Younique ist ein US-amerikanisches Beauty-MLM, gegründet 2012, mit einem stark sozialmediengetriebenen Vertriebsmodell. Farmasi ist ein türkisches Kosmetikunternehmen mit über 75-jähriger Geschichte, das seit einigen Jahren weltweit als Network-Marketing-Anbieter expandiert – und inzwischen auch in Deutschland und Österreich aktiv ist. Wer die beiden vergleicht, findet klare Unterschiede in Produktpalette, Einstiegskosten, Vergütungsstruktur und Zielgruppe.
Ich begleite seit Jahren Beraterinnen beider Unternehmen – als Trainer und als jemand, der die Kosmetik-Nische im Network Marketing genau beobachtet. Mir fällt dabei immer wieder auf, dass viele Frauen diesen Vergleich erst dann anstellen, wenn sie bereits mittendrin stecken. Das kostet Zeit. Deshalb lege ich hier alles offen – Fakten, Strukturen, Zahlen. Damit du diese Entscheidung mit einem klaren Kopf treffen kannst, bevor du unterschreibst.
Die Unternehmen im Überblick
Younique gründeten Derek Maxfield und Melanie Huscroft im Jahr 2012 in Lehi, Utah. Das Unternehmen positionierte sich von Anfang an als Social-Selling-Marke – der Vertrieb läuft fast ausschließlich über soziale Netzwerke, insbesondere Facebook und Instagram. Coty Inc. hielt zwischen 2017 und 2019 eine 60%-Beteiligung an Younique, bevor das Unternehmen wieder unabhängig wurde.
Farmasi entstand aus dem Aufbauwerk von Dr. Cevdet Tuna, der in der Türkei ein pharmazeutisches Unternehmen gründete und daraus die Kosmetikmarke Farmasi Kozmetik entwickelte – offiziell seit 2003 unter diesem Namen. Inzwischen verkauft Farmasi Produkte in über 125 Länder, da der Network-Marketing-Kanal seit einigen Jahren als primärer Vertriebsweg gilt.
Unternehmensvergleich auf einen Blick
| Kriterium | Younique | Farmasi |
|---|---|---|
| Gründungsjahr | 2012 | 2003 (als Kosmetikmarke) |
| Ursprungsland | USA | Türkei |
| Hauptsitz | Lehi, Utah | Istanbul |
| Vertriebsmodell | Multi-Level-Marketing | Multi-Level-Marketing |
| Marktfokus | Beauty/Make-up | Beauty, Pflege, Ernährung |
| Soziale Medien als Kerntool | Ja (seit Gründung) | Ja (wachsend) |
| Deutschland-Start MLM | Seit ca. 2014 | Offiziell ab März 2026 |
Diese Tabelle zeigt das Wesentliche – dennoch steckt der entscheidende Unterschied nicht im Gründungsjahr, sondern in der Produktphilosophie und im Vergütungsaufbau.
Produktpalette: Was du verkaufst
Younique konzentriert sich klar auf Make-up. Das Kernsortiment umfasst Augenprodukte (insbesondere die bekannte Moodstruck-Mascara, die das Unternehmen bekannt machte), Foundations, Lippenstifte, Highlighter und Hautpflege. Die Produktlinie ist auf das Beauty-Erlebnis ausgerichtet – optische Wirkung steht im Vordergrund, weil das im Social-Media-Vertrieb leicht demonstrierbar ist.
Farmasi bietet eine breitere Palette: neben Make-up auch Hautpflege, Haarpflege, Parfüm, Körperpflege und über die Linie Nutriplus sogar Nahrungsergänzungsmittel. Das Sortiment umfasst mehrere hundert Produkte, da Farmasi auf Eigenproduktion setzt und seine eigene Fertigungskapazität in der Türkei nutzt.
