Das Wichtigste zuerst: Als Vertriebspartner bei Young Living kannst du eine Abmahnung von zwei Seiten erhalten – entweder von Young Living selbst (intern) oder von außen durch Mitbewerber oder Verbraucherschutzverbände. In beiden Fällen gibt es klare Abläufe, konkrete Fristen und definierte Handlungsoptionen.
Zwei Arten von Abmahnungen
Es gibt einen entscheidenden Unterschied, den viele Vertriebspartner nicht kennen: Woher kommt die Abmahnung?
| Art | Wer mahnt ab? | Rechtsgrundlage | Folgen bei Nichtreaktion |
|---|---|---|---|
| Interne Abmahnung | Young Living | Richtlinien & Verfahren (Partnervereinbarung) | Kündigung der Partnerschaft |
| Externe Abmahnung | Mitbewerber, Verbraucherschutzverbände | UWG, HCVO, HWG | Gerichtsverfahren, einstweilige Verfügung |
Beide Arten folgen unterschiedlichen Regeln, haben aber eines gemeinsam: Du musst sie ernst nehmen und innerhalb einer definierten Frist reagieren.
Was steht in den Young Living Richtlinien?
Young Living hat in seinen offiziellen Richtlinien und Verfahren (Policies & Procedures) einen eigenen Abschnitt zu Disziplinarmaßnahmen – Abschnitt 13.3.1 trägt die Überschrift „Abmahnung und Sanktionen“.
Dort ist festgelegt:
- Young Living kann bei Verstößen gegen die Partnervereinbarung eine Verwarnung/Abmahnung aussprechen
- Nach der ersten Verwarnung erhält der Partner Zeit, die vereinbarungswidrigen Inhalte zu entfernen oder zu korrigieren
- Bei weiteren Verstößen folgen härtere Sanktionen, bis hin zur Kündigung der Partnerschaft
- Das interne Compliance-Team überwacht aktiv die Aktivitäten von Vertriebspartnern
- Verstöße eines Haushaltsmitglieds werden dem zugehörigen Partnerkonto zugerechnet
Young Living hat auf seiner offiziellen Website klar kommuniziert: „Mit der ersten Verwarnung gewähren wir dem Partner bzw. der Partnerin etwas Zeit, die vereinbarungswidrigen Aussagen einzustellen.“
Die häufigsten Abmahngründe
Unerlaubte Heilversprechen – der Hauptgrund
Der mit Abstand häufigste Auslöser für eine Abmahnung sind unerlaubte gesundheitsbezogene Aussagen über ätherische Öle. Das betrifft Aussagen, dass Öle Krankheiten heilen, lindern oder verhindern können.
Diese Aussagen verstoßen gleich gegen mehrere Gesetze:
- Health Claims Verordnung (HCVO) – regelt EU-weit, welche gesundheitsbezogenen Angaben bei Lebensmitteln zulässig sind
- Heilmittelwerbegesetz (HWG) – verbietet irreführende Werbung für Arzneimittel und bestimmte andere Produkte
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) – schützt vor irreführenden Geschäftspraktiken
Konkrete Beispiele für nicht zulässige Aussagen:
- „Dieses Öl hilft bei Kopfschmerzen“
- „Lavender stärkt das Immunsystem“
- „Frankincense wirkt gegen Tumore“
- „Dieses Öl lindert Depressionen“
Auch gut gemeinte Erfahrungsberichte können eine Abmahnung auslösen, wenn sie wie medizinische Ratschläge formuliert sind.
Weitere häufige Auslöser
- Preisangaben ohne Pflichtangaben (fehlende MwSt.-Kennzeichnung, fehlende Versandkosten)
- Nicht autorisiertes Rekrutieren außerhalb der genehmigten Young Living Kanäle
- Abwerbung von Vertriebspartnern anderer Organisationen entgegen den Richtlinien
- Verwendung des Young Living Logos oder Markennamens in nicht genehmigter Form
- Produkte über nicht autorisierte Plattformen verkaufen (z. B. nicht genehmigte Online-Marktplätze)
- Einkommensversprechungen ohne die vorgeschriebenen Disclaimers
Externe Abmahnung: Der Ablauf im Detail
Schritt 1 – Das Abmahnschreiben
Du erhältst ein formelles Schreiben von einem Anwalt, der im Namen eines Mitbewerbers oder eines Verbandes handelt. Dieses Schreiben enthält:
- Die konkrete Beanstandung (welche Aussage, welcher Link, welches Posting)
- Die rechtliche Begründung (z. B. Verstoß gegen HCVO oder UWG)
- Eine Unterlassungserklärung zum Unterzeichnen
- Eine Kostennote (Anwaltsgebühren)
- Eine Frist – typischerweise 7 bis 14 Tage
Schritt 2 – Prüfung durch einen Anwalt
Dieser Schritt ist nicht optional. Du lässt das Schreiben von einem auf Wettbewerbs- oder Internetrecht spezialisierten Anwalt prüfen. Er bewertet:
- Ist die Abmahnung berechtigt?
