Wer sich mit Young Living als Vertriebspartner beschäftigt, stößt schnell auf eine Liste vermeintlicher Nachteile. Monatliche Mindestbestellungen. Komplexer Vergütungsplan. Hohe Marktsättigung. Klingt erstmal abschreckend. Aber aus meiner 16-jährigen Erfahrung im Network Marketing kann ich dir sagen: Die meisten dieser „Nachteile“ sehen in der Theorie weit schlimmer aus als sie sich in der Praxis anfühlen.
Dieser Artikel nimmt jeden dieser Punkte unter die Lupe – sachlich, ohne Schönfärberei, aber auch ohne unnötige Dramatik.
Die häufigsten genannten „Nachteile“ im Überblick
Bevor wir in die Tiefe gehen, hier ein schneller Überblick über jene Punkte, die am häufigsten als Nachteile bezeichnet werden:
- Monatliche Mindestbestellung (PV-Anforderung)
- Komplexer und schwer verständlicher Vergütungsplan
- Wahrgenommene Marktsättigung im Bereich ätherische Öle
- Vergleichsweise hohe Produktpreise
- Strikte Richtlinien und Compliance-Vorgaben
- Anfangsinvestition (Starterkit)
- Kein garantiertes Einkommen
Jeder dieser Punkte wird hier ausführlich behandelt.
Der monatliche PV – wirklich ein Problem?
Nein. Die monatliche Mindestbestellung ist kein verstecktes Kostenfalle, sondern ein Qualifikationsmerkmal für Provisionen.
Um als aktiver Vertriebspartner zu gelten und Provisionen zu erhalten, ist ein monatliches Bestellvolumen von mindestens 50 PV notwendig. Für die vollen Unilevel-Provisionen und die meisten anderen Boni liegt die Grenze bei 100 PV. 100 PV entsprechen in etwa einem Bestellwert von 100 bis 120 Euro.
Das klingt nach einer monatlichen Verpflichtung – und das ist es auch. Aber: Wer Young Living-Produkte ohnehin nutzt (und das tun die meisten Vertriebspartner aus Überzeugung), kommt auf 100 PV schnell und ohne künstlichen Druck. Du bestellst Produkte, die du selbst verwendest, und qualifizierst dich damit gleichzeitig für alle Provisionsebenen.
Was passiert bei Inaktivität?
Wird über einen Zeitraum von 12 aufeinanderfolgenden Monaten ein kumulierter PV-Wert von unter 50 erreicht, wird das Konto von Young Living stillgelegt. Alle damit verbundenen Vereinbarungen – inklusive der Vertriebspartnerschaft – erlöschen. Das Konto und alle Ansprüche aus der Verkaufsorganisation verfallen.
Das ist eine klare Regelung, die Transparenz schafft. Wer aktiv aufbaut, ist davon in der Praxis nicht betroffen.
Vergütungsplan zu komplex?
Auf dem Papier: ja. In der Praxis: weniger als du denkst.
Der Young Living Vergütungsplan kombiniert mehrere Einkommensströme:
| Einkommensart | Kurzbeschreibung |
|---|---|
| Fast Start Bonus | 25 % auf Erstbestellungen der direkten Einschreibungen, 10 % auf zweite Ebene (erste 3 Monate) |
| Unilevel Provisionen | 8 % auf Ebene 1, 5 % auf Ebene 2, 4 % auf Ebene 3–5 |
| Generation Leadership Bonus | Ab Silver aufwärts, mehrere Generationen tief |
| Essential Rewards Bonus | Zusätzliche Boni für Bestellungen über das Prämienprogramm |
Ja, das sind viele Zahlen. Aber du musst den Plan nicht vollständig auswendig kennen, um erfolgreich zu sein. In der Praxis gilt: Wer neue Partner einschreibt und selbst aktiv bestellt, bekommt seinen Fast Start Bonus automatisch gutgeschrieben. Die tieferen Provisionsebenen erschließen sich mit wachsender Organisation.
Aus meiner Beobachtung in meiner Facebook-Gruppe, den Momentum Machern: Die meisten, die den Vergütungsplan als „zu komplex“ bezeichnen, haben sich nie wirklich damit beschäftigt. Eine Stunde Zeit reicht, um die wesentlichen Mechanismen zu verstehen.
Marktsättigung – stimmt das überhaupt?
Diese Aussage hört man oft: „Der Markt für ätherische Öle ist doch längst gesättigt.“
Das ist ein Denkfehler. Nicht der Produktmarkt ist gesättigt – es ist die Art, wie viele Vertriebspartner ihr Business aufbauen, die sich wiederholt. Wer ausschließlich im eigenen Bekanntenkreis oder in lokalen Netzwerken agiert, stößt schnell an Grenzen. Wer dagegen über organische Reichweite auf Plattformen wie Facebook neue Zielgruppen erreicht, spricht täglich Menschen an, die bisher noch nie von Young Living gehört haben.