Produktvergleich
| Produktbereich | Younique | Farmasi |
|---|---|---|
| Make-up (Augen) | ✅ Kernsortiment | ✅ vorhanden |
| Make-up (Teint, Lippen) | ✅ vorhanden | ✅ vorhanden |
| Hautpflege | ✅ vorhanden | ✅ vorhanden |
| Haarpflege | ❌ kein Fokus | ✅ vorhanden |
| Parfüm | ❌ begrenzt | ✅ vorhanden |
| Nahrungsergänzung | ❌ nicht vorhanden | ✅ Nutriplus-Linie |
| Eigenproduktion | Teilweise | Vollständig (eigene Fabrik) |
Ich beobachte die Kosmetik-Nische im Network Marketing seit vielen Jahren und kann einen klaren Unterschied in der Verkäuflichkeit beider Sortimente benennen. Younique-Beraterinnen haben seit jeher einen Vorteil: Make-up lässt sich über Videos und Fotos so zeigen, dass Kundinnen unmittelbar reagieren. Das erzeugt schnelle, emotionale Kaufentscheidungen.
Farmasi hat durch die breitere Produktpalette einen anderen Effekt. Beraterinnen können Kundinnen länger begleiten – wer heute eine Foundation kauft, braucht morgen Shampoo oder übermorgen ein Parfüm. Das schafft Wiederkäufer, weil das Sortiment so aufgestellt ist, dass fast jeder Bedarf des Alltags abgedeckt werden kann.
Was ich in der Praxis immer wieder sehe: Schmalere Sortimente erzeugen intensivere Markentreue bei Fans, aber Breitensortimente bauen stabilere Kundenstämme. Beides hat seine Logik – es hängt davon ab, wie jemand verkaufen möchte und was zu seiner Zielgruppe passt.
Für den Leser bedeutet das eine klare Frage: Willst du als Beraterin tief in ein Thema (Beauty/Make-up) gehen oder lieber ein Alltagssortiment aufbauen, das Kundinnen immer wieder brauchen? Die Antwort auf diese Frage bestimmt, welches der beiden Unternehmen besser passt.
Einstiegskosten für neue Beraterinnen
Younique verlangte lange einen festen Betrag für ein Starter-Kit – aktuell startet das Einstiegspaket bei rund 53 Euro und enthält zwei Mascaras sowie ein Bonus-Set. Damit ist der Einstieg vergleichsweise günstig, da das Sortiment bewusst klein gehalten ist. Zusätzlich gilt eine Mindestverkaufsanforderung von 250 USD persönlichem Retail-Umsatz innerhalb von drei Monaten, damit der Account aktiv bleibt.
Farmasi arbeitet in Deutschland mit einem Starterkit von 99 Euro, das Produkte im Wert von rund 300 Euro enthält – also deutlich mehr physische Ware für den Einstiegspreis. Eine Mindestbestellmenge gibt es ebenfalls, da Farmasi auf aktiven Verkauf setzt.
Einstieg im direkten Vergleich
| Kriterium | Younique | Farmasi |
|---|---|---|
| Starterkitpreis | ca. 53 € | ca. 99 € |
| Produktwert im Kit | 2 Mascaras + Bonus | ca. 300 € Produktwert |
| Mindestaktivität | 250 USD PRS / 3 Monate | Mindestbestellung vorhanden |
| Registrierung | Online | Online |
| Marktreife DACH | Etabliert | Neu gestartet (2026) |
Ein Muster, das ich so schon viele Male begleitet habe: Beraterinnen wählen das günstigere Starterkit und unterschätzen dabei, dass die eigentlichen Kosten weniger im Einstieg als in den Mindestanforderungen zur Aktivitätssicherung liegen. Das gilt für beide Unternehmen gleichermaßen – daher lohnt ein genaues Durchlesen des jeweiligen Vergütungsplans, bevor die Entscheidung fällt.
