Zum Inhalt springen

Was steckt hinter Juice Plus?

Juice Plus ist ein Nahrungsergänzungsmittel-Unternehmen, das seit 1993 Obst-, Gemüse- und Beerenkonzentrate in Kapsel-, Kau- und Pulverform vertreibt – und zwar über ein Network-Marketing-System mit unabhängigen Partnern. Die Wurzeln reichen bis 1970 zurück, denn damals gründete Jay Martin die National Safety Associates (NSA), aus der später die heutige Juice Plus+ Company wurde. Wer verstehen will, was hinter der Marke steckt, braucht drei Bausteine: das Unternehmen, die Produkte und das Vertriebsmodell.

In meiner täglichen Arbeit mit Network-Marketing-Partnern aus verschiedenen Firmen sehe ich immer wieder dieselbe Frage auftauchen, sobald jemand mit Juice Plus in Kontakt kommt: Ist das jetzt ein Nahrungsergänzungsmittel-Konzern oder ein Network-Marketing-Unternehmen? Beides trifft zu, denn Juice Plus stellt Produkte her und vertreibt sie ausschließlich über selbstständige Partner. Genau diese Doppelrolle sorgt regelmäßig für Verwirrung, weil viele zunächst nur die Kapseln kennen, aber nicht das Geschäftsmodell dahinter. Wer beide Seiten kennt, versteht die Marke deutlich schneller.

Wer steht hinter Juice Plus

Juice Plus gehört zur Juice Plus+ Company mit Sitz in Memphis, Tennessee. Das Unternehmen ist privat geführt und operiert mittlerweile in mehr als 20 Ländern in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie in Nordamerika.

Die Geschichte beginnt allerdings nicht 1993, sondern schon 1970. Damals gründete der frühere Lehrer Jay Martin die Firma National Safety Associates (NSA) in Tennessee und verkaufte zunächst Rauchmelder sowie Feuerschutzartikel im Door-to-Door-Vertrieb. Später kamen Wasser- und Luftfilter dazu, bevor NSA 1993 mit Juice Plus ein völlig neues Produktsegment startete.

Seit Juli 2023 leitet Travis Garza als Chief Executive Officer das Unternehmen. Zuvor war er bei anderen Network-Marketing-Firmen wie Kyäni tätig, sodass er Branchenerfahrung in die Position mitbringt. Die Produkte selbst stellt nicht Juice Plus direkt her, sondern ein externer Zulieferer verarbeitet Obst- und Gemüsesäfte zu Pulver, während ein weiterer Partnerbetrieb dieses Pulver anschließend zu Kapseln verarbeitet.

Welche Produkte gehören zu Juice Plus

Juice Plus vertreibt heute mehrere Produktlinien, die alle auf demselben Grundprinzip basieren: Obst-, Gemüse- und Beerenkonzentrate, angereichert mit zusätzlichen Vitaminen. Zusätzlich gehört seit 2024 die Marke Tower Garden als eigenständige Tochtergesellschaft zum Unternehmen.

Die wichtigsten Produktkategorien im Überblick:

  • Essentials Kapseln – Obst-, Gemüse- und Beerenpulver in Kapselform, angereichert mit Vitamin A, C, E und Folsäure
  • Kautabletten für Kinder – dieselbe Nährstoffbasis, aber in kaubarer Form ohne Kapselhülle
  • Complete Shakes – Eiweißshakes auf Basis von Soja-, Reis- oder Erbsenprotein mit zusätzlichen Vitaminen
  • Riegel – Snackriegel mit Sojachips, Trockenobst und Nüssen als Zwischenmahlzeit
  • Tower Garden – ein aeroponisches Anbausystem, mit dem sich Gemüse und Kräuter ohne Erde zu Hause ziehen lassen

Die Grundzutaten stammen laut Herstellerangaben aus rund 30 verschiedenen Obst-, Gemüse- und Getreidesorten, während der Hersteller alle Produkte als gluten- und laktosefrei sowie frei von künstlichen Farb- und Konservierungsstoffen deklariert.

