmensstruktur, einem offiziellen Impressum und Schulungsinhalten, die real existieren. Das allein macht es nicht automatisch zu einem empfehlenswerten Angebot – aber es platziert es in einer anderen Kategorie als anonyme Ponzi-Systeme.
Die Vorgeschichte von Christian Nickel
Wer sich ernsthaft mit Be Infinity beschäftigt, kommt an der Vorgeschichte des Gründers nicht vorbei. Christian Nickel war vor der Gründung von Be Infinity in anderen MLM-Strukturen aus dem Trading-Umfeld aktiv. Konkret nennen Kritiker seine Verbindungen zu TPA (Trading Profit Academy), die in einer ARD-Sendung thematisiert wurde. In dieser Sendung ging es um MLM-Konstrukte, bei denen einige Promoter Wochenrenditen von 2 bis 5 % in Aussicht gestellt haben sollen.
Nickel selbst hat sich in Interviews zu diesen Vorwürfen geäußert und bestreitet, direkt für solche Versprechen verantwortlich zu sein. Zudem wies er darauf hin, dass ein Unternehmen geschlossen wurde, weil sich Wege trennten – nicht wegen Betrugs.
Ein weiterer Punkt: Be Infinity warb in der Anfangszeit mit einem Expert Advisor, also einem automatisierten Handelssystem. Dieser Feature wurde vor einigen Jahren aus dem Produktangebot entfernt. In einem Interview aus 2023 erklärte Nickel dazu: „Wir haben nichts mit Auto-Trading zu tun und werden auch nie solche Dienstleistungen anbieten.“
Was 16 Jahre Branchenerfahrung zur Gründerhistorie lehren
Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir klar, dass die Geschichte eines Gründers nicht automatisch die Qualität des aktuellen Unternehmens bestimmt – aber sie ist ein relevanter Kontext für die Risikoeinschätzung. Wer sich einem Unternehmen anschließt, dessen Gründer bereits mehrfach in öffentliche Kritik geraten ist, trägt ein höheres Reputationsrisiko als bei einer Firma mit einer sauberen Geschichte.
Das bedeutet nicht, dass Be Infinity deshalb automatisch unseriös ist. Aber es bedeutet, dass die Due-Diligence-Phase vor einer Entscheidung sorgfältiger ausfallen sollte. In 16 Jahren habe ich erlebt, wie Unternehmen mit ähnlichen Profilen – starke Gründerpersönlichkeit, schnelles Wachstum durch MLM, umstrittene Vorgeschichte – sehr unterschiedliche Verläufe genommen haben.
Ein Teil dieser Unternehmen hat sich stabilisiert, die Kritikpunkte adressiert und langfristig am Markt etabliert. Ein anderer Teil ist verschwunden – entweder durch regulatorischen Druck oder durch organisches Auslaufen, weil das Recruiting-Wachstum abflachte und damit die Einnahmen vieler Partner einbrachen. Welche Kategorie Be Infinity langfristig belegt, lässt sich aktuell nicht abschließend beurteilen.
Was ich aber aus dieser Erfahrung sagen kann: Die Frage, die du dir stellen solltest, lautet nicht nur „Ist das Unternehmen seriös?“, sondern auch: „Passt dieses Modell zu meinem Risikoprofil und meinen Zielen?“ Das ist eine andere Frage – und eine, die nur du selbst beantworten kannst. Denn Seriosität ist nur ein Kriterium. Passung, Timing und eigene Kompetenz sind mindestens genauso relevant für den Erfolg im Network Marketing.
Die Frage nach der Gründerhistorie stellen übrigens auffällig viele Menschen erst, nachdem sie sich angemeldet haben. Wer sie vorher stellt – wie du es gerade tust – handelt deutlich klüger.
