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Network Marketing: Wie schreibe ich Leute an?

Kurz vorab das Wichtigste: Ob du jemandem eine Nachricht schickst oder darauf wartest, dass Interessenten auf dich zukommen – der Unterschied liegt im Ansatz, nicht im Ziel. Beide Wege haben klare Regeln. Dieser Blogpost erklärt dir beide und zeigt dir, was dabei wirklich zählt.

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Was bedeutet „Leute anschreiben“ im NM-Kontext?

Im Network Marketing bezeichnet „Leute anschreiben“ den aktiven Erstkontakt per Nachricht. Das Ziel ist meistens: Ein Gespräch starten. Nicht sofort verkaufen. Nicht sofort präsentieren.

Das ist ein entscheidender Unterschied, den viele unterschätzen.

Die erste Nachricht ist kein Pitch. Sie ist der Beginn einer Konversation.


Die zwei grundlegenden Ansätze

Im Network Marketing gibt es zwei verschiedene Ausgangssituationen, aus denen heraus man jemanden anschreibt:

Ansatz 1 – Outbound: Du schreibst zuerst. Du gehst aktiv auf eine Person zu. Du initiierst den Kontakt.

Ansatz 2 – Inbound: Jemand schreibt dich an. Du antwortest. Der erste Schritt kommt vom Gegenüber.

MerkmalOutbound (du schreibst zuerst)Inbound (du wirst angeschrieben)
InitiierungDuDer Interessent
GesprächseinstiegEher schwierigerEinfacher
Erstnachricht nötigJaNein – Antwort genügt
VoraussetzungKeine spezielle VorbereitungSichtbarkeit und Vertrauen nötig
ReaktionsquoteUnterschiedlichMeistens höher
ZeitaufwandHoch (Suche + Kontaktaufnahme)Niedrig (warten + antworten)

Beide Ansätze führen zum gleichen Ziel. Der Weg dorthin ist verschieden.


Die Outbound-Nachricht: Was sie braucht

Wenn du aktiv auf eine Person zugehst, gilt eine klare Regel: Weniger ist mehr.

Die erste Nachricht sollte:

  • kurz sein – Maximal 3–5 Sätze
  • keinen Link enthalten – Links in Erstnachrichten wirken sofort spammig
  • keine Firma und kein Produkt nennen – Das kommt erst später
  • eine Frage enthalten – So entsteht ein Gespräch statt ein Monolog
  • persönlich wirken – Keine Massennachricht, die jeder erkennt

Ein häufiger Fehler: Die erste Nachricht ist gleichzeitig der komplette Businessplan. Das schreckt ab.

Das Ziel der ersten Nachricht ist einzig und allein: Eine Antwort erhalten.

Nicht mehr. Nicht weniger.


Was in einer Erstnachricht steht – und was nicht

Was hineingehört

  • Ein persönlicher Bezugspunkt (gemeinsame Gruppe, gemeinsames Interesse, ein Kommentar der Person)
  • Eine kurze, neugierig machende Aussage zu dir oder deinem Umfeld
  • Eine offene Frage, die zur Situation der Person passt
  • Dein Name am Ende

Was nicht hineingehört

  • Der Name deiner NM-Firma
  • Produktnamen oder Produktvorteile
  • Aussagen wie „geniales Unternehmen“ oder „riesige Chance“
  • Mehr als ein Thema gleichzeitig
  • Rechtschreibfehler (klingt selbstverständlich, macht aber einen Unterschied)

Konkrete Nachrichtenstruktur im Überblick

Eine funktionierende Struktur für den Outbound-Erstkontakt sieht so aus:

Schritt 1 – Persönlicher Einstieg
Beziehe dich auf etwas Konkretes. Das zeigt, dass du die Nachricht nicht in Copy-Paste verschickt hast.

Beispiel: „Hey [Name], ich habe deinen Kommentar in der Gruppe XY gelesen…“

Schritt 2 – Kurze Aussage über dich
Ein Satz. Nicht mehr. Wer du bist und was dich mit dem Thema verbindet.

Beispiel: „Ich selbst bin seit X Jahren in einem ähnlichen Bereich tätig…“

Schritt 3 – Offene Frage
Keine Ja/Nein-Frage. Eine, die zum Nachdenken anregt und zur Situation der Person passt.

Beispiel: „Wie läuft das bei dir gerade – bist du schon aktiv unterwegs oder noch in der Orientierungsphase?“

Schritt 4 – Freundlicher Abschluss
Nicht aufdringlich. Einfach offen.

Beispiel: „Freue mich auf deine Antwort. Liebe Grüße, [Dein Name]“


Der Gesprächsverlauf nach der ersten Antwort

Wenn jemand antwortet, geht es nicht sofort ums Business.

Aus meiner Erfahrung mit Tausenden von Gesprächen in meiner Facebook-Gruppe sehe ich immer wieder denselben Fehler: Die Person antwortet, und im nächsten Satz kommt schon das Angebot. Das beendet das Gespräch schneller, als es begonnen hat.

