Der LR Vergütungsplan ist komplexer als er auf den ersten Blick wirkt – aber er ist fair aufgebaut, transparent strukturiert und für jeden Partner nachvollziehbar. Wer die 7 häufigsten Missverständnisse kennt, versteht ihn sofort besser und kann ihn gezielter nutzen.
Ich begleite seit Jahren Partner aus dem LR-Umfeld und sehe immer wieder dasselbe Muster: Jemand schaut in den Marketingplan, liest Begriffe wie PW, GV, Differenzbonus, Sonderbonus – und zieht sofort falsche Schlüsse. Nicht weil der Plan schlecht erklärt ist, sondern weil die Erwartung nicht zur Realität des Vergütungsmodells passt. Das ist kein LR-spezifisches Thema, das ist ein Network Marketing-Thema. Aber bei LR kommt es besonders häufig vor, weil das System tatsächlich mehrere Einkommensquellen gleichzeitig kombiniert – und wer nur eine davon liest, rechnet falsch.
Die Grundstruktur des Vergütungsplans
Bevor die 7 Missverständnisse Sinn ergeben, braucht es das Fundament. Der LR-Vergütungsplan teilt Einkommen in mehrere Bereiche auf:
- Handelsspanne beim Direktverkauf: ca. 30–40 % Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis
- Bonus auf Eigenumsatz: gestaffelt von 3 % bis 21 %, abhängig von den monatlichen PW (Punktwerten)
- Differenzbonus: die Differenz zwischen eigenem Bonuslevel und dem Bonuslevel der Downline-Partner
- Leader Bonus: 3 % auf das Umsatzvolumen der eigenen Linie
- Sonderbonus: bis zu 10 %, ab höheren Karrierestufen
- Jahresbonus: ab 1.000.000 PV Jahresumsatz
- Tiefenbonus und Top-Platinum-Bonus: für sehr hohe Strukturen
Das klingt nach viel. Ist es auch. Deshalb entstehen genau die sieben Punkte, die ich jetzt erläutere.
Was PW bedeutet – und warum alle falsch rechnen
PW steht für Punktwert – die interne Berechnungseinheit im LR-Vergütungsplan. Vereinfacht gilt: 1 Euro Netto-Umsatz entspricht etwa 2 PW, genauer gesagt durchschnittlich 1,8 PW.
Das klingt einfach. Dennoch rechnen die meisten Partner von Anfang an falsch, weil sie Euro und PW verwechseln. Wer 1.000 Euro Umsatz macht, landet nicht automatisch auf der 1.000-PW-Stufe. Wer also auf 9 % Bonus zielt, braucht in Realität etwa 555 Euro Nettoumsatz – nicht 1.000 Euro.
Die Tabelle macht das konkreter:
| PW-Stufe | Bonusprozent | Erforderlicher Nettoumsatz (ca.) |
|---|---|---|
| 250 PW | 3 % | ca. 138 € |
| 500 PW | 6 % | ca. 277 € |
| 1.000 PW | 9 % | ca. 555 € |
| 2.000 PW | 11 % | ca. 1.111 € |
| 4.000 PW | 14 % | ca. 2.222 € |
| 8.000 PW | 16 % | ca. 4.444 € |
| 12.000 PW | 21 % | ca. 6.666 € |
Ich empfehle immer, diese Umrechnung einmal wirklich auf Papier zu machen. Wer den eigenen Umsatz in PW umrechnet, versteht sofort, wo er steht – und wo nicht.
Der häufigste Irrtum bei der Bonusberechnung
Ein Irrtum, den ich regelmäßig korrigiere: Viele Partner glauben, der Bonus berechne sich auf den Verkaufspreis zum Endkunden – also auf die 40-%-Handelsspanne oben drauf. Das stimmt nicht.