Bewertungen und Erfahrungsberichte
Auf Trustpilot hat Be Infinity 318 Bewertungen, mit einem Verhältnis von etwa 75 % positiven zu 25 % negativen Bewertungen. Der TrustScore selbst wurde zwischenzeitlich aufgrund eines Verstoßes gegen Trustpilot-Richtlinien entfernt – Trustpilot hat diesen Schritt nicht weiter kommentiert.
Positive Stimmen heben hervor:
- Umfangreiche Schulungsinhalte zu Trading und Krypto
- Engagierter Support und Community-Zusammenhalt
- Mentoring und regelmäßige Live-Calls mit Experten
- Positive Erfahrungen im Bereich Mindset und Social Media
Kritische Stimmen thematisieren:
- Hohe Einstiegskosten im Verhältnis zum Mehrwert
- Cointipps, die in vielen Fällen negativ performten
- Fokus auf Rekrutierung statt auf Lernfortschritt
- Aggressive Bewerbung auf TikTok und Instagram durch Mitglieder
Auf ProvenExpert finden sich ausschließlich positive Bewertungen, allerdings in einem auffällig kurzen Zeitraum abgegeben. Auf Reddit überwiegen bei externen Beobachtern kritische Töne, während tatsächliche Nutzer gemischtere Berichte liefern.
Was ich täglich bei Partnern zu diesem Thema beobachte
In meiner täglichen Arbeit mit Vertriebspartnern sehe ich immer wieder, dass die Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen wie Be Infinity oft unter einem enormen sozialen Druck getroffen wird. Der Grund: Die Rekrutierungsstrategie dieser Modelle setzt stark auf persönliche Beziehungen und das Prinzip der sozialen Bewährtheit.
Das bedeutet konkret: Wenn ein enger Freund oder ein Familienmitglied begeistert von Be Infinity berichtet, entsteht ein Sog, der eine nüchterne Informationssuche deutlich erschwert. Wer dann nach „Be Infinity seriös“ googelt und auf emotional aufgeladene Erfahrungsberichte trifft – sowohl positive als auch negative – verliert oft den roten Faden zur sachlichen Einschätzung.
Was ich außerdem beobachte: Partner, die sich für ein Trading-MLM-Modell entscheiden, bringen häufig kaum Vorerfahrung im Trading mit. Das Bildungsangebot klingt für sie attraktiv, weil es Komplexes verständlich verpackt. Gleichzeitig sind sie besonders empfänglich für die Einkommensversprechen, weil sie die Marktdynamik von Krypto und Forex noch nicht aus eigener Erfahrung einschätzen können.
Das führt zu einem typischen Muster: In den ersten Wochen nach der Anmeldung ist die Euphorie groß. Die Community ist aktiv, die Inhalte fühlen sich wertvoll an, und die ersten Recruitinglernrunden beginnen. Dann, nach einigen Monaten, stellt sich die Frage: Wie viele neue Mitglieder habe ich tatsächlich gewonnen? Und wie viel verdiene ich wirklich durch die Struktur, im Vergleich zu dem, was ich investiert habe?
Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend dafür, wie jemand Be Infinity im Nachhinein bewertet. Wer konsequent rekrutiert und eine funktionierende Struktur aufgebaut hat, berichtet positiv. Wer hauptsächlich die Lernplattform genutzt hat, ohne aktiv im Vertrieb zu sein, bewertet das Preis-Leistungs-Verhältnis häufig kritischer – weil Schulungsinhalte zu ähnlichen Themen auch kostenfrei verfügbar sind.
Die ARD-Verbindung: Was die Reportage tatsächlich zeigt
Eine ARD-Sendung thematisierte Christian Nickel im Zusammenhang mit dem MLM-Konstrukt TPA. Dabei ging es darum, dass einige Promoter dieses Systems Renditeversprechen von 2 bis 5 % pro Woche kommunizierten. Nickel selbst war einer der führenden Promoter dieses Netzwerks.
