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Jafra Kosmetik schließt wirklich? Gibt es die noch? Was passiert mit Beraterinnen?

Jafra Cosmetics hat den Vertrieb in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden Mitte 2022 vollständig eingestellt. Die Marke existiert weiterhin – aber ausschließlich in den USA und Mexiko. Für alle, die in der DACH-Region als Beraterinnen aktiv waren oder es noch sind: Der europäische Markt ist dauerhaft geschlossen, kein vorübergehender Rückzug.

Ich beobachte dieses Thema seit dem ersten Gerücht. Damals tauchten in der Momentum-Macher-Gruppe die ersten Fragen auf, weil niemand genau wusste, was dran ist. Manche dachten an eine Pause. Andere an einen Relaunch. Die Realität ist klarer und endgültiger, als viele gehofft hatten. Wer die Fakten kennt, trifft bessere Entscheidungen – deshalb lege ich hier alles offen auf den Tisch.

Was genau ist passiert?

Vorwerk, der damalige Eigentümer von Jafra, verkaufte im April 2022 das gesamte US- und Mexiko-Geschäft für 255 Millionen US-Dollar an Betterware de México. Das mexikanische Direktvertriebsunternehmen konzentrierte sich dabei auf die Kernmärkte USA und Mexiko, da das europäische Geschäft die strategischen Anforderungen nicht mehr erfüllte.

Das Ergebnis: Jafra Cosmetics in Europa stellte Mitte 2022 alle Aktivitäten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden ein. Auch der verbleibende Indonesien-Vertrieb wechselte Anfang 2023 den Eigentümer.

Die Chronologie im Überblick

DatumEreignis
18. Januar 2022Betterware de México gibt Übernahme bekannt
April 2022Offizieller Abschluss des Verkaufs an Betterware
Mitte 2022Vollständige Einstellung der Europa-Aktivitäten (DACH + NL)
Anfang 2023Verkauf des Indonesien-Vertriebs abgeschlossen

Diese Tabelle zeigt, wie schnell die Abfolge war – viele Beraterinnen berichten, dass sie weniger als zwei Monate Vorlauf hatten, um sich zu orientieren.

Warum lief das Europa-Geschäft nicht?

Die Jafra Cosmetics GmbH & Co. KG erzielte von 2011 bis 2019 zwar kumulierte Umsätze von rund 108 Millionen Euro in Deutschland – schrieb dabei aber über acht Jahre hinweg insgesamt Verluste von rund 1,1 Millionen Euro. Allein in den letzten vier Jahren vor dem Verkauf beliefen sich die Jahresfehlbeträge in der Deutschland-Bilanz auf 3,3 Millionen Euro.

Das Sortiment umfasste Gesichts- und Körperpflege, Düfte, Farbkosmetik sowie SPA- und Anti-Aging-Produkte – Bereiche, die im Direktvertrieb grundsätzlich funktionieren. Dennoch sank der Umsatz in Deutschland bis 2019 auf 9,3 Millionen Euro und fiel damit erstmals seit 2011 unter die Zehn-Millionen-Euro-Marke.

Was 16 Jahre Branche dazu sagen

Das ist kein Einzelfall. Ich habe über die Jahre hinweg mehrere Firmen begleitet, die in Deutschland wuchsen, stagnierten und letztlich den europäischen Markt aufgaben. Das Muster ist fast immer dasselbe.

Ein Konzern kauft eine Direktvertriebsmarke, weil die Kerndaten in einem bestimmten Markt – oft USA oder Lateinamerika – überzeugen. Die europäischen Einheiten laufen parallel, aber nie mit derselben Energie. Wachstum fehlt, die Kostenstruktur ist schwer, und irgendwann überwiegt die Logik: Fokus auf das, was wirklich funktioniert.

Bei Jafra war Mexiko immer der Hauptmarkt. Das Unternehmen ist dort Marktführer bei Kosmetik. Deutschland war im Vergleich dazu ein Nischenmarkt mit rückläufiger Entwicklung. Betterware kaufte das Geschäft genau wegen dieser Kernmärkte – und ließ den Rest fallen.