- Ist die geforderte Unterlassungserklärung zu weit gefasst?
- Wie hoch ist das Kostenrisiko bei Nichtreaktion?
Schritt 3 – Reaktion wählen
Du hast grundsätzlich drei Optionen:
| Option | Was bedeutet das? | Wann sinnvoll? |
|---|---|---|
| Modifizierte Unterlassungserklärung abgeben | Eigene, eingeschränktere Version einreichen | Wenn der Vorwurf berechtigt ist |
| Vollständige Unterlassungserklärung unterzeichnen | Die mitgeschickte Version unterschreiben | Selten empfehlenswert ohne Anwaltsprüfung |
| Abmahnung zurückweisen | Schriftliche Ablehnung mit Begründung | Wenn die Abmahnung unberechtigt ist |
Schritt 4 – Beanstandete Inhalte entfernen
Unabhängig davon, welche Option du wählst: Entferne die beanstandeten Inhalte sofort. Das gilt für Social-Media-Posts, Webseiten, Videos und alle anderen Kanäle.
Die Unterlassungserklärung – was sie wirklich bedeutet
Die Unterlassungserklärung ist der rechtlich wichtigste Teil einer Abmahnung. Wer sie unterschreibt, verpflichtet sich, die genannte Aussage nie wieder zu veröffentlichen.
Folgende Punkte sind dabei entscheidend:
- Vertragsstrafe: Bei jedem Verstoß nach Unterzeichnung wird eine vertraglich festgelegte Strafe fällig – typischerweise 5.000 bis 10.000 Euro pro Verstoß, ohne Gerichtsverfahren
- Zeitliche Geltung: Eine Unterlassungserklärung hat keine automatische Verjährungsfrist – sie kann dauerhaft gelten
- Keine Pflicht zur Unterzeichnung: Du bist nicht verpflichtet, die beiliegende Erklärung zu unterschreiben. Du kannst eine modifizierte Version einreichen
- Modifikation: Ein Anwalt formuliert eine engere Version, die nur das Notwendigste abdeckt und dich nicht übermäßig einschränkt
Wichtig: Nie eine Unterlassungserklärung ohne anwaltliche Prüfung unterschreiben.
Kosten einer Abmahnung
Die tatsächlichen Kosten hängen vom Streitwert ab, den die abmahnende Partei festsetzt.
| Streitwert | Typische Anwaltskosten (Abmahnung) | Anwaltskosten eigene Verteidigung |
|---|---|---|
| bis 5.000 € | ca. 200–400 € | ca. 200–400 € |
| bis 10.000 € | ca. 400–700 € | ca. 400–700 € |
| bis 25.000 € | ca. 700–1.200 € | ca. 700–1.000 € |
| über 25.000 € | ab 1.200 € | ab 1.000 € |
Hinzu kommt: Verstöße gegen eine unterschriebene Unterlassungserklärung können deutlich teurer werden als die ursprüngliche Abmahnung selbst.
Interne Abmahnung durch Young Living
Wie läuft das intern ab?
Young Living betreibt ein Compliance-Team, das die Aktivitäten von Vertriebspartnern aktiv überwacht. Wenn ein Verstoß festgestellt wird, gestaltet sich der Prozess folgendermaßen:
- Erste Verwarnung: Young Living kontaktiert den Partner und fordert die Entfernung der beanstandeten Inhalte
- Frist zur Korrektur: Der Partner erhält Zeit, den Verstoß zu beheben
- Weitere Sanktionen: Bei wiederholten Verstößen folgen härtere Maßnahmen
- Kündigung: Als letzte Stufe kann Young Living die Partnerschaft kündigen
Was kann Young Living intern beanstanden?