Der Bonus berechnet sich auf das Geschäftsvolumen (GV), also auf den Einkaufspreis des Partners bei LR – nicht auf den Preis, zu dem er weiterverkauft. Das ändert die Kalkulation grundlegend. Ein konkretes Beispiel, um das zu verdeutlichen – die tatsächlichen Zahlen variieren je nach Produktwahl und Zeitraum:
Partner A kauft LR-Produkte für 500 Euro Netto ein und verkauft sie für 700 Euro weiter. Seine Handelsspanne beträgt 200 Euro. Zusätzlich bekommt er 9 % Bonus auf die 500 Euro GV – also 45 Euro. Sein Gesamtverdienst liegt damit bei 245 Euro auf 500 Euro Einkaufswert. Viele Partner hatten gedacht, der Bonus komme noch oben auf die 700 Euro – das ist falsch.
Das ändert nichts an der Attraktivität des Modells. Aber wer es falsch versteht, plant falsch.
Noch etwas: Der Bonus-Anspruch auf den Stufen 3 % bis 9 % gilt nur bei Aktivität. Das bedeutet konkret: mindestens 1 neuer Privatkunde oder Partner mit 250 PW pro Monat. Ab 2.000 PW entfällt diese Bedingung. Wer das nicht kennt, wundert sich am 15. des Folgemonats über einen anderen Betrag als erwartet.
Missverständnis 1: Handelsspanne und Bonus sind dasselbe
Nein. Beides sind separate Einkommensquellen, die unabhängig voneinander entstehen.
Die Handelsspanne entsteht beim Direktverkauf – du kaufst günstig, verkaufst teurer. Der Bonus entsteht auf das Gesamtvolumen und zahlt LR aus der eigenen Unternehmenskasse zusätzlich zum Einkaufspreis. Wer beides addiert, rechnet sein Einkommen korrekter als jemand, der nur einen Teil davon sieht.
Missverständnis 2: Differenzbonus funktioniert automatisch
Der Differenzbonus ist das Herzstück des Teamvergütungsmodells. Dennoch funktioniert er nicht von selbst – er entsteht nur unter einer konkreten Bedingung.
Das Prinzip: Wenn du als Partner auf der 21 %-Stufe bist und ein Teampartner auf der 11 %-Stufe, erhältst du die Differenz – also 10 % auf das Volumen dieses Partners. Klingt simpel. Doch der Fehler passiert hier: Wer selbst noch auf der 9 %-Stufe ist und einen Partner auf der 6 %-Stufe hat, verdient nur 3 % Differenz – nicht 9 %.
Das heißt: Dein eigener Bonuslevel bestimmt, wie viel du vom Team bekommst. Wer früh investiert, höhere Stufen zu erreichen, profitiert stärker vom Differenzbonus als jemand der auf niedrigen Stufen verweilt.
Was ich täglich in der Arbeit mit Partnern sehe
In meiner täglichen Arbeit mit Partnern fällt mir auf, dass der Differenzbonus fast immer unterschätzt wird – bis jemand wirklich durchrechnet.
Das kommt so: Partner schauen auf ihren Eigenbonus und denken, das sei ihr Haupteinkommen. Dabei kann der Differenzbonus schon bei einer kleinen, aktiven Struktur die Eigenumsatzvergütung übersteigen. Die Mathematik dazu ist simpel, aber sie muss einmal gemacht werden.
Ich sehe regelmäßig, dass Partner 2–3 aktive Linien aufgebaut haben – und trotzdem nicht wissen, wie viel Differenzbonus sie monatlich bekommen. Wer das nicht kennt, kann es auch nicht steuern. Wer es kennt, arbeitet gezielt daran, Partnerlinien auf höhere Stufen zu entwickeln, damit die Differenz größer wird.
Das ist keine Kritik. Das ist einfach ein blinder Fleck, der sich mit einem einzigen Abend des Durchrechnens schließen lässt. Wer seinen Vergütungsplan wirklich versteht, denkt anders über Teamaufbau nach – weil er genau weiß, welche Linie welchen Hebel erzeugt.