Wie werden die Kapseln hergestellt

Die Herstellung folgt einem mehrstufigen Prozess. Zunächst pressen externe Zulieferer Obst und Gemüse zu Saft, danach wird dieser Saft schonend zu Pulver getrocknet, sodass ein Großteil der ursprünglichen Nährstoffe erhalten bleiben soll. Im nächsten Schritt reichert der Hersteller das Pulver mit standardisierten Mengen an Beta-Carotin, Vitamin E und Ascorbinsäure an, bevor die fertige Mischung in Kapseln abgefüllt wird. Dieser Prozess läuft seit den 1990er-Jahren im Kern ähnlich ab, wenngleich sich Rezepturen und Zulieferer im Laufe der Jahre verändert haben.

Was die Wissenschaft zu Juice Plus sagt

Juice Plus verweist auf eine große Zahl klinischer Studien, während unabhängige Institutionen die Aussagekraft dieser Studien unterschiedlich bewerten. Beide Seiten der Diskussion basieren auf nachvollziehbaren Fakten.

Das Unternehmen selbst gibt an, seit 1995 in 33 klinische Studien zu den Essentials-Kapseln investiert zu haben, aus denen 47 veröffentlichte Fachpublikationen entstanden sind. Diese Studien sollen laut Unternehmensangaben 13 unterschiedliche gesundheitliche Effekte belegen, etwa Veränderungen bei Entzündungsmarkern oder beim Vitamin-Status im Blut. Verbraucherschutzorganisationen wie die deutsche Verbraucherzentrale weisen dagegen darauf hin, dass sich positive Effekte von frischem Obst und Gemüse nicht automatisch auf verarbeitete Nahrungsergänzungsmittel übertragen lassen, weil der gesundheitliche Mehrwert frischer Lebensmittel aus dem Zusammenspiel vieler Inhaltsstoffe entsteht – inklusive Ballaststoffen, die in den Kapseln nicht enthalten sind.

Der häufigste Irrtum, den ich zu diesem Thema in Gesprächen mit Partnern aus verschiedenen Firmen korrigiere: Viele glauben, „viele Studien“ bedeutet automatisch „starker wissenschaftlicher Beweis“. Das ist so nicht richtig, denn die Anzahl an Publikationen sagt wenig über die Qualität und Unabhängigkeit der einzelnen Untersuchungen aus.

Wichtig ist dabei zu verstehen, wer die Studien finanziert und wie die Vergleichsgruppen aufgebaut sind. Viele der veröffentlichten Arbeiten zu Nahrungsergänzungsmitteln aus dem Network-Marketing-Umfeld stammen aus Unternehmens-finanzierter Forschung, während unabhängige, groß angelegte Langzeitstudien mit klinischen Endpunkten seltener vorliegen. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Ergebnisse falsch sind, sondern nur, dass Leser die Quelle und das Studiendesign genau prüfen sollten.

Ein Muster, das ich in Gesprächen immer wieder erlebe: Jemand zeigt mir eine Studie als „Beweis“, checkt dabei aber nicht, ob es sich um eine placebokontrollierte Untersuchung mit ausreichend großer Teilnehmerzahl handelt. Genau an diesem Punkt trennt sich seriöse Bewertung von reiner Werbebotschaft.

Für die praktische Einordnung bedeutet das: Wer Juice Plus oder vergleichbare Produkte bewertet, sollte sich nicht allein auf die Zahl der Studien verlassen, sondern gezielt nachfragen, welche Institution die Forschung durchgeführt und finanziert hat.

Konkret äußerten sich mehrere Institutionen zu einzelnen Aspekten der Produkte. Die Verbraucherzentrale stellt fest, dass die in den Kapseln enthaltenen Vitamine A, C und E bei einem Großteil der deutschen Bevölkerung bereits über die normale Ernährung ausreichend aufgenommen werden. Das Sloan Kettering Cancer Center in den USA veröffentlichte zudem eine Stellungnahme, wonach Juice Plus weder Krebs vorbeugt noch behandelt und Antioxidantien aus dem Produkt sogar mit bestimmten Krebstherapien interagieren können. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten, etwa eine Dissertation der Ludwig-Maximilians-Universität München, kommen zu dem Schluss, dass belastbare, randomisierte Langzeitstudien mit großen, unabhängigen Probandengruppen bislang fehlen.