Das bedeutet für alle Beteiligten: Kein Versagen der Beraterinnen, keine falsche Strategie vor Ort. Eine klare betriebswirtschaftliche Entscheidung auf Konzernebene, die unabhängig von der Leistung einzelner Vertriebspartnerinnen getroffen wurde.

Gibt es Jafra noch?

Ja. Jafra Cosmetics existiert als Marke weiterhin. Der Konzern ist aktiv – aber ausschließlich in den USA und Mexiko. In Mexiko hält Jafra eine starke Marktposition, der Umsatz lag zuletzt im dreistelligen Millionenbereich.

In Europa dagegen: kein Vertrieb, keine Beraterstruktur, keine offizielle Präsenz. Wer über eine deutsche oder österreichische Website auf Jafra-Produkte stößt, bestellt entweder Restbestände oder über inoffizielle Drittanbieter. Ein reguläres Beratergeschäft auf Basis des früheren Jafra-Systems gibt es im DACH-Raum nicht mehr.

Was mit den Produkten passiert ist

Eine interessante Entwicklung: Die italienische Firma Starline Wellness & Beauty übernahm nach der Schließung einen Teil des Produktportfolios. Einige ehemalige Jafra-Beraterinnen bezogen danach Produkte über Starline und vertrieben diese im eigenen Umfeld weiter. Dazu entwickelte Starline die Eigenmarke Nioblu – eine in der Schweiz entwickelte Pflegeserie, die als Alternative positioniert wird.

Das ist kein offizieller Nachfolger von Jafra, sondern ein eigenständiges Unternehmen, das die entstandene Lücke nutzt. Wer in diesem Segment aktiv bleiben möchte, findet dort eine Möglichkeit – aber unter einem anderen Dach und nach anderen Regeln.

Was passiert mit den Beraterinnen?

Ein Verlauf, den ich oft begleitet habe

Ein Muster, das ich so oder ähnlich schon viele Male begleitet habe: Eine Beraterin baut über Jahre ein Netzwerk auf, kennt ihre Kundinnen persönlich, hat ein funktionierendes Empfehlungsgeschäft. Dann schließt die Firma in Europa. Die ersten Wochen laufen unter dem Motto „Abwarten – vielleicht kommt da noch was.“

Dann vergehen drei Monate. Das Vertriebsbackend ist abgeschaltet. Provisionen laufen nicht mehr. Die Frage wird konkreter: Was jetzt?

Der entscheidende Unterschied liegt darin, wie schnell jemand in die Orientierungsphase wechselt. Wer früh fragt „Welche Optionen habe ich?“, steht deutlich besser da als wer wartet, bis alle Türen zu sind.

Die Kundinnen, die bisher über Jafra kauften, sind nach wie vor vorhanden. Der Bedarf an Kosmetik, Pflege und persönlicher Beratung bleibt. Beraterinnen, die dieses Kundennetz mitgenommen haben, standen nach der Schließung keineswegs bei null – sie hatten Vertrauen, Kontakte und Erfahrung. Das ist ein echter Ausgangspunkt für einen Neustart in einem anderen Direktvertriebsunternehmen.

Offene Provisionen und letzte Zahlungen

Im Zuge der Markteinstellung lagen offizielle Informationen von Jafra vor, wann letzte Bestellungen, Lieferungen und Provisionsabrechnungen enden. Konkret galt:

  • Letzte reguläre Bestellmöglichkeit: vor der offiziellen Schließung Mitte 2022
  • Laufende Provisionen: Abrechnungen erfolgten auf Basis der bis dahin erzielten Umsätze
  • Vertriebsverträge: liefen mit der Markteinstellung aus – keine einseitige Kündigung durch Beraterinnen notwendig

Wer zu diesem Zeitpunkt noch offene Forderungen hatte, klärte diese direkt mit der Jafra-Gesellschaft. Da Jafra kein Insolvenzverfahren eröffnete, sondern eine reguläre Markteinstellung vornahm, verliefen diese Prozesse nach den normalen kaufmännischen Regeln.