Wichtig: Die Reportage bezog sich auf TPA, nicht direkt auf Be Infinity. Be Infinity gründete Nickel erst nach seiner Zeit bei TPA. Dennoch nutzen Kritiker diesen Zusammenhang als Argument gegen die Seriosität von Be Infinity.
Die BaFin hat bisher keine offiziellen Warnungen oder Maßnahmen gegen Be Infinity veröffentlicht. Das ist ein relevanter Fakt, da die BaFin bei nachgewiesenen rechtlichen Verstößen im Finanzbereich aktiv wird.
Transparenz und Unternehmensstruktur
Be Infinity Ltd. ist als private Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Hongkong registriert. Die Registrierungsnummer lautet 2987057, die Steuernummer 72325076. Das Unternehmen hat ein offizielles Impressum und einen nachvollziehbaren Firmensitz.
Auf die Frage nach dem Hongkonger Firmensitz antwortete Nickel in der Vergangenheit: „Unsere Wahl für Hongkong ist strategisch. Das Land hat sehr strenge finanzielle Regularien, was für unsere Partner und Kunden ein hohes Maß an Sicherheit bedeutet.“
Für Personen aus dem deutschsprachigen Raum bedeutet ein Sitz in Hongkong allerdings praktische Einschränkungen, falls es zu einem Streitfall kommt. Rechtliche Forderungen gegenüber einem in Hongkong registrierten Unternehmen aus einem EU-Staat durchzusetzen ist deutlich aufwendiger als bei einem europäischen Anbieter.
Was der Disclaimer von Be Infinity sagt
Das Unternehmen kommuniziert auf seiner Website klar, wofür es steht – und wofür nicht. Der Disclaimer lautet sinngemäß: „Nur zu Informations- und Schulungszwecken. Be Infinity Ltd. ist keine Handels- oder Investitionsplattform. Alle Angaben zu finanziellen Zielen sind lediglich Beispiele und keine Garantie für potenzielle finanzielle Vorteile.“
Dieser Disclaimer ist rechtlich relevant, denn er schließt jede Haftung für Anlageergebnisse aus. Gleichzeitig bedeutet er, dass die Entscheidung, auf Basis der gelernten Inhalte tatsächlich zu investieren oder zu traden, vollständig in der Eigenverantwortung des Mitglieds liegt.
Ein Verlauf, den ich so schon oft begleitet habe
Ein Muster, das ich so oder ähnlich schon viele Male begleitet habe: Jemand stößt auf Instagram auf ein Be Infinity Mitglied, das von Dubai-Lifestyle und passivem Einkommen berichtet. Die erste Reaktion ist Skepsis – dann aber ein Gespräch, das überzeugend klingt. Das Einstiegspaket wirkt im Vergleich zur versprochenen Einkommensseite klein.
Nach der Anmeldung folgt ein typischer Ablauf: erste Begeisterung, Community-Euphorie, Beginn mit kleinen Recruitingversuchen im Bekanntenkreis. Dann die erste Stagnation, wenn sich herausstellt, dass das Anwerben schwieriger ist als gedacht. Und schließlich die entscheidende Weggabelung: Wer an diesem Punkt konsequent an seiner Recruitingstrategie arbeitet und die Plattform aktiv nutzt, bleibt tendenziell dabei. Wer hofft, dass es sich von selbst entwickelt, verlässt das System nach einigen Monaten.
Das Interessante dabei: Die Inhalte der Lernplattform selbst werden in diesen Verläufen oft kaum thematisiert. Im Vordergrund steht fast immer die Frage, wie schnell sich die Investition durch das Partnernetzwerk amortisiert. Das zeigt deutlich, wo der eigentliche Antrieb der meisten aktiven Be Infinity Mitglieder liegt.