Missverständnis 3: Der Autobonus ist ein Geschenk
Der LR Autobonus klingt nach einer Zugabe – und viele Partner behandeln ihn auch so. Tatsächlich ist er eine gezielte Vergütungskomponente, die ab der Stufe Junior Manager greift.
Bis zu 450 Euro monatlich zahlt LR als Autobonus, sobald die entsprechende Qualifikationsstufe erreicht und gehalten wird. Wichtig dabei: Der Autobonus ist nicht steuerfrei. Außerdem verändert er sich, wenn die Qualifikationsstufe nicht gehalten wird. Wer einen Leasingvertrag auf Basis des Autobonus abschließt, sollte die Qualifikationsbedingungen genau kennen – damit der Bonus planbar bleibt.
Die konkrete Höhe variiert je nach Karrierestufe und aktuellem Marketingplan. Der aktuelle LR Karriereplan ist immer die verbindliche Grundlage.
Die Karrierestufen im Überblick
Das System teilt sich in vier Phasen auf, die im Wesentlichen Folgendes beschreiben:
| Phase | Stufen | Besonderheit |
|---|---|---|
| Phase 1 | 3 %–11 % Bonusstufen | Einstieg, Aktivitätsbedingungen gelten |
| Phase 2 | Junior Manager, Manager, Junior Teamleiter | Erste garantierte Mindestboni, Autobonus |
| Phase 3 | Teamleiter, Orgaleiter, Bronze-Orgaleiter | Höherer Autobonus, Differenzbonus steigt |
| Phase 4 | Silber- bis Platin-Orgaleiter, VP | Jahresbonusbeteiligung, hohe Gesamtvergütung |
Ab Junior Manager zahlt LR einen garantierten Mindestbonus von 300 Euro monatlich, sofern die Qualifikation erfüllt ist. Ab Orgaleiter liegt dieser Mindestbonus bei 2.000 bis 2.500 Euro – zusätzlich zur Handelsspanne und zum Autobonus.
Diese Tabelle ist eine Orientierung – die Zahlenwerte hängen immer vom aktuell gültigen Marketingplan von LR ab, der für alle Partner gleich gilt.
Was 16 Jahre Branchenerfahrung zeigen
Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir eines klar: Garantierte Mindestboni sind das stärkste Argument, das ein Network Marketing Vergütungsplan haben kann – und gleichzeitig das, was am häufigsten missverstanden wird.
Viele Partner sehen die 300 Euro garantierten Mindestbonus und denken: „Das ist mein Boden.“ Das stimmt. Aber der Boden ist nicht das Ziel. Das Garantiesystem von LR soll Sicherheit geben, nicht Komfort erzeugen.
Was ich über die Jahre beobachte: Partner, die den garantierten Bonus als Sicherheitsnetz sehen, bauen stärker. Partner, die ihn als Ziel sehen, stagnieren dort. Der Unterschied liegt nicht im Plan – sondern im Umgang mit ihm.
Dazu kommt: Ab Orgaleiter-Stufe sind die garantierten Boni von 2.000–2.500 Euro monatlich mit einem aktiven Teamaufbau verbunden. Wer also auf dieser Stufe qualifiziert ist, hat bereits eine funktionierende Struktur. Das garantierte Einkommen bestätigt die Leistung – es ersetzt sie nicht.
Der Vergütungsplan belohnt konsequentes Handeln über viele Monate hinweg. Das ist kein Fehler im System. Das ist das System.
Missverständnis 4: Eigenumsatz-Pflicht von 100 PW betrifft alle
Nicht alle LR-Partner unterliegen der Bedingung, monatlich 100 PW Eigenumsatz nachzuweisen, um Bonus zu erhalten. Dennoch gilt sie für alle Teamführer – also für jeden, der einen Teambonus (Differenzbonus) beansprucht.