Der Vergütungsplan im Detail
Wie Younique Provisionen aufbaut
Younique nutzt einen gestaffelten Retail-Vergütungsplan, bei dem die Provision mit dem persönlichen Umsatz steigt. Die Basis liegt bei 20 % und wächst bis auf 40 % bei einem monatlichen Personal Retail Sales (PRS) von über 3.000 USD. Dazu kommen Team-Provisionen ab der ersten Ebene sowie Generationsprovisionen für höhere Ränge.
| Monatlicher PRS | Retail Pay |
|---|---|
| $0 – $249 | 20 % |
| $250 – $499 | 20 % |
| $500 – $999 | 25 % |
| $1.000 – $1.999 | 30 % |
| $2.000 – $2.999 | 35 % |
| $3.000+ | 40 % |
Dazu kommen Team Pay-Provisionen, die je nach Rang zwischen 5 % und 10 % auf die erste Ebene betragen, sowie Generationsprovisionen bis zur fünften Generation für die höchsten Ränge.
Die Rangstufen bei Younique
Younique gliedert seine Rangstufen vom Einstieg bis zur Spitze in folgende Titel:
- Qualified Brand Ambassador / Affiliate
- Brand Specialist
- Senior Brand Specialist
- Brand Manager
- Senior Brand Manager
- Brand Director
- Senior Brand Director
- Brand Vice President
- Brand Executive
- Presidential Brand Executive
- Global Brand Executive
- Chief Brand Executive
Wer den Chief Brand Executive-Rang erreicht, hat 300 oder mehr qualifizierte Partner auf der ersten Ebene und generiert ein Team Sales-Volumen von 80.000 USD oder mehr.
Nach 16 Jahren in dieser Branche kenne ich eines sehr gut: Den Unterschied zwischen einem Vergütungsplan, der gut klingt, und einem, der sich im Alltag auch gut anfühlt. Das sind zwei verschiedene Dinge.
Viele Beraterinnen blenden beim Lesen eines Vergütungsplans die Aktivierungsregeln aus. Sie sehen die maximale Provision und denken, damit sei alles gesagt. Dabei ist die eigentliche Frage eine andere: Wie hoch ist die Einstiegshürde für die erste echte Auszahlung?
Bei Younique liegt diese Hürde relativ niedrig – 20 % auf den ersten Verkauf, kein langer Anlauf. Das bedeutet, dass auch Teilzeitberaterinnen schnell erste Ergebnisse sehen können. Bei Farmasi liegt der Fokus stärker auf Volumen, was bedeutet, dass höhere Umsätze nötig sind, um in obere Provisionsstufen zu kommen.
Was das für dich bedeutet: Wenn du wenig Zeit investieren kannst, schau zuerst auf die untersten Provisionsstufen – dort verbringst du die meiste Zeit. Erst wenn diese Zahlen für dich stimmen, macht es Sinn, in die höheren Ränge zu schauen. Wer das andersherum macht, plant für einen Rang, den er vielleicht nie erreicht.
Wie Farmasi Provisionen aufbaut
Farmasi zahlt eine Handelsspanne von 30 % auf alle persönlichen Verkäufe. Das ist ein fester Wert – unabhängig vom monatlichen Volumen. Hinzu kommen neun verschiedene Einkommensquellen laut offiziellem Vergütungsplan, darunter Willkommensboni, Teamprovisionen, Führungsboni auf mehrere Generationen und Karriereboni beim Rangaufstieg.
Der Führungsbonus bei Farmasi berechnet sich nach einem Differenzprinzip zwischen den Generationen – konkret bedeutet das:
- 1. Generation: 4 %
- 2. Generation: 3 %
- 3. Generation: 2 %
- 4. Generation: 1,5 %
Dazu kommen einmalige Cash-Boni beim Erreichen höherer Ränge – zum Beispiel 25.000 USD beim Rang Diamant-Direktor, 100.000 USD beim Präsident-Direktor. Monatliche Autozulagen starten ab dem Rang Goldener Direktor mit 350 USD pro Monat.
Rangstufen bei Farmasi
Die Karriereleiter bei Farmasi startet beim einfachen Partner und führt über folgende Führungsebenen:
- Director
- Senior Director
- Gold Director
- Platinum Director
- Emerald Director
- Diamond Director
- Vice President Director
- President Director
- Chief Director
- Executive Chief Director
Jeder neue Rang bringt einen einmaligen Aufstiegsbonus sowie zusätzliche Teamprovisionsquellen.