Wie ein Gesprächsverlauf strukturiert ist:

  1. Smalltalk / Rapport – 1–2 Nachrichten, um die Person kennenzulernen
  2. Verständnis aufbauen – Fragen zur Situation, zu Zielen, zu Interessen
  3. Bedürfnis erkennen – Gibt es überhaupt einen Anknüpfungspunkt?
  4. Sanfter Übergang – Nur wenn der Anknüpfungspunkt da ist
  5. Weiterführung – Ein Call, ein Link, eine Einladung – je nach Situation

Das sind keine starren Schritte. Es ist ein natürliches Gespräch, das in eine Richtung geht.


Nachrichtentypen im NM-Überblick

Je nach Plattform und Ziel gibt es verschiedene Nachrichtentypen:

NachrichtentypZielEmpfehlung
Erstkontakt-NachrichtGespräch startenKurz, persönlich, eine Frage
Follow-up-NachrichtGespräch wiederbelebenMehrwert bieten, kein Druck
Einladungs-NachrichtZu Event/Präsentation einladenNur nach Vorqualifikation
Antwort auf InboundInteresse bestätigen, Gespräch startenDirekt, freundlich, klar
Gruppenpost-ReaktionKontakt über öffentlichen PostKommentar zuerst, dann Nachricht

Häufige Fehler beim Anschreiben

Diese Fehler passieren regelmäßig – und sie kosten Gespräche:

  • Massennachrichten ohne Personalisierung – sofort erkennbar, sofort gelöscht
  • Direkt beim ersten Kontakt den Firmennamen nennen – der Empfänger googelt sofort und ist danach weg
  • Zu viele Fragen auf einmal – überwältigend statt einladend
  • Kein klares Ziel – Was soll die Person nach der Nachricht tun?
  • Unpersönliche Anrede – „Hey du“ wirkt nicht so gut wie der echte Name
  • Zu formell – Im NM geht es um Menschen, nicht um Businesskorrespondenz
  • Zu schnell nachfassen – Wer innerhalb von Stunden zweimal schreibt, wirkt verzweifelt

Inbound: Wenn Interessenten auf dich zukommen

Es gibt einen Ansatz, bei dem du keine Erstnachrichten schreibst – weil sie zu dir kommen.

Das funktioniert über Sichtbarkeit. Wenn du regelmäßig Inhalte veröffentlichst, die für deine Zielgruppe relevant sind, entsteht Vertrauen. Menschen, die Vertrauen haben, nehmen von selbst Kontakt auf.

In meiner Gruppe „Momentum Macher“ auf Facebook sehe ich das täglich. Networker, die konsequent mit organischen Inhalten arbeiten, berichten, dass sie keine Nachrichten mehr verschicken müssen. Die Nachrichten kommen von alleine.

Der Unterschied zur Outbound-Nachricht: Die Person, die schreibt, ist bereits qualifiziert. Sie kennt dich. Sie hat Vertrauen aufgebaut. Das Gespräch startet auf einem anderen Level.

Wenn du in diesem Bereich tiefer einsteigen willst: In meiner Facebook-Gruppe findest du dazu regelmäßig neue Inhalte.


Ton und Sprache: Wie man klingt

Nachrichten im Network Marketing haben oft denselben Klang. Wer hundert davon gelesen hat, erkennt sie sofort.

Was einen anderen Eindruck macht:

  • Authentisch schreiben, wie man auch sprechen würde
  • Aktiv formulieren – nicht „Ich würde mich freuen“ sondern „Ich freue mich“
  • Keine Übertreibungen – „unglaubliche Chance“ klingt nach Pitch, nicht nach Gespräch
  • Emojis sparsam einsetzen – Ein Smiley am Ende ist okay. Zehn davon nicht
  • Kurze Sätze – Niemand liest einen Satz mit vier Nebensätzen in einer Direktnachricht

Der beste Test: Lies deine Nachricht laut vor. Klingt sie natürlich? Dann ist sie gut. Klingt sie komisch? Dann überarbeite sie.


Der Unterschied zwischen Gespräch und Akquise

Das ist vielleicht der wichtigste Abschnitt dieses Blogposts.

Gespräch: Zwei Personen tauschen sich aus. Beide kommen zu Wort. Es geht um Verstehen.

Akquise: Eine Person versucht, etwas zu verkaufen. Die andere Person spürt das.

Im Network Marketing gewinnt man Partner und Kunden durch Gespräche. Nicht durch Akquise-Nachrichten.

Das klingt simpel. Aber aus meiner Praxis – nach 16 Jahren im Network Marketing – weiß ich, dass der Unterschied zwischen diesen beiden Ansätzen den Unterschied zwischen Erfolg und Stillstand macht.

Wer Nachrichten schreibt wie ein Mensch, der wirklich zuhören möchte, bekommt Antworten.

Wer Nachrichten schreibt wie ein Verkäufer, bekommt Stille.