100 PW entsprechen in Deutschland ca. 50 Euro pro Monat. Das ist der persönliche Eigenkonsum, den ein Partner nachweist, um bonusberechtigt zu bleiben. Dieser Wert klingt niedrig. Er ist es auch. Dennoch führt das Nicht-Kennen dieser Regel dazu, dass Partner am Ende des Monats feststellen, dass ihr Teambonus nicht ausbezahlt wurde – weil der eigene Mindesteigenkonsum nicht erreicht wurde.
Missverständnis 5: Fast Track Bonus kommt immer
Das Fast Track Programm von LR bietet neuen Partnern in den ersten 12 Monaten garantierte Bonuszahlungen, wenn definierte Qualifikationsstufen erreicht werden:
- Junior Manager: 300 Euro garantierter Bonus
- Junior Teamleiter: 1.100 Euro garantierter Bonus
- Ab Orgaleiter: 2.000 Euro garantierter Bonus
Das Entscheidende: Diese Boni sind zeitlich befristet auf die ersten 12 Monate als Partner. Wer denkt, der Fast Track Bonus komme dauerhaft, plant falsch. Nach dem ersten Jahr gelten die regulären Qualifikationsbedingungen des Marketingplans.
Außerdem: Der Fast Track Bonus gilt nicht rückwirkend. Wer im Monat 6 erst Junior Manager wird, bekommt den Bonus ab diesem Zeitpunkt – nicht für die Monate davor.
Ein Muster, das ich viele Male begleitet habe
Ein Verlauf, den ich so oder ähnlich schon viele Male begleitet habe: Jemand startet bei LR, hört vom Fast Track Programm und denkt, die 1.100 Euro beim Junior Teamleiter seien das monatliche Regeleinkommen ab diesem Punkt.
Das ist es nicht. Der Fast Track Bonus ist eine zeitlich begrenzte Starthilfe – kein dauerhaftes Grundgehalt. Der Fehler passiert deshalb so oft, weil in Präsentationen der Fast Track-Bonus und der reguläre Differenzbonus oft in einem Atemzug genannt werden.
Was dann passiert: Nach Monat 12 verändert sich das Auszahlungsverhalten, weil der Fast Track endet. Das überrascht niemanden, der den Marketingplan genau kennt. Wer ihn aber nur in Teilen kennt, ist dann verwundert.
Das Gegenmittel ist banal: Den aktuellen LR Marketingplan einmal von vorne bis hinten durchlesen. Nicht die Präsentation. Den Plan selbst. Wer das macht, hat keine offenen Fragen mehr – zumindest keine, die den Vergütungsplan betreffen.
Missverständnis 6: Der Sonderbonus ist immer dabei
Der Sonderbonus beträgt bis zu 10 % – und er ist einer der am häufigsten übersehenen Bestandteile des Vergütungsplans. Dennoch ist er nicht für jeden Partner in jeder Situation verfügbar.
Er knüpft an höhere Karrierestufen und entsprechende Qualifikationsbedingungen. Partner in frühen Phasen des Plans begegnen ihm nicht. Wer aber auf mittlere bis höhere Karrierestufen zielt, rechnet diesen Bonus ein – und plötzlich verändert sich die Gesamtvergütung erheblich.
Wichtig: Der Sonderbonus gilt auf das Volumen bestimmter Leader-Linien, nicht auf das gesamte Gruppenvolumen. Wer also einen oder mehrere starke Leader in seiner Struktur entwickelt, profitiert überproportional.
Missverständnis 7: Steuern interessieren mich erst später
Das ist der gefährlichste der sieben Punkte. Nicht weil LR irgendetwas falsch macht – sondern weil viele Partner als Selbstständige starten, ohne sich um die steuerlichen Konsequenzen zu kümmern.