Der häufigste Irrtum, den ich bei Beraterinnen beider Firmen immer wieder korrigiere, ist folgender: Sie vergleichen die höchste mögliche Provision – und denken, damit hätten sie die beiden Pläne verglichen.
Das ist so, als würde man zwei Restaurants vergleichen, indem man nur das teuerste Gericht auf der Speisekarte ansieht. Die eigentliche Frage lautet: Was isst du täglich?
Younique zahlt 20 bis 40 %, je nach eigenem monatlichem Umsatz. Das heißt: Wer im Monat unter 500 USD umsetzt – und das ist die Mehrheit aller aktiven Beraterinnen – verdient de facto 20 %. Farmasi zahlt für alle Eigenverkäufe fix 30 %, unabhängig vom Volumen. Das macht einen realen Unterschied für Teilzeitberaterinnen, die nicht in die oberen Umsatzklassen vordringen.
Was ich Beraterinnen empfehle: Schreib auf, wie viel du realistisch im Monat verkaufen kannst. Dann rechne beide Pläne auf Basis dieser Zahl. Nicht auf Basis der maximalen Stufe. Nur dann ergibt der Vergleich etwas Sinnvolles.
Das gilt nicht nur für Younique und Farmasi – es gilt für jeden Vergütungsplan der Branche.
Was Kunden unterscheidet
Preispositionierung der Produkte
Younique positioniert sich als Premium-Marke. Produkte wie die Moodstruck-Mascara oder die Liquid-Foundations liegen preislich im oberen Mittelfeld – vergleichbar mit Marken aus dem gehobenen Drogerie- oder Kaufhaussegment. Das Preis-Leistungs-Verhältnis diskutieren Kundinnen je nach Produkt unterschiedlich, da die Make-up-Qualität der Bestseller gut abschneidet, während andere Produktlinien im Preis weniger klar einzuordnen sind.
Farmasi positioniert sich deutlich preiswerter. Produkte aus dem Kosmetiksortiment sind oft unter 20 Euro zu finden, da Farmasi durch Eigenproduktion die Margen selbst kontrolliert. Das macht die Marke für ein breiteres Kundensegment zugänglich und senkt die Hürde beim Erstkauf.
Wie Kunden einkaufen
Younique-Kunden kaufen ausschließlich über Beraterinnen oder den Online-Shop der jeweiligen Beraterin. Ein Ladengeschäft oder ein unabhängiger Einzelhandelskanal existiert nicht. Bestellungen kommen direkt vom Unternehmen per Versand – was bedeutet, dass der Kundenservice über Younique selbst abgewickelt wird.
Farmasi-Kunden kaufen ebenfalls über Beraterinnen oder deren Online-Shop. Da Farmasi in DACH erst neu gestartet ist, steht das Netz an Beraterinnen noch im Aufbau, jedoch wächst es seit dem offiziellen Deutschland-Start zügig.
Für wen eignet sich welches Unternehmen?
Als Beraterin einsteigen
In meiner täglichen Arbeit mit Beraterinnen sehe ich immer wieder, dass die Frage „Welche Firma?“ oft die falsche Startfrage ist. Die richtige Frage lautet: Was liegt dir mehr – ein klar definiertes Produkt, das du perfekt erklären kannst, oder ein breites Sortiment, das viele Bedürfnisse abdeckt?
Wer mit einem engen Sortiment startet, lernt schneller, da es weniger Ablenkung gibt. Eine Beraterin, die sich auf drei bis fünf Make-up-Produkte konzentriert, kann diese deutlich schneller erklären und demonstrieren als jemand, der hundert Produkte im Kopf haben muss. Younique kommt dieser Logik entgegen, weil die Bestseller klar definiert und leicht präsentierbar sind.