Plattform-Unterschiede kurz erklärt

Auf verschiedenen Plattformen gelten verschiedene Regeln:

PlattformBesonderheit
Facebook MessengerPersönlich, direkt – gut für Gespräche nach Erstkontakt in Gruppen
WhatsAppSehr persönlich – nur wenn Kontakt bereits besteht
Instagram DMKurz halten – oft nur wenige Zeichen sichtbar
LinkedInProfessioneller Ton – Bezug auf beruflichen Hintergrund
E-MailMehr Länge erlaubt – Betreffzeile entscheidend

Je nach Plattform passen die Nachrichten anders. Eine Facebook-Messenger-Nachricht klingt anders als eine LinkedIn-Direktnachricht.


Kurz zusammengefasst

Das Anschreiben von Leuten im Network Marketing folgt einer klaren Logik: Zuerst das Gespräch, dann alles andere. Wer das versteht, verschickt andere Nachrichten. Und bekommt andere Antworten.


FAQ

Was ist das Ziel der ersten Nachricht im Network Marketing?

Das Ziel ist ausschließlich, eine Antwort zu erhalten. Nicht zu verkaufen. Nicht zu präsentieren. Nicht die Firma vorzustellen. Eine gute Erstnachricht startet ein Gespräch – mehr nicht. Alles weitere kommt in den Schritten danach.

Wie lang sollte eine Erstnachricht sein?

Kurz. Maximal 3–5 Sätze. Eine Nachricht, die länger ist, wird oft nicht vollständig gelesen. Das gilt besonders für Direktnachrichten auf Plattformen wie Facebook oder Instagram, wo langer Text sofort wie Spam wirkt.

Darf ich in der ersten Nachricht den Firmennamen nennen?

Nein. Das führt dazu, dass die Person sofort googelt – und die Ergebnisse entscheiden dann über das Gespräch, nicht du. Den Firmennamen nennst du erst, wenn die Person bereits Interesse signalisiert hat und ausdrücklich nachfragt.

Wie gehe ich vor, wenn jemand nicht antwortet?

Ein einmaliges Follow-up nach 3–5 Tagen ist üblich. Dieses Follow-up sollte einen neuen Mehrwert bieten oder eine neue Frage stellen – kein „Hast du meine Nachricht gesehen?“. Wenn nach dem zweiten Kontakt keine Reaktion kommt, ist der Zeitpunkt einfach nicht der richtige.

Ist es besser, Fremde oder Bekannte anzuschreiben?

Das hängt vom Ansatz ab. Bei Bekannten besteht bereits eine Beziehung – das senkt die Hemmschwelle für ein Gespräch. Bei Fremden ist der Bezugspunkt entscheidend: Über welchen Kanal kommt der Kontakt? Was verbindet euch? Ohne Bezugspunkt wirkt die Nachricht kalt und generisch.

Welche Fragen funktionieren gut in einer Erstnachricht?

Offene Fragen, die zur Situation der Person passen und zum Nachdenken anregen. Zum Beispiel: „Bist du schon aktiv in dem Bereich oder noch auf der Suche?“ oder „Wie lange machst du das schon?“ Solche Fragen laden zur Antwort ein, ohne Druck zu erzeugen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Skript und einer authentischen Nachricht?

Ein Skript ist eine Vorlage. Eine authentische Nachricht ist eine persönliche Kommunikation. Der Unterschied: Wenn man ein Skript 1:1 kopiert, merkt das die Gegenseite meistens. Wer ein Skript als Orientierung nutzt und es mit eigenen Worten und einem persönlichen Bezug ausfüllt, schreibt authentisch.

Wie viele Personen sollte man täglich anschreiben?

Dafür gibt es keine universelle Zahl. Entscheidend ist die Qualität, nicht die Menge. Zehn personalisierte, durchdachte Nachrichten bringen mehr als hundert Kopien desselben Textes. Wer auf Masse setzt, verliert den persönlichen Charakter – und damit die Wirkung.

Warum kommen manche Nachrichten nicht an (technisch)?

Auf Facebook zum Beispiel landen Nachrichten von Personen, die nicht befreundet sind, im Anfragen-Ordner – den viele Nutzer selten öffnen. Das bedeutet: Ein vorheriger Kontaktpunkt (Kommentar, Reaktion, gemeinsame Gruppe) erhöht die Sichtbarkeit der Nachricht enorm.

Gibt es einen Ansatz, bei dem ich keine Nachrichten schreiben muss?

Ja. Der Inbound-Ansatz basiert darauf, dass Interessenten aktiv auf dich zukommen – weil du durch organische Inhalte Vertrauen aufgebaut hast. In diesem Fall schreibst du keine Erstnachrichten, sondern antwortest nur noch. Das setzt voraus, dass du eine bestimmte Sichtbarkeit aufgebaut hast. Der Gesprächsstart ist dabei einfacher, weil das Vertrauen bereits vorhanden ist.

Was tun, wenn jemand sofort nach dem Unternehmen oder Produkt fragt?

Das ist ein gutes Zeichen – die Person ist neugierig. Hier gilt: Zuerst mehr über die Person herausfinden. Warum interessiert sie das? Was sucht sie? Was ist ihre Ausgangssituation? Erst wenn du das weißt, kannst du beurteilen, ob das Angebot überhaupt zur Person passt. Ein sofortiger Produktpitch ohne diese Information ist in den meisten Fällen zu früh.

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