Als selbstständiger LR-Partner versteuert man Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Das umfasst:
- Einkommensteuer auf Gewinn (Handelsspanne minus Betriebsausgaben)
- Gewerbesteuer ab einem Gewinn von 24.500 Euro/Jahr (Deutschland)
- Umsatzsteuer: Wer unter der Kleinunternehmerregelung bleibt (bis 22.000 Euro Jahresumsatz), stellt keine Umsatzsteuer in Rechnung und führt keine ab
- Sozialabgaben: Wer hauptberuflich als LR-Partner tätig ist, muss sich selbst krankenversichern
Die Auszahlungen – Boni und Handelsspanne – kommen brutto. LR zieht keine Lohnsteuer ab. Wer das nicht einkalkuliert, erlebt am Ende eines Steuerjahres eine Überraschung.
Aus meiner Begleitung von Partnern sehe ich, dass besonders der Autobonus oft vergessen wird: Auch er ist steuerpflichtiges Einkommen. Ein Steuerberater zahlt sich hier fast immer aus.
So wird der Vergütungsplan konkret lesbar
Das Dokument, das wirklich zählt, ist der offizielle LR Karriereplan – erhältlich direkt über LR oder den eigenen Teamführer. Alle Bonussätze, Qualifikationsstufen, Aktivitätsbedingungen und Fast Track-Details stehen dort schwarz auf weiß.
Eine gute Lesereihenfolge für neue Partner:
- Zuerst die Bonustabelle verstehen (PW → Bonusstufe → Bonusprozent)
- Den Eigenumsatz-Begriff klären (100 PW = ca. 50 € in Deutschland)
- Differenzbonus mit einem konkreten Zahlenbeispiel nachrechnen
- Fast Track-Zeitraum und -Bedingungen markieren
- Autobonus-Bedingungen je Karrierestufe lesen
- Sonderbonus-Bedingungen für mittlere Stufen verstehen
- Mit einem Steuerberater über die steuerliche Einordnung sprechen
Wer diese Reihenfolge geht, hat keine offenen Punkte mehr.
Was in meiner Community zu diesem Thema auftaucht
In der Momentum-Macher-Gruppe taucht genau dieses Thema regelmäßig auf – und dabei zeigt sich immer wieder dasselbe Bild.
Menschen aus verschiedenen Firmen, also nicht nur von LR, stellen fest: Sie haben nie wirklich den Vergütungsplan gelesen. Sie haben ihn erklärt bekommen. Das ist ein Unterschied. Eine Erklärung filtert immer durch die Perspektive dessen, der erklärt. Der Plan selbst filtert nicht.
Ich gebe deshalb in meiner Community eine klare Empfehlung: Lies den Marketingplan deiner Firma selbst. Seite für Seite. Denn wer ihn selbst liest, stellt Fragen, die er beim Zuhören nicht gestellt hätte. Und genau diese Fragen sind die wichtigsten.
Was dabei aufkommt, überrascht jedes Mal: Partner entdecken Boni, von denen sie nie gehört haben. Sie finden Aktivitätsbedingungen, die sie nie kannten. Und manche entdecken, dass sie bereits qualifiziert wären – nur haben sie nicht danach gefragt.
Der Vergütungsplan ist kein Geheimnis. Er ist nur ungelesen.
FAQ
Was bedeutet PW bei LR Health & Beauty Systems?
PW steht für Punktwert – die interne Verrechnungseinheit, die LR für die Berechnung von Boni nutzt. Grob gilt: 1 Euro Nettoumsatz entspricht etwa 1,8 bis 2 PW.
Wer 500 Euro Einkaufsumsatz macht, landet damit auf circa der 1.000-PW-Stufe – nicht auf der 500-PW-Stufe. Das verwirrt anfangs viele Partner, weil sie Euro und PW gleichsetzen. Der Bonus berechnet sich immer auf das GV (Geschäftsvolumen) in Euro, die PW-Stufe bestimmt aber den Prozentsatz. Sobald man diesen Mechanismus einmal verstanden hat, rechnet man die eigene Bonusstufe korrekt – und plant realistischer.
Wann zahlt LR den Bonus aus?
Bis zum 15. des Folgemonats. Wer im Oktober seinen Umsatz macht, bekommt Bonus und Handelsspanne bis zum 15. November ausbezahlt.