Farmasi bietet durch seine Breite einen anderen Vorteil: Beraterinnen, die in einer Nische starten – etwa Hautpflege – können ihren Kundinnen später weitere Kategorien vorstellen, da das Sortiment entsprechend vorhanden ist. Das erzeugt tiefere Kundenbeziehungen über längere Zeiträume.
Ein Muster, das ich viele Male beobachtet habe: Beraterinnen, die schnell erste Ergebnisse brauchen, kommen mit Younique oft schneller in Gang, weil der Einstieg günstiger und das Sortiment klarer ist. Beraterinnen, die eine langfristigere Kundenbindung aufbauen wollen, entdecken im Laufe der Zeit, dass ein breiteres Sortiment dabei stabilere Strukturen erzeugt.
Folgende Unterschiede helfen dir bei der Entscheidung:
- Younique eignet sich für Frauen, die sich in der Beauty-Welt zu Hause fühlen, gerne über Make-up reden und bereits eine Affinität zu Social Selling mitbringen.
- Farmasi eignet sich für Beraterinnen, die ein breites Sortiment an Alltagsprodukten aufbauen wollen und eine langfristige Kundenbindung anstreben.
- Wer wenig Zeit hat und schnell starten möchte, findet bei Younique einen günstigeren Einstieg mit klarem Kernsortiment.
- Wer Vollzeitpotenzial anstrebt, findet bei Farmasi mehr Breite im Sortiment, was mehr Anknüpfungspunkte für Stammkunden erzeugt.
- Younique ist im deutschsprachigen Raum bereits etabliert – Farmasi ist ein Neustart mit Wachstumschancen in der Frühphase.
Als Kundin kaufen
Für reine Kundinnen ohne Interesse an der Beraterin-Tätigkeit gelten andere Maßstäbe. Younique bietet klar definierte Bestseller mit treuer Fan-Community – wer die Moodstruck-Mascara kennt und liebt, findet keinen 1:1-Ersatz woanders. Farmasi bietet mehr Auswahl, insbesondere wenn auch Körperpflege, Haarpflege oder Parfüm zum regulären Einkauf gehören.
Preislich liegt Farmasi günstiger, da ein Großteil der Produkte unter der Preisklasse von Younique positioniert ist. Younique dagegen hat in der Premium-Make-up-Kategorie eine stärkere Markenidentität, weil die Produkte seit Jahren durch Social-Media-Präsenz aufgebaut wurden.
Was sich bei Kündigung oder Wechsel ändert
Kündigung als Younique-Beraterin
Younique deaktiviert ein Beraterin-Konto automatisch nach drei Monaten Inaktivität, sofern die Mindestverkaufsanforderung von 250 USD PRS nicht erfüllt wird. Eine formelle Kündigung ist also nicht zwingend nötig – das Konto schläft schlicht ein. Wer aktiv kündigen möchte, wendet sich direkt an den Younique-Support.
Bestandskunden einer Beraterin bleiben nach Kontoschließung mit dem Unternehmen verbunden, da ihre Bestellhistorie bei Younique selbst gespeichert ist. Das bedeutet, dass Kunden weiterhin über younique.com kaufen können.
Wechsel von Younique zu Farmasi
Ein direkter Wechsel als Beraterin von Younique zu Farmasi ist strukturell möglich, da beide Unternehmen unabhängig voneinander operieren. Es gibt keine vertragliche Exklusivklausel, die die gleichzeitige Tätigkeit für beide Unternehmen ausdrücklich regelt – allerdings empfehlen beide Firmen in der Praxis eine klare Fokussierung, weil zwei separate Produktsortimente und Vergütungspläne zu managen aufwendig ist.
Wer wechselt, baut bei Farmasi neu auf – mit Starter-Kit-Kosten und neuer Rangstruktur. Bestehende Younique-Teamstrukturen und Provisionsansprüche werden dabei nicht übertragen, da es sich um zwei separate Firmen handelt.
Ein Verlauf, den ich so oder ähnlich schon viele Male begleitet habe: Eine Beraterin wechselt begeistert zu einer neuen Firma – in diesem Fall von Younique zu Farmasi – weil sie von der Breite des Sortiments oder den besseren Provisionen überzeugt ist. Sie startet motiviert, weil die Wechselphase mit viel Energie verbunden ist.