- Verwendung von Aussagen aus nicht autorisierten externen Quellen für den Geschäftsaufbau
- Werbung, die nicht den offiziellen Young Living Kommunikationsrichtlinien entspricht
- Rekrutierung in gesperrten Bereichen oder von gesperrten Partnern
- Verstöße gegen das Abwerbeverbot
- Verkauf über nicht genehmigte Kanäle
Young Living hat eigene Schulungsunterlagen veröffentlicht (z. B. „Wie Sie Young Living rechtlich richtig vorstellen“), die genau beschreiben, welche Kommunikation erlaubt ist.
Was ist nach einer Abmahnung konkret zu tun?
Sofortmaßnahmen (innerhalb von 24–48 Stunden)
- Alle beanstandeten Inhalte sofort offline nehmen – Posts löschen, Seiten anpassen, Videos depublizieren
- Das Abmahnschreiben vollständig und sorgfältig lesen
- Anwalt kontaktieren – keinesfalls eigenständig reagieren
- Keine direkte Kommunikation mit der abmahnenden Partei ohne anwaltliche Begleitung
Innerhalb der gesetzten Frist
- Entscheidung treffen: Unterlassungserklärung abgeben (modifiziert) oder zurückweisen
- Modifizierte Unterlassungserklärung durch Anwalt formulieren lassen
- Schriftliche Reaktion innerhalb der Frist einreichen
Nach der Reaktion
- Alle eigenen Kanäle (Social Media, Website, Newsletter, Gruppen) auf ähnliche Inhalte prüfen
- Zukünftige Kommunikation an die Young Living Kommunikationsrichtlinien anpassen
- Dokumentation des Vorgangs für eventuelle spätere Fragen aufbewahren
So erkennst du erlaubte von nicht erlaubten Aussagen
Aus meiner langjährigen Beobachtung des Network-Marketing-Umfelds – und in meiner Facebook-Gruppe „Momentum Macher“ begegne ich diesem Thema regelmäßig – ist die Grenze zwischen erlaubter und nicht erlaubter Kommunikation oft der entscheidende Punkt.
Nicht erlaubt (abmahngefährdet):
- Direkte Krankheitsbezüge: „wirkt gegen…“, „hilft bei…“
- Indirekte Heilversprechen: „meine Kopfschmerzen sind weg, seitdem ich…“
- Nicht zugelassene nährwertbezogene Angaben
- Einkommensversprechungen ohne Disclaimer
- Screenshots von angeblichen Gewinnen ohne Pflichtangaben
Erlaubt:
- Duftbeschreibungen und sensorische Eigenschaften
- Allgemeine Anwendungshinweise laut offizieller Young Living Materialien
- Persönliche Erlebnisse ohne medizinischen Bezug (z. B. „Ich mag den Duft am Abend“)
- Offizielle, von Young Living freigegebene Produkt-Claims
Young Living stellt offiziell freigegebene Kommunikationsmaterialien zur Verfügung. Diese sind die sicherste Grundlage für jede Produktkommunikation.
Abmahngefahr bei Social Media
Soziale Netzwerke – insbesondere Posts, Gruppen, Stories und Reels – sind ein häufiger Ausgangspunkt für Abmahnungen. Das liegt daran, dass Inhalte dort öffentlich zugänglich und leicht auffindbar sind.
Besondere Aufmerksamkeit gilt bei:
- Facebook-Posts mit Produktbeschreibungen und Erfahrungsberichten
- Instagram-Stories und Reels mit Produktanwendungen
- YouTube-Videos zu ätherischen Ölen
- Blog-Artikel auf eigenen Webseiten
- Pinterest-Pins mit Produktaussagen
Alle diese Kanäle unterliegen denselben rechtlichen Anforderungen wie klassische Werbung. Die Tatsache, dass ein Inhalt als „persönlicher Erfahrungsbericht“ deklariert ist, schützt nicht automatisch vor einer Abmahnung.
Was tun, wenn Young Living selbst kündigt?
Falls es nach einem Verstoß zur Kündigung der Partnerschaft kommt, gibt es konkrete Schritte:
- Kündigungsschreiben prüfen lassen: Ein Anwalt bewertet, ob die Kündigung formal korrekt ist
- Frist zur Stellungnahme nutzen: In manchen Fällen gibt es eine Möglichkeit zur Reaktion vor Wirksamwerden der Kündigung
- Downline-Situation klären: Was passiert mit aufgebauten Strukturen, Provisionsansprüchen, noch offenen Bestellungen?