Diese Regel gilt für alle Partner gleich. Der Fast Track Bonus folgt demselben Rhythmus. Einzige Voraussetzung: Die Bonusfreischaltung muss über den Besuch eines Starterseminars erfolgt sein – erst dann fließt der Bonus, auch wenn die PW-Schwelle bereits erreicht wurde. In meiner täglichen Arbeit mit Partnern sehe ich immer wieder, dass das Starterseminar vergessen oder aufgeschoben wird – und damit die erste Bonuszahlung verzögert.
Wie viel verdient man wirklich als LR-Partner?
Das hängt vollständig von Umsatz, Karrierestufe und Teamstruktur ab. Wer nur Eigenvolumen generiert, verdient Handelsspanne plus Eigenbonus. Wer ein aktives Team aufbaut, addiert Differenzbonus, Leader Bonus und ab höheren Stufen auch Sonderbonus.
Als Orientierung: Wer Junior Manager wird und die Fast Track-Bedingungen erfüllt, erhält 300 Euro garantierten Mindestbonus – zusätzlich zur Handelsspanne. Ab Orgaleiter liegt der garantierte Mindestbonus bei 2.000–2.500 Euro monatlich. Diese Zahlen sind Mindestgrenzen, keine Obergrenzen. Das tatsächliche Einkommen richtet sich nach dem Umsatz der Gesamtstruktur.
Was ist der Differenzbonus bei LR?
Der Differenzbonus ist die Differenz zwischen deinem Bonuslevel und dem Bonuslevel deines Teampartners – ausgezahlt auf das Volumen dieses Partners.
Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir klar, dass der Differenzbonus das stärkste Hebel-Element im gesamten LR-Plan ist – vorausgesetzt, man erreicht selbst höhere Bonusstufen. Beispiel: Stehst du auf 21 % und dein Partner auf 14 %, erhältst du 7 % auf sein Gesamtvolumen. Bei mehreren Partnern in verschiedenen Linien summiert sich das erheblich. Der Differenzbonus ist kein passives Einkommen – er entsteht aktiv durch Teamentwicklung und das eigene Wachstum auf höhere Bonusstufen.
Was ist der LR Fast Track Bonus?
Der Fast Track Bonus ist ein zeitlich begrenztes Förderprogramm für neue LR-Partner in den ersten 12 Monaten. Wer definierte Karrierestufen in dieser Zeit erreicht, bekommt garantierte Mindestboni – zum Beispiel 300 Euro bei Junior Manager oder 1.100 Euro bei Junior Teamleiter.
Nach Ablauf des ersten Jahres gelten die regulären Qualifikationsbedingungen des Marketingplans. Der Fast Track-Bonus ist also eine Starthilfe mit klarem Ablaufdatum – kein dauerhafter Einkommensbestandteil. Wer das von Anfang an weiß, kann besser planen, welche Strukturgröße nötig ist, um auch nach den ersten 12 Monaten auf vergleichbarem Niveau zu verdienen.
Muss ich als LR-Partner Steuern auf meinen Bonus zahlen?
Ja. Alle Einkünfte als selbstständiger LR-Partner – Handelsspanne, Boni, Autobonus – sind steuerpflichtig. LR zieht keine Steuern ab, also kommt alles brutto an.
Der häufigste Irrtum, den ich zu dieser Frage korrigiere: Viele Partner denken, der Autobonus sei eine Sachleistung und damit steuerfrei. Er ist Geld – und damit genauso zu versteuern wie jede andere Bonuszahlung. Wer die Kleinunternehmerregelung nutzt (Jahresumsatz unter 22.000 Euro in Deutschland), stellt keine Umsatzsteuer in Rechnung und führt keine ab. Darüber hinaus gilt: Gewerbesteuer, Einkommensteuer und ggf. Sozialabgaben. Ein Steuerberater klärt die individuelle Situation – und zahlt sich dabei fast immer aus.
Was bedeutet GV bei LR und warum ist es wichtig?