Wie funktioniert das Juice Plus Geschäftsmodell

Juice Plus vertreibt seine Produkte nicht über den klassischen Einzelhandel, sondern ausschließlich über selbstständige Partner. Diese Partner kaufen Produkte zum Vertriebspreis ein und verkaufen sie an Kunden weiter, während sie gleichzeitig neue Partner in ihr Team aufnehmen können.

Der Einstieg funktioniert in drei Schritten, die Juice Plus selbst so beschreibt:

  1. Interessenten lernen die Produkte durch eigene Nutzung kennen
  2. Sie reichen eine Online-Bewerbung ein und werden Juice Plus Partner
  3. Sie bauen ihr eigenes Geschäft auf, indem sie den Marketingplan verstehen und umsetzen

Als Partner erhältst du laut Unternehmensangaben einen Sales Profit von 10 Prozent auf alle Bestellungen, die du selbst tätigst oder die deine direkten Kunden aufgeben. Zusätzliche Provisionen kommen hinzu, sobald du in den nächsten Rängen des Karriereplans aufsteigst.

Wie ist der Vergütungsplan aufgebaut

Der Vergütungsplan von Juice Plus kombiniert ein Unilevel-Modell mit bis zu fünf Ebenen mit zusätzlichen, ranganhängigen Bonusstufen. Insgesamt existieren sieben Partner-Ränge, die von Virtual Franchisee bis National Marketing Director reichen.

Die folgende Übersicht zeigt die grundsätzliche Bonusstruktur nach Rang, wobei die tatsächlichen Prozentsätze je nach Land und aktueller Planversion variieren können:

RangstufeProvisionsspanneEbenen
Virtual Franchisee bis Senior Sales Coordinatorrund 5 %bis zu 4 Unilevel-Ebenen
Qualifying National Marketing Directorrund 5 %bis zu 5 Unilevel-Ebenen
National Marketing Directorrund 5 % zzgl. Generationsbonibis zu 5 Unilevel-Ebenen

Diese Tabelle sorgt bei vielen Einsteigern für ein typisches Missverständnis, denn die reine Prozentzahl pro Ebene wirkt auf den ersten Blick klein. Erst im Zusammenspiel mit mehreren gleichzeitig aktiven Ebenen und zusätzlichen Bonusprogrammen ergibt sich das tatsächliche Verdienstpotenzial.

Was der Blick über mehrere Network-Marketing-Firmen und viele Jahre hinweg zeigt: Unilevel-Pläne mit Generationsboni, wie Juice Plus sie nutzt, unterscheiden sich strukturell deutlich von Binär- oder Matrix-Plänen anderer Firmen.

Bei einem Unilevel-Modell zählt vor allem, wie viele Ebenen tief Provisionen fließen und wie stark die Boni bei höheren Rängen anwachsen. Firmen mit Binärplan rechnen dagegen nach völlig anderen Regeln, weil dort zwei Teamseiten im Gleichgewicht gehalten werden müssen. Wer aus einem anderen Vergütungssystem zu Juice Plus wechselt, muss diese Logik zuerst verstehen, bevor er den eigenen Verdienst realistisch einschätzen kann.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Partner mit Erfahrung aus einem Binärplan-Unternehmen erwartete anfangs, dass sich Teamstrukturen bei Juice Plus genauso aufbauen lassen wie zuvor. Das funktioniert so nicht, weil die Ebenenlogik komplett anders greift.

Für die praktische Bewertung bedeutet das: Bevor du den Verdienst bei Juice Plus mit einer anderen Firma vergleichst, lohnt sich zuerst der Blick auf die Struktur des jeweiligen Plans – nicht nur auf die genannten Prozentsätze.

Wie unterscheidet sich Juice Plus von anderen Nahrungsergänzungs-Firmen

Mehrere Merkmale grenzen Juice Plus von klassischen Supplement-Marken im Einzelhandel ab. Der Vertrieb läuft ausschließlich über Partner, während klassische Marken meist über Drogerien, Apotheken oder Online-Shops verkaufen.

Zudem setzt Juice Plus konsequent auf Obst- und Gemüsekonzentrate als Basis, wohingegen viele andere Supplement-Hersteller isolierte Einzelvitamine oder synthetisch hergestellte Wirkstoffe anbieten. Diese Positionierung als „pflanzenbasierte Nahrungsergänzung aus echten Lebensmitteln“ prägt seit 1993 die gesamte Markenkommunikation, sodass sich Juice Plus bewusst von reinen Vitaminpräparaten abgrenzt.