Drei bis vier Monate später zeigt sich, ob der Wechsel das gebracht hat, was sie sich erhofft hat. Das liegt nicht an der Firma – sondern daran, ob die Beraterin ihre Kundinnen mitgenommen hat. Der häufigste Fehler dabei: Der Wechsel wird in der Kommunikation zu abrupt vollzogen, sodass Stammkundinnen irritiert reagieren, weil sich das Sortiment plötzlich komplett ändert.
Was ich dabei immer wieder beobachte: Wer den Wechsel als Übergang gestaltet – also zunächst beide Sortimente kennt und Kundinnen aktiv informiert – erreicht eine deutlich höhere Transferrate seiner bestehenden Kundenbasis. Der Wechsel selbst ist nicht das Thema. Die Kommunikation rund um den Wechsel ist es.
Das bedeutet für dich: Plane einen Wechsel so, dass deine besten fünf bis zehn Stammkundinnen direkt angesprochen und informiert werden – bevor du deinen ersten Farmasi-Post setzt. Was danach folgt, läuft deutlich ruhiger.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Younique und Farmasi für Kunden?
Younique fokussiert auf Make-up mit klaren Bestsellern und Premium-Positionierung. Farmasi bietet ein breiteres Sortiment zu günstigeren Preisen, da die Eigenproduktion direkt beeinflusst, was Kundinnen zahlen.
Younique-Kundinnen kaufen gezielt wegen einzelner Produkte – insbesondere der Moodstruck-Mascara und anderen Make-up-Klassikern, die durch jahrelange Social-Media-Präsenz eine starke Fangemeinde haben. Farmasi-Kundinnen kaufen eher ein breites Alltagssortiment, weil Make-up, Pflege, Haarpflege und sogar Nahrungsergänzung aus einer Hand kommen. Der Preisunterschied ist spürbar: Viele Farmasi-Produkte liegen unter 20 Euro, da die Eigenproduktion die Marge kontrolliert. Bei Younique liegen viele Bestseller preislich höher, was aber auch mit der Premium-Markenpositionierung zusammenhängt.
Welche Provision zahlt Farmasi im Vergleich zu Younique?
Farmasi zahlt fix 30 % Provision auf alle persönlichen Verkäufe. Younique staffelt die Provision von 20 % bis 40 %, abhängig vom monatlichen Umsatz der Beraterin.
In der Praxis bedeutet das: Wer bei Younique unter 500 USD monatlich umsetzt, erhält 20 %. Farmasi zahlt dagegen unabhängig vom Volumen immer 30 %. Für Teilzeitberaterinnen mit geringerem Monatsvolumen ist der Farmasi-Satz also de facto höher, da keine Umsatzschwelle erreicht werden muss. Wer bei Younique auf 1.000 USD oder mehr kommt, erreicht 30 % und darüber hinaus, was wiederum Younique attraktiver macht. Der Breakeven für die Provision liegt grob bei einem monatlichen PRS von 500–999 USD – dort ist Farmasi mit fixen 30 % gleich auf.
Wie viel kostet der Einstieg als Beraterin?
In der Praxis liegt der Einstieg bei Younique rund 53 Euro, bei Farmasi rund 99 Euro – wobei das Farmasi-Starter-Kit Produkte im Wert von rund 300 Euro enthält, also deutlich mehr physische Ware liefert.
In meiner Arbeit als Trainer sehe ich immer wieder, dass Beraterinnen den Kit-Preis als primären Entscheidungsfaktor nehmen, obwohl er der kleinste Kostenpunkt im gesamten Engagement ist. Die eigentliche Kostenfrage lautet: Wie viel muss ich im Monat selbst kaufen oder verkaufen, um aktiv zu bleiben? Diese Zahl findet sich nicht im Starterkit-Preis, sondern im Kleingedruckten des Vergütungsplans. Prüfe daher bei beiden Firmen die Mindestaktivitätsbedingungen – das ist die Zahl, die deinen monatlichen Rhythmus bestimmt.