GV steht für Geschäftsvolumen – also den Netto-Einkaufswert der Produkte, die du und dein Team bei LR beziehen. Auf das GV berechnet LR alle Boni.
Das GV ist damit die Berechnungsbasis aller Vergütungskomponenten. Wer verstehen möchte, warum sein Bonus so ausfällt wie er ausfällt, schaut auf das eigene und das Gruppen-GV. Wichtig: Das GV enthält nicht den Endverkaufspreis an Kunden – nur den Einkaufswert der Partner bei LR. In der Momentum-Macher-Gruppe taucht genau diese Frage regelmäßig auf, und dabei zeigt sich: Viele verwechseln ihr Verkaufsvolumen an Kunden mit dem GV – und wundern sich dann über niedrigere Boni als erwartet.
Was ist der LR Sonderbonus?
Der Sonderbonus beträgt bis zu 10 % und gilt für Partner auf höheren Karrierestufen. Er berechnet sich auf das Volumen bestimmter Leader-Linien in der Struktur – nicht auf das gesamte Gruppenvolumen.
Wer also einen aktiven Leader in seiner Linie entwickelt, der selbst hohe Umsätze generiert, profitiert durch den Sonderbonus überproportional. Das macht die Qualität der direkten Erstlinien-Partner zu einem wesentlichen Faktor. Ein Muster, das ich so oder ähnlich schon viele Male begleitet habe: Wer früh darin investiert, Erstlinien zu Leadern zu entwickeln, baut damit langfristig den stärksten Hebel im gesamten Vergütungsplan.
Wie erreicht man als LR-Partner den Autobonus?
Der Autobonus startet ab der Karrierestufe Junior Manager und beträgt bis zu 450 Euro monatlich. Voraussetzung ist die aktive Qualifikation – also das Halten der entsprechenden Karrierestufe in dem jeweiligen Monat.
Der Autobonus ist nicht an ein bestimmtes Fahrzeug gebunden. Du erhältst ihn als Geldbetrag und kannst ihn für ein Fahrzeug deiner Wahl nutzen. Da er monatlich an die Qualifikation gebunden ist, empfiehlt sich beim Abschluss eines Fahrzeugleasings immer ein Puffer – damit eine Monats-Delle in der Qualifikation keine finanzielle Schieflage erzeugt.
Was brauche ich, um als LR-Partner bonusberechtigt zu sein?
Mindestens 100 PW Eigenumsatz pro Monat und eine abgeschlossene Bonusfreischaltung durch Besuch des Starterseminars. Wer nur Produkte kauft, aber kein Seminar besucht hat, bekommt keinen Bonus – auch wenn die PW-Schwelle erreicht ist.
Auf Stufen zwischen 3 % und 9 % gilt zusätzlich: mindestens 1 neuer Privatkunde oder Partner mit 250 PW im selben Monat. Diese Aktivitätsbedingung entfällt erst ab 2.000 PW Gesamtvolumen, also ab der 11 %-Stufe. Wer das weiß, richtet seine monatliche Aktivität frühzeitig darauf aus – und vermeidet eine Bonuslücke durch zu wenig Eigenaktivität.
7 Punkte, die keine Probleme sind – wenn man sie kennt
Der LR Vergütungsplan hat keine versteckten Tücken. Er hat Bedingungen. Und wer diese Bedingungen kennt, arbeitet gezielter.
Ich sage das aus ehrlicher Überzeugung: Ein Vergütungsplan, der transparent erklärt, was unter welcher Bedingung gilt, ist ein fairer Vergütungsplan. LR schreibt nichts zwischen die Zeilen. Wer die Zeilen liest, findet alles.
Das Beste, was dir mit diesem Artikel passieren kann: Du holst dir jetzt den aktuellen LR Karriereplan, liest ihn selbst durch – und erkennst an einer Stelle, dass du schon besser qualifiziert bist als du dachtest.
Rock it!
Dein Willi