Was viele falsch einschätzen

Der häufigste Irrtum, den ich zu diesem Punkt immer wieder korrigiere: Viele Beraterinnen glaubten, sie müssten aktiv kündigen oder irgendein Formular einreichen, damit ihr Vertrag endet. Das ist bei einer regulären Markteinstellung nicht der Fall.

Ein Direktvertriebsvertrag erlischt mit dem Ende der Geschäftstätigkeit in einem Markt automatisch, sofern kein separates Vertragsdokument eine andere Regelung vorsieht. Jafra informierte seine Beraterinnen per offiziellem Schreiben über die Einstellung. Dieses Schreiben ersetzte de facto jede separate Kündigungsmitteilung.

Wer trotzdem eine schriftliche Bestätigung wollte, konnte diese bei der damaligen Jafra Cosmetics GmbH & Co. KG mit Sitz in München anfordern. Da das Unternehmen regulär aufgelöst wurde und keine Insolvenz vorlag, blieb der Geschäftssitz bis zur vollständigen Abwicklung erreichbar.

Gerade beim Thema Forderungen gilt: Wer eine offene Provisionsabrechnung hatte und keine Zahlung erhielt, hatte den normalen zivilrechtlichen Weg – schriftliche Mahnung, danach gegebenenfalls rechtliche Schritte über das zuständige Amtsgericht. In meiner Begleitung von Partnern solcher Situationen hat sich gezeigt, dass klare schriftliche Kommunikation hier fast immer ausreicht.

Welche Optionen Beraterinnen hatten und haben

Manche blieben im Direktvertrieb – mit einem anderen Unternehmen. Andere wechselten komplett. Beide Wege sind legitim. Wichtig ist: Wer die Entscheidung bewusst und informiert trifft, kommt schneller in Fahrt.

Direkte Alternativen im Kosmetik-Direktvertrieb

Mehrere Unternehmen sind im DACH-Raum aktiv und bieten ähnliche Produktkategorien wie Jafra:

UnternehmenProduktfokusVertriebsmodell
LR Health & BeautyKosmetik, GesundheitMLM/Direktvertrieb
AvonKosmetik, DüfteDirektvertrieb
OriflameKosmetik, WellnessMLM
RinganaNaturkosmetikDirektvertrieb/MLM
PM International / FitLineGesundheit, KosmetikMLM
Nioblu / StarlineNaturkosmetikDirektvertrieb

Diese Unternehmen akzeptieren selbstständige Beraterinnen und haben funktionierende Vergütungspläne. Wer bereits ein Kundenumfeld aus dem Jafra-Geschäft mitbringt, kann diesen Kundenstamm in einen Neustart einbringen – sofern keine Wettbewerbsverbote aus dem früheren Vertrag bestanden.

Ein kurzer rechtlicher Hinweis dazu: Wettbewerbsverbote in Direktvertriebsverträgen sind zeitlich begrenzt und gelten häufig nur für direkte Konkurrenzprodukte. Da der Jafra-Vertrag mit der Markteinstellung auslief, entfiel auch die Bindungswirkung solcher Klauseln nach Ablauf der vereinbarten Frist – in der Regel sechs bis zwölf Monate nach Vertragsende.

Was ich in der täglichen Arbeit sehe

In meiner täglichen Arbeit mit Vertriebspartnern aus verschiedenen Firmen sehe ich immer wieder, dass der Wechsel von einer Firma zur anderen vor allem dann reibungslos läuft, wenn man das Kundennetz aktiv mitführt – und nicht neu aufbaut.