Kann ich gleichzeitig für Younique und Farmasi tätig sein?
Grundsätzlich ja, da beide Unternehmen keine gegenseitige Exklusivklausel vorschreiben. Praktisch ist es allerdings aufwendig, weil zwei separate Vergütungspläne, Produktsortimente und Aktivitätsbedingungen zu managen sind.
Nach 16 Jahren in dieser Branche ist mir klar, dass Fokus der wichtigste Erfolgsfaktor im Network Marketing ist. Wer zwei Firmen gleichzeitig betreibt, teilt seine Energie, seine Kundenkommunikation und seinen Content – was dazu führt, dass weder hier noch dort die volle Dynamik entsteht. Wer einen echten Vergleich möchte, startet mit einer Firma, baut einen Monat auf und entscheidet dann auf Basis echter Ergebnisse. Das ist präziser als jeder theoretische Vergleich.
Was passiert mit meinen Kunden, wenn ich als Younique-Beraterin aufhöre?
Younique-Kunden bleiben mit dem Unternehmen verbunden, da ihre Daten und Bestellhistorie bei Younique selbst gespeichert sind. Kunden können weiterhin auf younique.com kaufen, auch wenn das Konto der Beraterin inaktiv wird.
Das bedeutet konkret: Beraterinnen bauen bei Younique keinen eigenen Kundenstamm auf, der ihnen allein gehört. Die Kundenbeziehung läuft über die Younique-Plattform. Das unterscheidet sich von einem eigenen Online-Shop oder einer eigenen Community, die unabhängig von der Firma existiert. Wer eine eigenständige Kundenbasis aufbauen möchte, die unabhängig von der Firmenzugehörigkeit bleibt, tut das über eigene Kommunikationskanäle – etwa eine Facebook-Gruppe – in der Kundinnen mit dem Inhalt des Blogs oder der Gruppe verbunden sind, nicht mit dem Firmennamen.
Wie ist die Produktqualität bei Farmasi im Vergleich?
Farmasi produziert vollständig in eigenen Werken in der Türkei und kontrolliert damit seine Qualitätsprozesse direkt. Younique lässt teils bei Drittherstellern produzieren, positioniert sich aber als Premium-Marke mit hohen Qualitätsstandards.
Aus der Community der Momentum Macher taucht diese Frage regelmäßig auf, und dabei zeigt sich ein klares Muster: Beraterinnen, die beide Marken selbst getestet haben, berichten übereinstimmend, dass Farmasi im Verhältnis zum Preis stark abschneidet, während Younique bei spezifischen Make-up-Produkten – insbesondere den Augen-Bestsellern – durch Langlebigkeit und Textur punktet. Ein direkter Qualitätsvergleich macht im Grunde nur produktspezifisch Sinn, da beide Marken unterschiedliche Sortimentsschwerpunkte haben. Wer beides direkt vergleichen möchte, startet mit einem Produkt aus derselben Kategorie – etwa einer Foundation oder einem Mascara – und testet konkret, nicht pauschal.
Wie viele Rangstufen gibt es bei beiden Unternehmen?
Younique gliedert seine Karriereleiter in 12 Rangstufen, vom Qualified Brand Ambassador bis zum Chief Brand Executive. Farmasi führt ebenfalls rund 10 Hauptrangstufen, da die Karrierestruktur von Director bis Executive Chief Director reicht.
Die Rangstufen unterscheiden sich nicht nur im Namen, sondern vor allem in den Qualifikationskriterien. Younique bewertet Ränge anhand von PRS (persönlichem Umsatz) plus Team Sales und der Anzahl aktiver Partner auf der ersten Ebene. Farmasi setzt stärker auf Teamvolumen und die Anzahl aktiver Direktpartner ab einer bestimmten Provisionsstufe. Der strukturelle Unterschied: Younique zählt Köpfe (aktive Partner mit mindestens 250 PRS), während Farmasi auf Voluminastrukturen aufbaut, die auf dem Differenzprinzip zwischen Generationen basieren.