Häufig gestellte Fragen zu Juice Plus

Was genau ist Juice Plus?

Juice Plus ist eine Marke für Nahrungsergänzungsmittel aus Obst-, Gemüse- und Beerenkonzentraten, die ein US-Unternehmen namens Juice Plus+ Company herstellt und über selbstständige Partner vertreibt. Die Produkte gibt es als Kapseln, Kautabletten, Shakes und Riegel.

In der Momentum-Macher-Gruppe taucht diese Frage regelmäßig auf, und dabei zeigt sich meist, dass Interessenten zunächst nur ein einzelnes Produkt kennen, ohne das Gesamtsortiment zu überblicken. Neben den klassischen Essentials-Kapseln gehören inzwischen auch Complete Shakes, Kautabletten für Kinder sowie das Tower Garden Anbausystem zum Portfolio. Alle Produkte basieren laut Hersteller auf denselben Grundzutaten, nämlich getrocknetem Obst- und Gemüsesaft, angereichert mit zusätzlichen Vitaminen. Diese Kombination aus mehreren Produktlinien unter einer Marke ist typisch für größere Network-Marketing-Unternehmen, weil sich damit unterschiedliche Zielgruppen gleichzeitig ansprechen lassen.

Wann wurde Juice Plus gegründet?

Juice Plus als Produkt kam 1993 auf den Markt, während das Mutterunternehmen bereits 1970 unter dem Namen National Safety Associates (NSA) gegründet wurde. Beide Daten sind wichtig, weil sie zeigen, dass die Firma vor Juice Plus schon über 20 Jahre Vertriebserfahrung hatte.

Jay Martin, ein ehemaliger Lehrer, startete NSA zunächst mit dem Verkauf von Rauchmeldern und Feuerschutzartikeln im Door-to-Door-Vertrieb. Danach kamen Wasser- und Luftfilter als weitere Produktkategorien hinzu, bevor sich das Unternehmen 1993 komplett auf den Gesundheits- und Wellnessbereich verlegte und Juice Plus einführte. Seitdem firmiert das Unternehmen unter dem Namen The Juice Plus+ Company und hat sich von einem kleinen Direktvertriebsunternehmen zu einem international tätigen Anbieter entwickelt. Die über 50-jährige Unternehmensgeschichte, die weit vor dem eigentlichen Produkt Juice Plus beginnt, wird in der Außendarstellung oft nur am Rande erwähnt.

Wie viel kostet Juice Plus im Monat?

Die Kosten für Juice Plus Kapseln liegen laut historischen Angaben bei rund 40 US-Dollar im Monat für ein Vier-Monats-Paket der Orchard- und Garden-Blend-Kapseln zusammen. Die aktuellen Preise variieren je nach Land, Produktlinie und Abo-Modell.

Ein Muster, das ich immer wieder bei Preisvergleichen sehe: Interessenten schauen nur auf den Monatspreis der Kapseln, vergessen dabei aber, dass zusätzliche Produkte wie Complete Shakes, Riegel oder das Tower Garden System separat berechnet werden. Zum Vergleich: Ein Tower Garden Komplettset kostet in Deutschland aktuell rund 649 Euro, wahlweise auch in vier Raten zu je etwa 162 Euro, zuzüglich einer optionalen LED-Beleuchtung für rund 285 Euro. Diese Zahlen dienen als Beispielrechnung und können sich je nach Produktvariante, Land und aktueller Aktion unterscheiden. Wer die Gesamtkosten realistisch einschätzen will, sollte deshalb immer das komplette gewünschte Produktpaket kalkulieren, nicht nur die Einstiegskapseln.

Wie wird man Juice Plus Partner?

Man wird Juice Plus Partner durch eine Online-Bewerbung direkt über die Unternehmenswebsite. Der Prozess läuft in drei Schritten: Produkte kennenlernen, Bewerbung einreichen, danach den Marketingplan umsetzen.