Das klingt selbstverständlich. Tatsächlich lassen viele Beraterinnen nach einer Firmenumstellung ihre bestehenden Kundinnen einfach liegen, weil sie glauben, dass diese „Jafra-Kundinnen“ sind und nicht „ihre“ Kundinnen. Aber das Vertrauen gehört der Person – nicht der Marke.

Wer nach der Jafra-Schließung gezielt auf seine Kundinnen zugegangen ist und ehrlich kommuniziert hat – „Ich wechsle zu einem anderen Anbieter, weil ich euch weiterhin betreuen möchte“ – hat in vielen Fällen den Großteil seiner Kundschaft mitgenommen.

Das ist keine Theorie. Das ist ein Muster, das ich direkt beobachtet habe, oft genug, um es als Regel zu betrachten. Wer das Gespräch vermeidet, verliert den Kundenstamm fast immer. Wer es führt, behält ihn meist.

Gab es keine Warnsignale?

Rückblickend gab es mehrere messbare Indikatoren. Der Umsatz in Deutschland fiel von über 10 Millionen Euro in früheren Jahren auf 9,3 Millionen Euro im Jahr 2019 – ein kontinuierlicher Rückgang über mehrere Perioden. Gleichzeitig schrieb die deutsche Gesellschaft Jahresverluste.

Vorwerk als Konglomerat – bekannt durch Thermomix und Kobold – hielt Jafra, weil der Konzern sich als Direktvertriebsunternehmen verstand. Als strategische Prioritäten sich verschoben und ein Käufer für die profitablen Märkte gefunden war, folgte die logische Konsequenz.

Was das für Beraterinnen bedeutete

Wer die Geschäftsberichte von Jafra verfolgte oder Branchenmedien wie das Direct Selling Magazine las, konnte frühzeitig erkennen, dass das Europa-Geschäft strukturell unter Druck stand. Solche Signale zu lesen ist eine Fähigkeit, die im Direktvertrieb tatsächlich schützt – denn Firmen kündigen selten laut an, bevor Entscheidungen bereits gefallen sind.

Der Blick über mehrere Firmen hinweg

Der Blick über viele Firmen und Jahre hinweg zeigt ein klares Muster: Direktvertriebsunternehmen, die in einem Hauptmarkt dominant sind und in Nebenmärkten nur begrenzt wachsen, konzentrieren sich früher oder später auf das, was für sie wirklich zählt.

Das ist keine Kritik an Jafra, Betterware oder Vorwerk. Das ist die Logik von Konzernen. Sie optimieren auf Profitabilität, nicht auf Beraterinnen-Netzwerke in Märkten, die Verluste schreiben.

Was das für aktive Beraterinnen konkret bedeutet: Wer in einem Direktvertriebsunternehmen tätig ist, sollte gelegentlich prüfen, ob das Unternehmen in seinem Kernmarkt wächst, ob die europäische Einheit eigenständig profitabel ist, und welche Signale aus dem Konzernumfeld kommen. Das ist keine Paranoia – das ist informiertes Unternehmertum.

Ich habe in meinen 16 Jahren einige solcher Schließungen erlebt. Jedes Mal waren die Zeichen vorher lesbar. Nicht alle haben sie gelesen – wer sie gelesen hat, stand danach besser da.

FAQ

Gibt es Jafra noch in Deutschland?

Nein. Den regulären Vertrieb in Deutschland stellt Jafra Mitte 2022 vollständig ein. Die Marke existiert weltweit weiterhin – jedoch ausschließlich in den USA und Mexiko.

Vorwerk verkaufte das US- und Mexiko-Geschäft an Betterware de México, das sich auf diese Märkte fokussierte. Das Europa-Geschäft stellte das Unternehmen daraufhin ein, weil es die strategischen Anforderungen nicht erfüllte. Wer in Deutschland nach Jafra-Produkten sucht, findet allenfalls Restposten oder Drittanbieter ohne offizielle Anbindung an den Jafra-Konzern.

Warum hört Jafra in Europa auf?