Das Internet kennt keine Sättigung. Es gibt täglich neue Menschen, die nach natürlichen Produkten, Wellness-Themen oder Nebeneinkommen suchen. Die Frage ist nicht, ob der Markt gesättigt ist – sondern ob du dort sichtbar bist, wo diese Menschen suchen.
Hohe Produktpreise – ein echter Nachteil?
Young Living positioniert sich bewusst im Premium-Segment. Das bedeutet höhere Preise als im Drogeriemarkt, aber auch einen anderen Qualitätsanspruch.
Der sogenannte Seed to Seal®-Standard von Young Living beschreibt die firmeneigenen Produktionsrichtlinien – von der Saat bis zur Versiegelung der Flasche. Young Living betreibt eigene Farmen, Destillationsanlagen und Labors. Das sind keine leeren Marketingaussagen, sondern überprüfbare Infrastruktur.
Für Vertriebspartner bedeutet das: Du vertrittst ein Produkt, das sich von Massenware unterscheidet. Und du verkaufst nicht über den Preis, sondern über Qualität und Vertrauen. In der Praxis funktioniert das gut – besonders bei Kunden, die bereits Erfahrungen mit minderwertigen Alternativen gemacht haben.
Strikte Compliance-Regeln
Young Living hat klare Richtlinien dafür, was Vertriebspartner sagen und schreiben dürfen. Insbesondere:
- Keine medizinischen Heilsversprechen für Produkte
- Keine unerlaubten Produktaussagen
- Verkauf ausschließlich an Endverbraucher (kein Großhandelsverkauf)
- Einhaltung des offiziellen Marketing-Regelwerks
Das klingt restriktiv. In der Praxis schützen diese Regeln aber den Vertriebspartner selbst. Wer keine unerlaubten Heilsversprechen macht, läuft nicht Gefahr, abgemahnt zu werden. Wer sich ans Regelwerk hält, arbeitet rechtssicher.
Diese Regeln gelten im Übrigen für alle seriösen Network-Marketing-Unternehmen – nicht nur für Young Living.
Darf ich Young Living Produkte auf Märkten oder in Geschäften verkaufen?
Vertriebspartner dürfen Produkte in gewerblichen Einrichtungen ausstellen, sofern die beruflichen Dienstleistungen dort die vorrangige Tätigkeit darstellen und Produktverkäufe nicht der Hauptzweck sind. Ein Verkauf an Großhändler ist nicht gestattet.
Anfangsinvestition – Starterkit
Wer als Vertriebspartner bei Young Living einsteigt, erwirbt in der Regel ein Starterkit. Dieses enthält eine Auswahl an Produkten und dient als Einstieg in die Produktwelt.
Das wird manchmal als „Nachteil“ gewertet. Der Vergleich: Ein Fitnessstudio kostet monatlich Geld. Eine Berufsausbildung kostet Zeit und Geld. Eine Gewerbeanmeldung kostet Geld. Wer ein Geschäft aufbaut, investiert zu Beginn.
Was du mit dem Starterkit bekommst: Produkte zum persönlichen Ausprobieren, eine Grundlage für authentische Produktempfehlungen und den offiziellen Status als Vertriebspartner. Das ist eine Investition mit konkretem Gegenwert – kein verlorenes Geld.
Kein garantiertes Einkommen
Das stimmt. Und das gilt für jede Form der Selbstständigkeit.
Young Living ist kein Arbeitsverhältnis. Es gibt kein fixes Grundgehalt. Einkommen entsteht durch aktives Handeln: Kunden gewinnen, Partner einschreiben, Organisation aufbauen.
Das ist kein Nachteil des Unternehmens – das ist die Natur des Direktvertriebs. Der Unterschied zu einem klassischen Angestelltenverhältnis: Die Obergrenze des Einkommens existiert nicht. Wer konsequent aufbaut, kann ein Einkommen erzielen, das mit einem klassischen Job nicht vergleichbar ist.
In meiner Gruppe sehe ich täglich, was mit Fokus und der richtigen Strategie möglich ist. Aber ich sehe genauso, dass passive Hoffnung kein Ersatz für aktives Tun ist.
Vergleich: Theorie vs. Praxis
| „Nachteil“ (Theorie) | Realität (Praxis) |
|---|---|
| 100 PV monatlich Pflicht | Entspricht dem eigenen Verbrauch bei regelmäßiger Nutzung |
| Vergütungsplan komplex | Grundmechanik in 1 Stunde verstehbar |
| Markt gesättigt | Gilt nur für lokale/offline Reichweite |
| Hohe Produktpreise | Premium-Positionierung als Verkaufsargument |
| Strikte Compliance | Rechtssicherheit für Vertriebspartner |
| Anfangsinvestition nötig | Konkreter Gegenwert durch Produkte und Partnerschaft |
| Kein fixes Einkommen | Kein Einkommensdeckel nach oben |
Was wirklich entscheidet
Ob Young Living als Vertriebspartner funktioniert oder nicht, hängt nicht von den oben genannten Punkten ab. Es hängt davon ab, wie du Reichweite aufbaust und ob du systematisch neue Menschen erreichst – jeden Tag.