- Datensicherung: Alle relevanten Unterlagen, Verträge und Kommunikation sichern
Die Young Living Richtlinien regeln in Abschnitt 13 auch, welche Rechte und Pflichten bei einer Kündigung gelten – dieser Abschnitt ist in einem solchen Fall die erste Referenz.
Checkliste: Richtig kommunizieren, Abmahnungen vermeiden
- [ ] Nur von Young Living freigegebene Produktaussagen verwenden
- [ ] Keine Krankheits- oder Heilbezüge in Posts, Videos oder Berichten
- [ ] Einkommenszahlen nur mit den vorgeschriebenen Disclaimer-Texten veröffentlichen
- [ ] Alle eigenen Webseiten und Social-Media-Profile regelmäßig auf problematische Inhalte prüfen
- [ ] Die aktuellen Young Living Richtlinien und Verfahren lesen und einhalten
- [ ] Bei Unsicherheit: Lieber die offizielle Young Living Kommunikation zitieren statt eigene Aussagen formulieren
- [ ] Erfahrungsberichte ohne medizinischen Bezug formulieren
FAQ: Young Living Abmahnung
Was ist eine Young Living Abmahnung?
Eine Abmahnung im Zusammenhang mit Young Living ist eine formelle Aufforderung, eine bestimmte Handlung zu unterlassen. Sie kann von Young Living selbst stammen (intern, bei Verstößen gegen die Partnervereinbarung) oder von Dritten wie Mitbewerbern und Verbraucherschutzverbänden (extern, bei rechtlichen Verstößen z. B. gegen das UWG oder die HCVO).
Eine Abmahnung ist kein Urteil, sondern eine außergerichtliche Aufforderung. Sie bietet die Möglichkeit, den Konflikt ohne Gerichtsverfahren zu lösen. In jedem Fall ist eine anwaltliche Prüfung innerhalb der gesetzten Frist notwendig.
Warum bekommt man als Young Living Partner eine Abmahnung?
Der häufigste Grund sind unerlaubte Heilversprechen in der Produktkommunikation. Dazu zählen Aussagen, dass ätherische Öle Krankheiten heilen, lindern oder verhindern können.
Die Health Claims Verordnung der EU legt fest, welche gesundheitsbezogenen Aussagen bei Lebensmitteln zulässig sind. Ätherische Öle fallen je nach Klassifizierung unter strenge Werbevorschriften. Auch das Heilmittelwerbegesetz (HWG) und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) bilden die rechtliche Grundlage für Abmahnungen in diesem Bereich. Weitere häufige Gründe sind unzulässige Einkommensversprechungen, Preisangaben ohne Pflichtangaben und Verstöße gegen Young Livings eigene Kommunikationsrichtlinien.
Was passiert, wenn man eine Abmahnung ignoriert?
Wenn du eine externe Abmahnung ignorierst, kann der Abmahner eine einstweilige Verfügung beim zuständigen Gericht beantragen. Diese wird ohne deine Anhörung erlassen und kann innerhalb kürzester Zeit wirksam werden.
Die Kosten eines Gerichtsverfahrens übersteigen in der Regel die Kosten der ursprünglichen Abmahnung deutlich. Dazu kommt das Risiko, zur Übernahme der gegnerischen Anwalts- und Gerichtskosten verurteilt zu werden. Bei einer internen Abmahnung von Young Living riskierst du bei Nichtreaktion die Kündigung deiner Partnerschaft.
Wie viel kostet eine Abmahnung?
Die Kosten einer externen Abmahnung hängen vom Streitwert ab. Typischerweise liegen die Anwaltskosten des Abmahners zwischen 200 und 1.000 Euro. Dazu kommen die Kosten für deine eigene anwaltliche Beratung in ähnlicher Höhe.
Der tatsächlich teure Teil entsteht, wenn du eine Unterlassungserklärung unterschreibst und später gegen sie verstößt. Die dann fällige Vertragsstrafe beträgt häufig 5.000 bis 10.000 Euro – und das pro Verstoß. Deshalb ist die Formulierung einer modifizierten Unterlassungserklärung durch einen Anwalt in der Regel die kostengünstigste Gesamtstrategie.
Muss ich die beigelegte Unterlassungserklärung unterschreiben?
Nein. Du bist rechtlich nicht verpflichtet, genau die beiliegende Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Du kannst eine eigene, modifizierte Version einreichen, die enger gefasst ist und dich weniger weitgehend bindet.