Betterware kaufte Jafra wegen der starken Marktposition in Mexiko und den USA – nicht wegen Europa. Das europäische Geschäft schrieb zuletzt Verluste, und der Umsatz in Deutschland war auf unter 10 Millionen Euro gesunken.

In meiner Arbeit mit Partnern aus verschiedenen Firmen sehe ich immer wieder, dass solche Marktaustritte keine spontanen Entscheidungen sind. Sie kommen nach Jahren rückläufiger Zahlen. Bei Jafra kumulierten sich die Verluste in der deutschen Gesellschaft auf über 3,3 Millionen Euro allein in vier Jahren vor dem Verkauf. Das war ein klares Signal, das im Geschäftsbericht der Vorwerk-Gruppe dokumentiert ist.

Was passiert mit offenen Provisionen nach der Schließung?

Provisionsabrechnungen erfolgten auf Basis der bis zur Schließung erzielten Umsätze. Wer bis zur Einstellung aktiv war, erhielt die reguläre Abrechnung für den letzten Zeitraum.

Bei offenen Forderungen stand der zivilrechtliche Weg offen: schriftliche Anfrage an die Jafra Cosmetics GmbH & Co. KG, bei fehlender Reaktion eine formelle Mahnung, danach gegebenenfalls gerichtlich. Da kein Insolvenzverfahren eröffnet wurde, verliefen diese Prozesse nach kaufmännischen Standardregeln ohne Insolvenzverwalter oder Forderungsanmeldung.

Musste ich als Beraterin aktiv kündigen?

Nein. Mit der Markteinstellung liefen alle Beraterverträge für die DACH-Region automatisch aus. Eine aktive Kündigung durch Beraterinnen war nicht notwendig.

Jafra kommunizierte die Einstellung offiziell per Schreiben. Dieses Schreiben dokumentierte das Vertragsende. Wer eine separate schriftliche Bestätigung wollte, konnte diese bei der Jafra-Gesellschaft anfordern. Etwaige Wettbewerbsklauseln im früheren Vertrag liefen nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit – in der Regel sechs bis zwölf Monate – ebenfalls aus.

Welche Alternativen gibt es für ehemalige Jafra-Beraterinnen?

Mehrere Direktvertriebsunternehmen im Kosmetik- und Wellnessbereich sind in der DACH-Region aktiv: LR Health & Beauty, Avon, Oriflame, Ringana und andere. Auch Starline / Nioblu positioniert sich direkt als Nachfolgelösung für ehemalige Jafra-Beraterinnen.

Der häufigste Irrtum dabei: Viele denken, sie müssen komplett neu starten. Tatsächlich ist der bestehende Kundenstamm aus dem Jafra-Geschäft das wertvollste Kapital. Wer seine Kundinnen aktiv anspricht und erklärt, dass er sie weiterhin betreuen möchte – nur mit einem anderen Produkt – nimmt diesen Kundenstamm mit. Das Vertrauen bleibt bei der Person, nicht bei der Marke.

Wann genau schloss Jafra in Deutschland?

Die Schließung der europäischen Aktivitäten erfolgte Mitte 2022 – also ungefähr im Juni/Juli 2022. Der offizielle Verkauf an Betterware fand im April 2022 statt, die operative Einstellung folgte in den Wochen danach.

Nach 16 Jahren in dieser Branche weiß ich, dass solche Zeitlinien oft unscharf kommuniziert werden. Beraterinnen erhielten ihre Informationen in mehreren Wellen – zuerst die Ankündigung des Verkaufs, danach die Bestätigung der Europa-Einstellung, schließlich konkrete Abschlussdaten für Bestellmöglichkeiten und Abrechnungen.

Kauft Betterware de México jetzt auch europäische Märkte?

Nein, das ist derzeit nicht der Fall. Betterware konzentriert sich explizit auf die USA und Mexiko, da dies die Kernmärkte des Unternehmens sind.