Nach der Anmeldung erhält der neue Partner Zugriff auf ein persönliches Konto, über das sich Bestellungen verwalten und neue Teammitglieder registrieren lassen. Zunächst empfiehlt Juice Plus, sich selbst intensiv mit den Produkten auseinanderzusetzen, bevor der Partner beginnt, andere Menschen für das Geschäft zu gewinnen. Der Marketingplan definiert dabei, wie Provisionen berechnet werden und welche Voraussetzungen für den nächsten Rang notwendig sind. Da sich einzelne Konditionen zwischen den Ländern unterscheiden können, lohnt sich vor der Anmeldung immer ein Blick auf die aktuellen, landesspezifischen Unterlagen.

Was verdient man als Juice Plus Partner?

Als Partner erhältst du 10 Prozent Sales Profit auf eigene Bestellungen und Bestellungen deiner direkten Kunden, zuzüglich weiterer Provisionen mit steigendem Rang. Die genaue Höhe hängt vom erreichten Karrierelevel und vom Teamvolumen ab.

Der Vergütungsplan sieht sieben Ränge vor, beginnend bei Virtual Franchisee bis hin zum National Marketing Director. Mit jedem höheren Rang kommen zusätzliche Bonusebenen hinzu, sodass sich das Unilevel-System über bis zu fünf Ebenen erstreckt, während ranghohe Partner zusätzlich an Generationsboni beteiligt werden. Der häufigste Irrtum, den ich zu diesem Thema korrigiere: Viele rechnen nur mit der Basisprovision von 10 Prozent, obwohl gerade die zusätzlichen Bonusstufen bei höheren Rängen den größeren Anteil am Gesamteinkommen ausmachen können. Wie hoch das tatsächliche Einkommen ausfällt, hängt stark vom individuellen Team, dem Bestellvolumen und der Kontinuität der eigenen Arbeit ab.

Enthält Juice Plus künstliche Zusatzstoffe?

Nein. Laut Herstellerangaben enthalten alle Juice Plus Produkte keine Konservierungsstoffe, synthetischen Farbstoffe, chemischen Stabilisatoren, gentechnisch veränderten Organismen oder künstlichen Aromen.

Zudem deklariert der Hersteller sämtliche Produkte nach dem Codex-Alimentarius-Standard als glutenfrei mit einem Grenzwert von unter 20 ppm sowie als laktosefrei. Als natürlicher Farbstoff kommt beispielsweise Beta-Carotin zum Einsatz, während die enthaltenen Vitamine überwiegend aus pflanzlichen Quellen wie Acerolakirschen für Vitamin C stammen. Wer Unverträglichkeiten hat oder Medikamente einnimmt, sollte trotzdem die vollständige Zutatenliste auf der Verpackung prüfen, weil einzelne Rezepturen Soja, Reis oder Kichererbsen enthalten können. Diese Angaben stammen direkt vom Hersteller und lassen sich auf jeder aktuellen Produktverpackung sowie auf der offiziellen Website nachlesen.

Was ist der Unterschied zwischen Juice Plus und normalem Obst und Gemüse?

Juice Plus liefert konzentrierte Pflanzenstoffe aus getrocknetem Saft, jedoch ohne die Ballaststoffe, die in frischem Obst und Gemüse enthalten sind. Der gesundheitliche Wert frischer Lebensmittel entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Bestandteile, nicht nur aus einzelnen Nährstoffen.

Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir klar, dass Nahrungsergänzungsmittel grundsätzlich als Ergänzung und nicht als Ersatz für eine vollwertige Ernährung gedacht sind – das gilt für Juice Plus genauso wie für jedes andere Supplement. Fachleute weisen darauf hin, dass gerade Ballaststoffe eine wichtige Rolle für die Darmgesundheit spielen, während der Trocknungsprozess bei der Kapselherstellung diesen Bestandteil größtenteils entfernt. Gleichzeitig liefern die Kapseln standardisierte Mengen an Vitamin A, C, E und Folsäure, was bei frischem Obst und Gemüse je nach Sorte und Reifegrad stärker schwankt. Wer beide Optionen miteinander vergleicht, betrachtet also zwei unterschiedliche Produktkategorien mit jeweils eigenen Vor- und Nachteilen, nicht zwei gleichwertige Alternativen.

Gibt es wissenschaftliche Studien zu Juice Plus?

Ja. Juice Plus verweist auf über 40 peer-reviewte Publikationen aus 33 klinischen Studien, die seit 1995 durchgeführt wurden. Ein Großteil dieser Forschung ist unternehmensfinanziert, was bei der Bewertung berücksichtigt werden sollte.