Die Struktur des Unternehmens, der Vergütungsplan, die Produktqualität: All das sind solide Voraussetzungen. Was daraus wird, liegt bei dir.
FAQ
Muss ich als Young Living Vertriebspartner jeden Monat etwas bestellen?
Ja. Um als aktiv zu gelten und Provisionen zu erhalten, sind monatlich mindestens 50 PV notwendig – für die vollen Unilevel-Provisionen 100 PV. Das entspricht einem Bestellwert von etwa 100 bis 120 Euro. Wer die Produkte selbst nutzt, erreicht diesen Wert in der Regel ohne zusätzlichen Aufwand.
Dieser Mechanismus ist kein Alleinstellungsmerkmal von Young Living – ähnliche Strukturen gibt es bei nahezu allen Network-Marketing-Unternehmen. Das monatliche Eigenvolumen stellt sicher, dass Vertriebspartner die Produkte kennen und aus eigener Erfahrung empfehlen können. Wer das PV nur aus geschäftlichen Gründen aufbringt, ohne die Produkte zu nutzen, arbeitet deutlich schwerer als jemand, der überzeugter Eigenkunde ist.
Was passiert, wenn ich als Young Living Partner ein Monat nichts bestelle?
Das Konto bleibt aktiv, sofern der kumulierte PV-Wert über 12 Monate nicht unter 50 fällt. Liegt der kumulierte PV über 12 Monate unter diesem Schwellenwert, stellt Young Living das Konto still und alle Vereinbarungen – inklusive der Ansprüche aus der Downline – erlöschen automatisch.
Ein einzelner inaktiver Monat führt also nicht sofort zur Kontoschließung. Entscheidend ist der Gesamtwert über das Jahr. Wer gelegentlich eine Pause einlegt, aber in anderen Monaten entsprechend mehr bestellt, bleibt in der Regel im aktiven Status. Als Orientierung: Wer jeden Monat 100 PV bestellt, ist dauerhaft auf der sicheren Seite.
Kann man mit Young Living wirklich Geld verdienen?
Ja – aber nicht automatisch und nicht ohne aktiven Aufbau. Der Vergütungsplan ist mehrstufig und bietet von Fast Start Boni bis zu Generationsprovisionen verschiedene Einkommensquellen. Erst mit einer wachsenden Organisation erschließen sich die tieferen Provisionsebenen.
Der Fast Start Bonus ist der einfachste Einstieg: 25 % auf die Bestellungen direkt eingeschriebener Partner in den ersten drei Monaten. Das funktioniert ab dem ersten Tag. Für ein dauerhaftes Einkommen, das über Einzelprovisionen hinausgeht, ist eine aktiv aufgebaute Downline notwendig. Die Einkommensdisklosures von Young Living – also die offiziell veröffentlichten Einkommensstatistiken – geben eine realistische Übersicht über typische Verdienstspannen je Rang.
Ist Young Living im Vergleich zu anderen MLM-Firmen teuer?
Young Living arbeitet im Premium-Preissegment. Ein direkter Preisvergleich mit Drogeriemarkt-Produkten greift nicht, da es sich um unterschiedliche Produktkategorien handelt. Im Vergleich zu anderen MLM-Unternehmen im Bereich ätherische Öle – etwa dōTERRA – liegen die Preise auf ähnlichem Niveau.
Für Vertriebspartner bedeutet das: Die Zielgruppe ist nicht der Massenmarkt, sondern Menschen, die bewusst auf Qualität setzen und bereit sind, dafür einen entsprechenden Preis zu zahlen. Diese Zielgruppe existiert – in relevanter Größe. Wer weiß, wie er diese Menschen findet und anspricht, hat mit dem Preis kein Verkaufsargument-Problem.
Wie schwer ist es, neue Kunden für Young Living Produkte zu gewinnen?
Das hängt vollständig von der Reichweite ab, die du aufbaust. Wer ausschließlich im persönlichen Umfeld agiert, stößt schnell an Grenzen. Wer systematisch organische Reichweite auf digitalen Plattformen aufbaut, hat Zugang zu einem vielfach größeren Publikum.