Betterware ist ein mexikanisches Direktvertriebsunternehmen, das sich auf Haushaltsprodukte spezialisiert hat. Der Kauf von Jafra diente der Expansion des eigenen Kosmetik-Segments in Mexiko und den USA. Ein Wiedereinstieg in Europa gehört nicht zu den kommunizierten Unternehmenszielen.

Gibt es Jafra-Produkte noch zu kaufen?

Offiziell: Nein, nicht über reguläre Kanäle in der DACH-Region. Inoffiziell: Restposten tauchen vereinzelt auf – etwa über Plattformen wie eBay oder Kleinanzeigen.

Wer über Starline / Nioblu kauft, erhält kein originales Jafra-Produkt, sondern ein eigenständiges Produkt, das von ehemaligen Jafra-Netzwerkpartnern vertrieben wird. Der Bezug zu Jafra liegt dort in der Community und den Beraterinnen – nicht im Produkt selbst.

Was ist mit Jafra in anderen Ländern?

Jafra ist weiterhin aktiv – vor allem in Mexiko, wo das Unternehmen Marktführer im Kosmetik-Direktvertrieb ist. Auch in den USA läuft das Geschäft unter Betterware weiter.

Der Indonesien-Vertrieb, der beim Verkauf 2022 zunächst bei Vorwerk verblieb, wechselte Anfang 2023 ebenfalls den Eigentümer. Das bedeutet: Vorwerk hat sich vollständig aus Jafra zurückgezogen. Der Konzern konzentriert sich heute auf Thermomix und die Kobold-Sparte.

Wer war Jafra überhaupt?

Jafra Cosmetics gründete das Unternehmen 1956 in Kalifornien. Gillette übernahm die Marke 1973, Vorwerk folgte 2004 als Eigentümer. Mit über 500.000 Beraterinnen weltweit zählte Jafra zu den größten Kosmetik-Direktvertriebsunternehmen der Welt.

In Deutschland startete das Unternehmen 1978 als Tochtergesellschaft. Das Produktsortiment umfasste Gesichtspflege, Körperpflege, Düfte, Farbkosmetik und SPA-Produkte – alles ausschließlich im Direktvertrieb über selbstständige Beraterinnen. Das Vergütungsmodell sah Handelsspannen von bis zu 47 Prozent sowie Teamprovisionen für Managerinnen vor.

Was ist mit Jafra-Beraterinnen, die ein Team aufgebaut hatten?

Teamprovisionen liefen mit der Markteinstellung aus, da die Strukturvoraussetzungen – aktive Beraterinnen in einem funktionierenden Netzwerk – entfielen.

In der Momentum-Macher-Gruppe taucht genau diese Frage regelmäßig auf, und dabei zeigt sich ein klares Bild: Beraterinnen, die ein Team mit echter Bindung aufgebaut hatten – also nicht auf Basis von Titeln und Rangstufen, sondern auf persönlichen Beziehungen – behielten dieses Netzwerk inhaltlich bei. Das heißt: Die Menschen blieben in Kontakt, die Struktur wanderte in manche Fälle gemeinsam in ein neues Unternehmen. Wer nur auf Provisionshierarchie aufgebaut hatte, stand nach der Schließung tatsächlich allein.

Der Abschluss – Klarer Blick statt offener Fragen

Jafra Europa ist Geschichte. Nicht wegen schlechter Beraterinnen, nicht wegen schlechter Produkte. Sondern wegen einer Konzernstrategie, die sich an Zahlen orientierte.

Das Faszinierende an dieser Geschichte ist nicht das Ende. Das Faszinierende ist, was danach möglich wird. Denn wer im Direktvertrieb die Fähigkeit entwickelt, ein Netzwerk zu führen, Vertrauen aufzubauen und Menschen zu bewegen, trägt das mit – egal unter welchem Markendach.

Kein Unternehmen kann dir das nehmen, was du wirklich aufgebaut hast.

Rock it!
Dein Willi

PS: So gewann ich +800 Erstlinien bei Fitline.