Diese modifizierte Erklärung muss allerdings ausreichend sein, um den geltend gemachten Unterlassungsanspruch zu erfüllen. Ein auf Wettbewerbsrecht spezialisierter Anwalt formuliert diese Version so, dass sie rechtlich wirksam ist, aber keine unnötigen Einschränkungen enthält. Wichtig: Nie ohne Anwaltsprüfung unterschreiben.
Wie lange gilt eine Unterlassungserklärung?
Eine strafbewehrte Unterlassungserklärung hat keine automatische Verjährungsfrist. Sie kann grundsätzlich dauerhaft gelten – nicht nur 30 Jahre, wie viele annehmen.
Das bedeutet: Auch Jahre nach der Unterzeichnung kann bei einem Verstoß die vereinbarte Vertragsstrafe geltend gemacht werden. Aus diesem Grund ist die Formulierung einer möglichst engen Unterlassungserklärung besonders wichtig. Je breiter die Erklärung formuliert ist, desto mehr zukünftige Kommunikation kann davon betroffen sein.
Was darf man als Young Living Partner sagen und was nicht?
Erlaubt sind sensorische Beschreibungen (Duft, Textur), allgemeine Anwendungshinweise laut offiziellen Young Living Unterlagen und persönliche Erlebnisse ohne medizinischen Bezug. Nicht erlaubt sind Aussagen, die einen Bezug zu Krankheiten, Heilung oder medizinischen Wirkungen herstellen.
Young Living stellt offiziell freigegebene Kommunikationsmaterialien bereit. Diese definieren genau, welche Formulierungen verwendet werden dürfen. Alles, was über diese freigegebenen Aussagen hinausgeht, birgt ein rechtliches Risiko – auch wenn die Formulierung gut gemeint ist oder als persönliche Meinung dargestellt wird.
Was ist der Unterschied zwischen einer internen und einer externen Abmahnung?
Eine interne Abmahnung kommt von Young Living selbst und basiert auf den Richtlinien und Verfahren der Partnervereinbarung. Die Konsequenz bei Nichtreaktion ist die Kündigung der Partnerschaft.
Eine externe Abmahnung kommt von Dritten (Mitbewerber, Verbraucherschutzverbände) und basiert auf gesetzlichen Vorschriften wie UWG, HCVO oder HWG. Die Konsequenz bei Nichtreaktion ist ein Gerichtsverfahren mit einer einstweiligen Verfügung. Beide Arten können auch gleichzeitig auftreten – ein externer Verstoß kann parallel dazu Young Living intern zu einer Reaktion veranlassen.
Welcher Anwalt ist für eine Abmahnung zuständig?
Für externe Abmahnungen wegen UWG- oder HCVO-Verstößen ist ein Anwalt mit Spezialisierung auf Wettbewerbsrecht oder Internetrecht die richtige Anlaufstelle. Viele dieser Anwälte bieten eine kostenlose Ersteinschätzung an.
Für interne Abmahnungen durch Young Living und Fragen zur Partnervereinbarung ist zusätzlich Kenntnisse im Vertragsrecht notwendig. Im deutschsprachigen Raum gibt es zahlreiche Kanzleien, die sich auf das Recht rund um Direktvertrieb und Network Marketing spezialisiert haben. Ein erster Anlaufpunkt für die Anwaltssuche ist die Rechtsanwaltskammer des jeweiligen Bundeslandes bzw. der Landeshauptstadt.
Verliert man seine Downline bei einer Kündigung durch Young Living?
Bei einer Kündigung durch Young Living gehen aufgebaute Strukturen grundsätzlich an Young Living über. Die Young Living Richtlinien regeln, was in diesem Fall mit der Partnerschaft, den Provisionsansprüchen und der Downline-Struktur passiert.
Konkret sollte im Kündigungsfall ein Anwalt prüfen: Welche Vergütungsansprüche bestehen noch für abgeschlossene Abrechnungsperioden? Wie lange gilt ein eventuelles Wettbewerbs- oder Abwerbeverbot? Und welche Übergangsregelungen greift die Partnervereinbarung in diesem Fall?
Abschließende Einordnung
Eine Abmahnung – ob intern durch Young Living oder extern durch Dritte – folgt einem klar definierten rechtlichen Prozess. Die entscheidenden Variablen sind: Wer mahnt ab? Auf welcher Grundlage? Und wie lautet die geforderte Reaktion? Mit anwaltlicher Begleitung und einer schnellen, korrekten Reaktion innerhalb der gesetzten Frist lassen sich die Konsequenzen in den meisten Fällen auf das notwendige Minimum begrenzen.