Welche Firma wächst aktuell schneller?
Farmasi startet in Deutschland und Österreich als neuer Marktplayer und befindet sich deshalb in der Wachstumsphase mit entsprechenden Früheinsteiger-Vorteilen. Younique ist im DACH-Raum bereits etabliert und hat eine ausgebaute Beraterin-Community, wächst jedoch weniger dynamisch als zu Beginn.
Ein Branchenvergleich über mehrere Jahre hinweg zeigt: Neue Markteintritte erzeugen anfangs starke Dynamik, da Früheinsteiger günstigere Startbedingungen vorfinden und die Begeisterung für das Neue die Rekrutierung beschleunigt. Younique hat diesen Effekt seit 2012 hinter sich. Farmasi ist in DACH gerade an diesem Punkt. Wer Wachstumspotenzial als Kriterium nutzt, bewertet deshalb Farmasi aktuell als jünger im Markt – mit allen Chancen und offenen Fragen, die ein Marktstart mit sich bringt.
Gibt es einen Autobonus bei Younique?
Younique zahlt einen expliziten monatlichen Maintenance Bonus ab dem Black Status II von 15.000 USD monatlich, sofern der Rang gehalten wird. Einen klassischen Autobonus in Form einer monatlichen Zulage für niedrigere Ränge enthält der aktuelle Younique-Vergütungsplan nicht.
Farmasi dagegen zahlt monatliche Autozulagen ab dem Rang Goldener Direktor – beginnend bei 350 USD pro Monat, steigend mit dem Rang bis 700 USD für den höchsten Führungsrang. Das macht Farmasi im mittleren Karrieresegment attraktiver für Beraterinnen, die einen solchen Bonus als Motivation oder zur Deckung von Fahrtkosten nutzen möchten.
Was muss ich als Beraterin monatlich leisten, um aktiv zu bleiben?
Bei Younique gelten 250 USD PRS innerhalb von drei Monaten als Mindestaktivität. Farmasi setzt ebenfalls eine Mindestbestellmenge voraus, wobei die genauen Zahlen je nach aktuellem Vergütungsplan variieren – daher lohnt ein direkter Blick in die aktuelle Farmasi-Partnerunterlagen.
Der häufigste Irrtum, den ich zu dieser Frage korrigiere: Viele Beraterinnen prüfen die Aktivitätsvoraussetzung beim Einstieg nicht, weil sie davon ausgehen, diese ohnehin zu erfüllen. Das stimmt im ersten Enthusiasmus meist auch. Drei bis sechs Monate später zeigt sich jedoch, ob das Volumen konstant zu halten ist – und dann entscheidet sich, ob das Konto aktiv bleibt oder einschläft. Mein Rat: Geh diese Zahl vor dem Einstieg durch und rechne realistisch mit deinem erwarteten Monatsumsatz.
Doppelt verglichen. Einmal entschieden.
Younique und Farmasi haben denselben Vertriebsweg – aber unterschiedliche DNA. Unterschiedliche Produktwelten, unterschiedliche Preismodelle, unterschiedliche Provisionslogik. Und das hat direkte Auswirkungen auf deinen Alltag als Beraterin oder deinen Einkauf als Kundin.
Was mich nach all den Jahren am meisten beeindruckt: Nicht die Firma entscheidet, ob jemand erfolgreich wird. Es ist der Mensch dahinter. Und die Fähigkeit, ein Sortiment so zu kommunizieren, dass andere es kaufen wollen – nicht weil sie müssen, sondern weil sie es lieben. Das Werkzeug ist austauschbar. Die Handwerkerin nicht.
Network Marketing funktioniert. Immer noch. Und es funktioniert am besten dann, wenn jemand die richtige Firma für sich gewählt hat – nicht die beste Firma der Welt, sondern die beste für diese Person, mit dieser Zielgruppe, in diesem Moment.
Rock it!
Dein Willi