Die Produktkategorie ätherische Öle und Wellness hat eine breite und wachsende Nachfrage. Menschen suchen aktiv nach natürlichen Alternativen, Wellness-Produkten und Möglichkeiten, die Gesundheit im Alltag zu unterstützen. Das sind Menschen, die bereits eine Kaufabsicht mitbringen – es geht darum, für sie sichtbar zu sein. Je mehr Menschen du täglich erreichst, die noch nicht mit Young Living in Berührung gekommen sind, desto schneller wächst die Kundenbasis.
Sind die Young Living Compliance-Regeln wirklich so streng?
Die Regeln existieren und sind verbindlich. Sie lassen sich aber in wenigen Stunden vollständig durchlesen und verstehen. Die Kernpunkte: keine medizinischen Heilsversprechen, keine unerlaubten Produktaussagen, kein Großhandelsverkauf, keine irreführende Werbung.
Wer sich einmal mit den Richtlinien vertraut macht, arbeitet danach automatisch regelkonform. In der täglichen Praxis bedeutet das: keine kreativen Heilsversprechen, aber sehr wohl persönliche Erfahrungsberichte zu eigenen Erlebnissen mit den Produkten. Das ist zulässig und in vielen Fällen auch die überzeugendste Form der Kommunikation.
Kann ich bei Young Living auch nur Kunde sein, ohne Vertriebspartner zu werden?
Ja. Young Living unterscheidet zwischen Kunden (ohne Geschäftsabsicht) und Vertriebspartnern (Brand Partner). Als Kunde bestellst du Produkte zum Eigengebrauch, ohne Provisionsansprüche und ohne monatliche Pflichtbestellung.
Die Entscheidung, ob Kunde oder Vertriebspartner, hängt davon ab, ob du die Produkte ausschließlich nutzen oder auch ein Geschäft aufbauen möchtest. Wer unsicher ist, kann zunächst als Kunde starten und zu einem späteren Zeitpunkt auf den Vertriebspartner-Status wechseln.
Wie lange dauert es, bis man als Young Living Partner erste Ergebnisse sieht?
Das variiert stark. Wer aktiv neue Partner einschreibt, kann ab der ersten Einschreibung Fast Start Boni erhalten – also ab Tag eins. Ein stabiles monatliches Einkommen über Unilevel-Provisionen entsteht erst mit einer organisierten Downline.
Aus meiner Erfahrung gilt: Wer von Anfang an konsequent aufbaut und täglich neue Menschen erreicht, sieht in den ersten zwei bis drei Monaten erste spürbare Ergebnisse. Wer sporadisch und ohne klare Strategie vorgeht, braucht deutlich länger. Die Geschwindigkeit hängt nicht von Young Living als Unternehmen ab, sondern von der Reichweite und dem System, das du einsetzt.
Ist Young Living ein seriöses Unternehmen?
Ja. Young Living wurde 1993 gegründet, ist in über 100 Ländern aktiv und zählt zu den weltweit größten Unternehmen im Bereich ätherische Öle. Das Unternehmen betreibt eigene Farmen und Destillationsanlagen, veröffentlicht Einkommensdisklosures und unterliegt den gesetzlichen Regelungen der jeweiligen Länder.
Das Geschäftsmodell ist Network Marketing – eine legale und in vielen Ländern anerkannte Vertriebsform. Young Living ist kein Schnellreichmachsystem und kein Pyramidensystem. Provisionen werden ausschließlich auf tatsächlich verkaufte Produkte ausgeschüttet – nicht auf bloße Einschreibegebühren.
Lohnt sich Young Living als Nebenverdienst oder nur hauptberuflich?
Beides ist möglich und wird von Vertriebspartnern gelebt. Der Vergütungsplan ist so strukturiert, dass er auf jedem Niveau funktioniert – vom kleinen Nebenverdienst bis zum hauptberuflichen Einkommen.
Die Rangstufen spiegeln das wider: Ab Platinum – also mit entsprechend ausgebauter Organisation – berichten Vertriebspartner von einem monatlichen Einkommen, das ein Hauptberuf nicht mehr notwendig macht. Als Einstieg und Nebenverdienst ermöglicht der Fast Start Bonus schon mit wenigen Einschreibungen erste spürbare Zusatzeinnahmen. Die Entscheidung, ob neben- oder hauptberuflich, beeinflusst die Strategie – nicht die grundsätzliche Eignung des Unternehmens.
Fazit
Die meisten der genannten „Nachteile“ lösen sich auf, wenn man sie mit dem echten Alltag als Vertriebspartner vergleicht. Die monatliche PV-Anforderung ist kein Kostenfaktor für jemanden, der die Produkte selbst nutzt. Der komplexe Vergütungsplan ist in seinen Grundzügen schnell verstehbar. Die hohen Preise sind ein Positionierungsmerkmal, kein Verkaufshindernis.
Was bleibt: Network Marketing – egal bei welcher Firma – ist kein passives Einkommen auf Knopfdruck. Es ist ein Geschäft. Und jedes Geschäft erfordert aktives Tun.