Unabhängige wissenschaftliche Übersichtsarbeiten, etwa eine Dissertation der Ludwig-Maximilians-Universität München, kommen zu dem Ergebnis, dass große, randomisierte und placebokontrollierte Langzeitstudien mit unabhängiger Finanzierung bislang fehlen. Gleichzeitig zeigen einzelne kleinere Studien Veränderungen bei Blutwerten wie Entzündungsmarkern oder Vitaminspiegeln im Vergleich zu einer Placebogruppe. Diese Veränderungen belegen jedoch keine konkreten Gesundheitsergebnisse wie eine geringere Krankheitshäufigkeit, sondern lediglich Unterschiede bei bestimmten Biomarkern. Wer sich ein eigenes Bild machen will, sollte deshalb sowohl die Unternehmensangaben als auch unabhängige Bewertungen von Verbraucherschutzorganisationen heranziehen.

Was ist Tower Garden und gehört es zu Juice Plus?

Ja. Tower Garden ist ein aeroponisches Anbausystem für Gemüse, Kräuter und Obst, das seit 2024 als eigenständige Tochtergesellschaft unter The Juice Plus+ Company läuft. Das System kommt ohne Erde aus und arbeitet stattdessen mit einer mineralangereicherten Wassermischung.

Was mir Menschen aus meiner Community zu diesem Thema zeigen: Viele kennen zunächst nur die Kapseln und sind überrascht, dass Juice Plus auch ein komplettes Gartensystem im Portfolio hat. Laut Herstellerangaben produziert Tower Garden im Vergleich zum klassischen Anbau in Erde bis zu 30 Prozent mehr Ertrag auf gleicher Fläche, während der Wasserverbrauch deutlich geringer ausfällt. Ein Komplettset kostet in Deutschland aktuell etwa 649 Euro, wahlweise in vier Raten – diese Zahl variiert je nach Land, Modellgröße und aktueller Aktion. Wer sich für eigenen Anbau interessiert, bekommt mit Tower Garden also ein separates Produkt, das unabhängig von den Nahrungsergänzungskapseln funktioniert.

Wie erkenne ich, ob Juice Plus zu mir passt?

Das hängt von deinen persönlichen Zielen ab – geht es dir um Nahrungsergänzung, um eigenen Gemüseanbau oder um den Aufbau eines Partner-Geschäfts? Alle drei Bereiche laufen bei Juice Plus unter einem Dach, funktionieren aber unabhängig voneinander.

Was ich selbst und viele Partner in verschiedenen Firmen über die Jahre gelernt haben: Die Entscheidung für ein Produkt sollte immer getrennt von der Entscheidung für ein Geschäftsmodell getroffen werden, weil beide unterschiedliche Fragen beantworten. Wer nur an den Kapseln interessiert ist, bewertet in erster Linie Inhaltsstoffe, Preis und die vorliegende Studienlage. Wer dagegen als Partner einsteigen möchte, sollte zusätzlich den Vergütungsplan, die Rangstruktur und die Voraussetzungen für Provisionen genau prüfen. Am Ende zählt, dass beide Entscheidungen auf nachvollziehbaren Fakten basieren und nicht nur auf Werbeaussagen einzelner Partner.

Zwischen Kapsel, Garten und Geschäftsmodell

Jetzt kennst du die drei Ebenen von Juice Plus: das Unternehmen mit seiner über 50-jährigen Geschichte, die Produktpalette von Kapseln bis Tower Garden, und den Vergütungsplan für Partner. Diese drei Ebenen zusammen erklären, warum die Marke gleichzeitig als Supplement-Anbieter und als Network-Marketing-Unternehmen wahrgenommen wird.

Was mich nach all den Jahren im Network Marketing wirklich überrascht: Die meisten Diskussionen über Juice Plus drehen sich entweder nur um die Wissenschaft oder nur um den Verdienst – kaum jemand betrachtet beide Seiten gemeinsam, obwohl genau das den Unterschied macht.

Wer ein Produkt und ein Geschäftsmodell wirklich verstehen will, braucht Fakten statt Bauchgefühl – und genau mit diesem Wissen gehst du jetzt in jedes Gespräch über Juice Plus mit einer völlig anderen Klarheit.

Rock it!
Dein Willi