Was das für dich als Leser bedeutet: Wenn du Be Infinity primär als Lernplattform betrachtest, ist das eine andere Entscheidungsgrundlage als wenn du es als Geschäftsmodell betrachtest. Beide Perspektiven existieren – und welche auf dich zutrifft, bestimmt maßgeblich, wie du das Angebot einschätzt.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur „Ist Be Infinity seriös?“, sondern auch: „Was ist mein tatsächliches Ziel, und passt dieses Modell dazu?“
FAQ
Ist Be Infinity ein Schneeballsystem?
Be Infinity erfüllt die rechtliche Definition eines Schneeballsystems nicht, weil das Unternehmen reale Bildungsprodukte anbietet. Ein Schneeballsystem liegt nur dann vor, wenn kein nutzbares Produkt existiert und Einkommen ausschließlich durch Rekrutierung entsteht.
Die Schulungsinhalte zu Forex, Krypto, Mindset und Gesundheit existieren und lassen sich unabhängig vom Partnergeschäft nutzen. Ob der Fokus der Mehrheit der Mitglieder tatsächlich auf dem Lernen liegt, ist eine andere Frage – strukturell ist Be Infinity jedoch kein Schneeballsystem nach gängiger rechtlicher Definition.
Hat die BaFin Be Infinity gewarnt?
Die BaFin hat bisher keine offizielle Warnung oder Maßnahme gegen Be Infinity veröffentlicht. Das ist ein relevantes Faktum, da die BaFin im deutschsprachigen Finanzmarkt bei nachgewiesenen Verstößen gegen das Kreditwesengesetz oder das Wertpapierhandelsgesetz aktiv wird.
In meiner täglichen Arbeit mit Partnern sehe ich immer wieder, dass das Fehlen einer BaFin-Warnung oft als Beweis für Seriosität interpretiert wird – das ist ein Irrtum. Das Fehlen einer Warnung bedeutet lediglich, dass bislang kein regulatorischer Eingriff stattgefunden hat. Es ist keine Qualitätsaussage. Die BaFin agiert reaktiv und prüft in der Regel erst, wenn konkrete Hinweise auf rechtliche Verstöße vorliegen.
Was kostet Be Infinity monatlich?
Be Infinity verkauft keine monatlichen Abonnements im klassischen Sinne, sondern Pakete mit festgelegten Laufzeiten. Das Einstiegspaket „Basic Gold“ kostet rund 600 USD für eine Laufzeit von 6 Monaten, was einem Gegenwert von rund 100 USD pro Monat entspricht.
Tatsächlich ist ein Muster, das ich so schon viele Male begleitet habe: Viele Partner rechnen den Paketpreis in Monatsbeiträge um und vergleichen ihn dann mit anderen Abonnements. Das ist aber eine irreführende Betrachtung, weil die Pakete jeweils für feste Zeiträume gelten und oft vor Ablauf durch ein höherwertiges Paket ersetzt werden – was die Gesamtkosten erheblich steigert.
| Paket | Preis USD | Laufzeit | Preis/Monat (ca.) |
|---|---|---|---|
| Basic Gold | 600 | 6 Monate | 100 USD |
| Basic Platin | 1.200 | 13 Monate | 92 USD |
| Basic Small Business | 2.400 | 27 Monate | 89 USD |
| Basic Business | 4.800 | 60 Monate | 80 USD |
Alle Beträge sind Richtwerte, da Preisanpassungen möglich sind.
Kann man bei Be Infinity wirklich Geld verdienen?
Be Infinity bietet ein Vergütungssystem, das Provisionen für das Anwerben neuer Mitglieder und für das Volumen der eigenen Struktur auszahlt. Ob und wie viel man verdient, hängt direkt davon ab, wie aktiv man neue Mitglieder gewinnt und wie stabil die eigene Struktur wächst.
Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir klar, dass bei jedem MLM-Modell der wirtschaftliche Erfolg stark von der eigenen Umsetzungskonsequenz abhängt – aber auch davon, zu welchem Zeitpunkt jemand in ein Netzwerk einsteigt. Wer früh dabei ist, profitiert von einem kleineren Marktbestand. Wer spät einsteigt, hat einen gesättigteren Markt. Be Infinity selbst macht keine Einkommensgarantien und weist im Disclaimer ausdrücklich darauf hin, dass alle kommunizierten Zahlen Beispielcharakter haben.
Wie meldet man sich bei Be Infinity an?
Eine Anmeldung bei Be Infinity funktioniert ausschließlich über den Referral-Link eines bestehenden Mitglieds. Wer keinen persönlichen Kontakt zu einem Mitglied hat, kann alternativ per E-Mail an den Be Infinity Support schreiben und erhält dann einen Ansprechpartner zugewiesen.
Diese Closed-Community-Struktur ist ein typisches Merkmal von Network-Marketing-Systemen, da sie sicherstellt, dass jede Neuanmeldung einer bestehenden Struktur zugeordnet wird – und damit eine Provision auslöst.
Was steckt hinter der Kritik an Christian Nickel?
In einer ARD-Sendung zum Thema MLM im Trading-Bereich wurde Christian Nickel im Kontext von TPA (Trading Profit Academy) erwähnt. Dabei kritisierte die Reportage Renditeversprechen einzelner Promoter dieses Systems. Nickel war zu dieser Zeit einer der führenden Promoter in diesem Netzwerk.
Der häufigste Irrtum, den ich zu dieser Frage korrigiere: Viele setzen die TPA-Verbindung automatisch mit Be Infinity gleich. Das ist sachlich unzutreffend. Be Infinity ist ein eigenständiges Unternehmen, das Nickel nach seiner Zeit bei TPA gründete. Die Verbindung zur Vergangenheit ist ein legitimer Kontext für eine Due-Diligence-Prüfung – aber sie bedeutet nicht automatisch, dass Be Infinity dieselben Strukturen aufweist.
Woran erkenne ich den Unterschied zwischen MLM und Pyramidenspiel?
Ein legales MLM-System verdient Geld durch den tatsächlichen Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen an Endkunden. Ein Pyramidenspiel hingegen generiert Einkommen fast ausschließlich durch das Anwerben neuer Teilnehmer, wobei kein echtes Produkt mit eigenständigem Marktwert existiert.
- Legales MLM: Produkte haben Wert auch ohne das Empfehlungssystem. Kunden kaufen das Produkt, ohne selbst Partner zu werden.
- Pyramidenspiel: Der einzige Weg zum Verdienst ist das Anwerben neuer Zahler.
- Grauzone: Systeme, bei denen Produkte existieren, aber der Hauptfokus der Mitglieder auf dem Recruiting liegt.
Be Infinity liegt definitionsgemäß im MLM-Bereich, weil Schulungsprodukte existieren. Die Grauzone entsteht durch die Gewichtungsfrage: Steht das Produkt oder das Recruiting im Mittelpunkt?
Wie transparent ist Be Infinity über sein Geschäftsmodell?
In der Community-Gruppe der Momentum Macher taucht genau diese Frage regelmäßig auf, und dabei zeigt sich folgendes Muster: Die Transparenz von Be Infinity über das Bildungsprodukt ist hoch – Inhalte, Laufzeiten und Preise sind klar kommuniziert. Die Transparenz über das Vergütungssystem ist hingegen deutlich komplexer, da der Kompensationsplan mehrere Ebenen und Pool-Mechanismen umfasst.
Be Infinity stellt auf seiner Website explizit klar, dass es sich um eine Bildungsplattform ohne Anlagecharakter handelt. Der Disclaimer auf der Website schließt Renditeversprechen aus. Diese Transparenz ist ein positives Zeichen gegenüber Systemen, die keine klaren Disclaimers kommunizieren. Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass einzelne Mitglieder in ihren Social-Media-Auftritten deutlich weitergehende Versprechen kommunizieren, als es das Unternehmen selbst tut.
Was sind die Alternativen zu Be Infinity im Network Marketing?
Im Bereich Trading-Bildung kombiniert mit Network Marketing gibt es mehrere Unternehmen mit ähnlichem Konzept, darunter iGenius und IM Mastery Academy. Diese Unternehmen funktionieren strukturell vergleichbar: Bildungsprodukt plus MLM-Vergütungssystem.
Im klassischen Network Marketing, also außerhalb des Trading-Fokus, gibt es eine deutlich größere Auswahl an etablierten Unternehmen mit längerer Marktpräsenz und transparenteren Einkommensoffenbarungen. Welches Modell passt, hängt davon ab, ob der eigene Fokus auf dem Trading-Bereich liegt oder ob es primär um das Einkommen durch den Vertrieb geht.
Warum kann man sich bei Be Infinity nur über einen Referral-Link anmelden?
Das ist ein strukturelles Merkmal des MLM-Systems. Jede Neuanmeldung soll einer bestehenden Struktur zugeordnet sein, weil dadurch sichergestellt wird, dass Provisionen korrekt ausgeschüttet werden können. Ohne Referral-Link könnte das System keine automatische Zuordnung zu einem bestehenden Partner vornehmen.
Dieses Prinzip ist in MLM-Systemen weit verbreitet. Es bedeutet nicht zwingend, dass das System unseriös ist – es ist schlicht die technische Notwendigkeit eines Provisionsmodells, das auf Empfehlungsketten basiert. Wer keinen persönlichen Kontakt zu einem Mitglied hat, kann alternativ direkt den Be Infinity Support kontaktieren.
Was sagen langjährige Mitglieder zu Be Infinity?
Langjährige Mitglieder, die aktiv im Netzwerk tätig sind, berichten überwiegend positiv – besonders über die Community, die Live-Calls und den Mentor-Ansatz. Kritischer sind die Berichte von Mitgliedern, die sich primär auf die Trading-Signale verlassen haben, da mehrere Krypto-Projekte, in die auf Empfehlung der Plattform investiert wurde, stark an Wert verloren.
Ein häufig zitierter Punkt: Die Bildungsinhalte selbst seien gut für Einsteiger geeignet – die Produktionsqualität einzelner Videos war nach frühen Berichten verbesserungswürdig, dürfte sich aber inzwischen verändert haben, da solche Punkte von aktiven Nutzern direkt kommuniziert werden.
Was du jetzt weißt
Be Infinity ist kein Pyramidenspiel nach klassischer Definition. Gleichzeitig ist es kein klassisches Bildungsunternehmen. Es ist ein MLM-Modell mit einem Bildungsprodukt als Kern – und die entscheidende Frage ist, ob der Wert des Produkts und die eigene Umsetzungsstrategie zur persönlichen Zielsetzung passen.
Ich denke, die seriöse Antwort auf die Frage im Titel lautet: Be Infinity ist ein Network-Marketing-Unternehmen mit einem Bildungsprodukt – und die Beurteilung hängt davon ab, welche Erwartungen du mitbringst. Wer ein passives Einkommen ohne eigene Leistung sucht, wird in jedem MLM-Modell eine frustrierende Erfahrung machen. Wer bereit ist, konsequent eine Struktur aufzubauen und die Bildungsinhalte aktiv zu nutzen, findet hier eine Plattform, die das technisch ermöglicht.
Das Schöne an sachlicher Information ist: Du musst jetzt nicht glauben, was irgendjemand im Internet sagt – weder die Begeisterten noch die Kritiker. Du hast die Fakten.
Network Marketing ist ein Modell, das Menschen jeden Tag die Chance gibt, ihren eigenen Weg zu gehen – unabhängig davon, bei welcher Firma sie es tun. Das entscheidende Kriterium ist nie das Unternehmenslogo, sondern deine eigene Klarheit über das Ziel.
Rock it!
Dein Willi